Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 07/Dezember 2002 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema:
Kommunikation im Umbruch
  Interview
"Das Auge isst mi"
  Caputh macht Laune
Sommerausflug der DPRG Berlin/Brandenburg
  Glosse
Berlin - mitten in Europa?
  Neue Mitglieder
  Portrait
Günter Bentele
  Wahlen
Danke für Ihr Vertrauen
  Streusandbüchse nun auch digital in Berlin
 

Kommunikation und Wissenschaft
PR für Watson und Crick

  Richtigstellung
  Todesanzeige
  digitale Kommunikation
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
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Portrait: Günter Bentele
"Wissenschaftlicher Triebtäter" der PR

Günter Bentele
  "Alles Engagement ist mit dem Beruf verbunden", antwortet Günter Bentele spontan auf die Frage, worin er sein besonderes persönliches Engagement sieht. Liest man die Vita des Lehrstuhlinhabers für Öffentlichkeitsarbeit/PR an der Universität Leipzig, zielen alle beruflichen Stationen und Aktivitäten auf die Universitätskarriere hin: Nach dem Studium der Germanistik, Linguistik, Soziologie, Publizistik und Philosophie sowie dem Staatsexamen für das höhere Lehramt an Gymnasien war er 1975 - 1990 Assistent für Publizistikwissenschaft, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Modellversuch Journalistenweiterbildung und Hochschulassistent im Studiengang Publizistik der Freien Universität Berlin (FU Berlin). 1982 promoviert, habilitierte er sich 1989 an der FU Berlin. 1989 - 1994 war Bentele Professor für Kommunikationswissenschaft/Journalistik an der Universität Bamberg. Seit 1994 lehrt er an dem - von Barbara Baerns mitinitiierten - ersten Lehrstuhl für PR an einer deutschen Universität in Leipzig.

"Die Lust am Beruf" liegt für ihn einerseits in der Weitergabe von Erkenntnissen, andererseits "im Forschen und im Entwickeln neuer Ideen und Unternehmungen." Dabei "über den Tellerrand" zu schauen, sich international zu engagieren und enge Beziehungen mit europäischen und insbesondere amerikanischen Kollegen - z. B. Grunig - zu pflegen, sich auszutauschen, bedeutet ihm besonders viel, weil man "dadurch einen anderen, weiteren Blick" bekommt. Im kommenden Wintersemester wird er eine Gastprofessur am Institut für Publizistik der Universität Zürich wahrnehmen und im Sommer 2003 wieder in den Vereinigten Staaten forschen. Dort war er bereits 1998 Visiting Research Professor an der Ohio University in Athens/Ohio. 1999 und 2000 hatte er Gastprofessuren an den Universitäten Lugano, Jyväskylä, Klagenfurt und Riga inne. Vor kurzem wurde er zum President Elect der EUPRERA (European PR Education & Research Association) gewählt, d. h. er wird ab 2003 im Vorstand vertreten sein und ab 2004 die Präsidentschaft übernehmen.

Dass Bentele nicht nur über 25 wissenschaftliche Bücher verfasst und herausgegeben, sondern auch über 130 Aufsätze zu Fragen der Öffentlichkeitsarbeit/PR, Kommunikationstheorie, Mediennutzungs- und Kommunikationsraumforschung, Kommunikatorforschung und Ethik von Kommunikationsberufen veröffentlicht hat sowie Mitglied im Herausgebergremium von Fachzeitschriften ist (z. B. ‚PR-Forum' und der neuen Zeitschrift ‚politik & kommunikation'), gehört zu seiner wissenschaftlichen Leistung, mit der er wesentlich zu Deutschlands internationalem Renommé als Standort für Kommunikationswissenschaften und PR beigetragen hat. Seit dem Sommersemester 2002 läuft in Leipzig auch der Bachelor-Studiengang (B. A.) Public Relations/Kommunikationsmanagement. Besonders am Herzen liegt Bentele die 2000 zusammen mit Günter F. Thiele und Jürg W. Leipziger gegründete "Stiftung zur Förderung der PR-Wissenschaft an der Universität Leipzig (SPRL)" im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V., die seit 2001 diverse Forschungs-, Lehr- und Kooperationsprojekte unterstützt.

Als langjähriges DPRG-Mitglied ist er seit 1994 Juryvorsitzender für den Albert-Oeckl-Preis, 1999/2000 der "Goldenen Brücke". Hat dieser "wissenschaftliche Triebtäter" (Bentele über Bentele) doch noch für etwas anderes - außer für seine Familie natürlich - Zeit? Doch: Gelegentlich tritt er "immer noch" als Rockmusiker und Sänger "mit einer guten Band" auf, "weil es nach wie vor Spaß macht!"

Maria Borgmann

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