Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 08/Februar 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Landesverband bereitet PR-Tag 2003 vor
  Glosse
Stets zur vollsten
  DPRG-Umfrage
Binnenmarketing
  Neu im Landesvorstand
Ulrike Propach stellt sich vor
  Portrait
Jügen Pitzer
  Neue Mitglieder
  Ortstermin
WISTA - Wissenschafts-
und Technologiestandort Berlin
  Glosse
Ansichten einer echten Berlinerin
  Jour roulant
in der Staatskanzlei Brandenburg
  Neujahrsempfang
Bildergalerie
  Kommentar
Koch’s Rezepte und Reflektionen
  Grenzerfahrungen
in der Hauptstadtregion
  Rezension
Kampagne 2!
  Neues bei den Junioren
DPRG Junioren bei Universal Music
  Rezension
Kommunikation als Gesamtkunstwerk
  Junge Kunst in Mitte
Ausstellungseröffnung
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
Streusandbüchse 02/01
Streusandbüchse 03/01
Streusandbüchse 04/02
Streusandbüchse 05/02
Streusandbüchse 06/02
Streusandbüchse 07/02
Streusandbüchse 08/03
Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Binnenmarketing
-Akteure für Brandenburg und Berlin gesucht
Was ist bloß mit dem Image der Hauptstadtregion los? Diese Frage hat es schon deswegen in sich, weil es immer auf die Perspektive der Betrachtenden ankommt, wenn wir Images auf die Spur kommen wollen. Das gilt in einem besonderen Maße für die Betrachtung von Raumbildern (Ipsen, 1997). Obwohl regionale Images im Standortwettbewerb und im Marketing für Regionen eine Schlüsselstellung einnehmen, wird dem regionalen Binnenmarketing auf politischer, wirtschaftlicher und administrativer Ebene in Brandenburg und Berlin bisher kaum Beachtung geschenkt. Initiativen wie "Perspektive Berlin/Brandenburg" sowie andere intermediäre Einrichtungen bestätigen diese seltsame Regel.

Ein Indiz dafür, dass es in der Region kein belastbares Raumbild für die ansässige Bevölkerung gibt, bleibt nach wie vor der gescheiterte Fusionsanlauf von 1996. Wir erinnern uns: Seinerzeit hatte man u.a. versucht, die Bevölkerung mit Loriotmännchen von der Peripherie ins Zentrum zu locken und vice versa. Wohl auch deshalb, weil der Autor dieser Bilder, Herr von Bülow, auf vertraute Entwicklungspfade in der märkischen Sphäre zurückblicken mochte.

Die Umsetzung regionaler Marketing-Ideen kann aber langfristig auch in Brandenburg und Berlin nur dann erfolgreich verlaufen, wenn die Binnensicht (autochthoner Personengruppen) und die Außensicht (potenzieller "Kunden") zusammenpassen. Deshalb geht im Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) das Projekt "Binnenmarketing-Akteure" (Projektleitung: Gerhard Mahnken) am Beispiel des Untersuchungsraums Brandenburg/Berlin der Frage nach, wie intraregionale Image-Komponenten von "Primärkommunikatoren" (Manschwetus 1995) bewertet werden.

Befragung
Der Untersuchungsraum ist also klar. Kommen wir nun zu den "Probanden" des Projekts. Auf der Grundlage eines halbstandardisierten Fragebogens wurden im Verlauf des Arbeitsprogramms 2001/2002 die rund zweihundert Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Public Relations der Landesgruppe Berlin/Brandenburg zur Binnenkommunikation befragt. Die Rücklaufquote lag bei über 50 Prozent und bietet somit eine valide Basis. Die Mitglieder der Landesgruppe Berlin/Brandenburg wurden deshalb befragt, weil sie als Intermediäre das regionale Image der Hauptstadtregion aus einer professionsbedingten, intrinsischen Motivation heraus in ihren alltagsweltlichen Interaktionen mit berücksichtigen müssen, damit sie in Agenturen, Unternehmen, Verbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen und Behörden erfolgreich sein können. Die Arbeitshypothese des Projektes besteht in folgender Annahme: Wenn eine Region ihre Außenwahrnehmung verbessern will, dann müssen die handelnden
(Regionalmarketing-) Akteure auch die Binnenwahrnehmung mit berücksichtigen.

Zwischenergebnisse
In diesem Zusammenhang wurde eruiert, welche kommunikativen Aufgaben in den nächsten drei Jahren in Brandenburg und Berlin für die Politik als vordringlich, wichtig oder nachrangig eingeschätzt werden. Innerhalb des Forschungsschwerpunktes A "Regionalisierungsstrategien" wurden hierzu im IRS Indikatoren, wie sie aus der unten stehenden Grafik hervorgehen, ausgewählt.

Als Zwischenfazit des Ergänzungsprojektes kann festgehalten werden, wie die Befragten das intraregionale Image der Hauptstadtregion bewerten und wie sie anstehende politische Aufgaben vor allem in folgenden Bereichen sehen: (1) Entwicklung eines fremdenfreundlichen Images, (2) Förderung der Außenkommunikation, (3) der Wissenschafts- und Forschungspotenziale sowie der (4) Verkehrsanbindungen.

In einem nächsten Schritt sollen die weiteren Ergebnisse der Befragung im Rahmen eines Aufsatzes in einer raumwissenschaftlichen Fachzeitschrift in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden, der auf die Frage der Leitbildgenerierung in der Hauptstadtregion fokussiert.

Gerhard Mahnken


Die hier aufrufbare Grafik weist überdies weitere Handlungsbedarfe aus:


 



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