Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 08/Februar 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Landesverband bereitet PR-Tag 2003 vor
  Glosse
Stets zur vollsten
  DPRG-Umfrage
Binnenmarketing
  Neu im Landesvorstand
Ulrike Propach stellt sich vor
  Portrait
Jügen Pitzer
  Neue Mitglieder
  Ortstermin
WISTA - Wissenschafts-
und Technologiestandort Berlin
  Glosse
Ansichten einer echten Berlinerin
  Jour roulant
in der Staatskanzlei Brandenburg
  Neujahrsempfang
Bildergalerie
  Kommentar
Koch’s Rezepte und Reflektionen
  Grenzerfahrungen
in der Hauptstadtregion
  Rezension
Kampagne 2!
  Neues bei den Junioren
DPRG Junioren bei Universal Music
  Rezension
Kommunikation als Gesamtkunstwerk
  Junge Kunst in Mitte
Ausstellungseröffnung
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
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Streusandbüchse 08/03
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Streusandbüchse 11/04

 
 
Kommentar

Matthias Koch

 

  Koch’s Rezepte und Reflektionen: Public Relations und ihre gesellschaftliche Verantwortung

Nicht erst seit der Hunzinger-Affäre im letzten Sommer beklagen sich die üblichen Verdächtigen, sprich die PR-Professionals in herausgehobenen Positionen und andere, über eine mangelnde Anerkennung unserer Profession innerhalb der Gesellschaft. PR-Profis haben einen – von außen her betrachtet – schillernden Beruf, der sich eher am unteren Ende der Reputations-Skala befindet. Der Ruf von PR-Fachleuten ist ebenso bescheiden wie etwa der von Journalisten. Anders herum gesagt: Wir haben nicht annähernd einen vergleichbar positiven Ruf wie etwa Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker oder gar Pfarrer.

Die Ursachen für diesen Zustand sind sicherlich vielfältig: PR als Profession ist noch relativ jung und noch nicht genügend etabliert; PR ist von Quereinsteigern aus verschiedensten Fachrichtungen geprägt; es gibt – zumindest in Deutschland – noch keinen verbindlichen und allseits anerkannten (!!) Ausbildungsabschluss für PR; die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, so dass sich im Prinzip jeder das Schild PR-Berater/PR-Consultant an seine Bürotür schrauben darf.

Wie kann man diesen beklagenswerten Zustand langfristig verbessern? Was kann der Berufsverband dafür tun? Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Neu-Positionierung unserer Profession? Sicherlich gibt es kein Patentrezept oder gar Allheilmittel, welches uns PR-Profis sozusagen auf Knopfdruck in die Lage versetzen würde, die Verhältnisse „über Nacht“ zu verändern. Ich denke vielmehr, wir wären gut beraten, nicht auf die nächste Affäre zu warten, sondern uns selbst und unser Know-how dort einzubringen, wo wir der Gesellschaft wirklichen Nutzen stiften. Dieses bürgerschaftliche Engagement könnte ein wichtiger, ja vielleicht der entscheidende Baustein für die Verbesserung von Glaubwürdigkeit und Reputation unserer Branche sein.

Praktisch gewendet heißt dies: Warum hat nicht jede PR-Agentur, die diesen Namen zu Recht trägt, mindestens einen Social Account, also einen Kunden, dem sie keine Honorare in Rechnung stellt? Weshalb engagiert sich unser Berufsverband beispielsweise nicht im Bereich des privaten Stiftungswesens – etwa als Kooperationspartner des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen? Wieso sind wir PR-Professionals nicht häufiger bereit, im privaten Umfeld zu helfen, gemeinnützigen Initiativen den Weg in die Medien zu ebnen bzw. auf „One Dollar Basis“ professionelles Kommunikations-Management zu betreiben? Erst wenn es die PR als Profession insgesamt geschafft hat, ernsthaft gesellschaftliche Verantwortung zu tragen und dort nachhaltigen Nutzen zu stiften, wird ihre Anerkennung und Reputation auf der anderen Seite auch spürbar wachsen können. Erst dann wird sich die Branche von den zum Teil selbstverschuldeten Zerrbildern leicht korrumpierbarer „V-Männer“, „Sektglashalter“, „Abzocker“, „Karrieristen“ oder „Dünnbrettbohrer“ wirklich befreien können.

Der DPRG-Landesverband Berlin/Brandenburg hat sich jedenfalls entschlossen, sich auch im gesellschafts-politischen Umfeld zu engagieren. Sobald der PR-Tag 2003 gelaufen ist, werden wir u.a. die Initiative des Unternehmers Piepenbrock „Perspektive BerlinBrandenburg e.V.“ unterstützen und einen eigenen Arbeitskreis zum Thema „Kommunikation zur Länderfusion Berlin/Brandenburg“ auf den Weg bringen. Sobald wir das Prozedere im Vorstand diskutiert haben, wird ein entsprechender Aufruf an unsere Mitglieder und Gäste erfolgen, diesen Arbeitskreis tatkräftig zu unterstützen. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht.


Matthias Koch

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