Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 08/Februar 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Landesverband bereitet PR-Tag 2003 vor
  Glosse
Stets zur vollsten
  DPRG-Umfrage
Binnenmarketing
  Neu im Landesvorstand
Ulrike Propach stellt sich vor
  Portrait
Jügen Pitzer
  Neue Mitglieder
  Ortstermin
WISTA - Wissenschafts-
und Technologiestandort Berlin
  Glosse
Ansichten einer echten Berlinerin
  Jour roulant
in der Staatskanzlei Brandenburg
  Neujahrsempfang
Bildergalerie
  Kommentar
Koch’s Rezepte und Reflektionen
  Grenzerfahrungen
in der Hauptstadtregion
  Rezension
Kampagne 2!
  Neues bei den Junioren
DPRG Junioren bei Universal Music
  Rezension
Kommunikation als Gesamtkunstwerk
  Junge Kunst in Mitte
Ausstellungseröffnung
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
Streusandbüchse 02/01
Streusandbüchse 03/01
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Streusandbüchse 08/03
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Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Portrait: Jürger Pitzer
-Anwalt der Res publica

Jürger Pitzer
  „Wir alle sind mitverantwortlich für die öffentlichen Angelegenheiten, die Res publica. PR und RP sind zwei Seiten einer Medaille.“ Damit bringt Jürgen Pitzer, Präsident der DPRG, seine „Philosophie“ der Bildung von und des Umgangs mit öffentlicher Meinung auf den Punkt. Ausgehend von Ciceros „De re publica“, vor rund 2000 Jahren geschrieben, sieht er darin „wesentliche, nach wie vor gültige Gründe für das Engagement als Politiker, das Gemeinwesen und die Aufrechterhaltung von Sitte und Moral in einem ausdifferenzierten (demokratischen) Staat.“
Besonders am Herzen liegt ihm in diesem Spannungsfeld der öffentlichen Meinung der „Qualitätsjournalismus.“ „Ein verstärktes Engagement für qualitativen Journalismus und eine neue Diskussionskultur in Medien und Parlamenten sind bessere Voraussetzungen für das Wiedererstarken der Öffentlichkeit als Kontrollmechanismus in unserer Gesellschaft als jede ethischen Verhaltensregeln“, sagt Pitzer – und das nicht nur im Hinblick auf die causa Hunzinger. Ihm macht Sorge, dass „die wirtschaftlichen Grundlagen für nachhaltigen Qualitätsjournalismus deutlich in Frage gestellt und damit auch die Einfallstore für rein wirtschaftliche Interessen sowie einseitige Berichterstattungen geöffnet sind.“
Er sieht einen „bedenklichen Pluralitätsverlust der Öffentlichkeit und damit eine Gefährdung dessen, was man unter der `res publica` als dem durch die Öffentlichkeit kontrollierten Gemeinwesen versteht. Eine transparente Öffentlichkeit ist abhängig von der Vermittlung und der Kontrollfunktion der Medien, und wir alle müssen mehr als bisher tun, die Arbeitsweisen von PR und der Res publica – oder Public Affairs – durch eine verbesserte Transparenz unserer Tätigkeit deutlich zu machen, um nicht mehr so leicht mit Piraten, die unter falscher Flagge segeln, verwechselt zu werden.“
Unter welchen vielfältigen Aspekten diese Arbeitsweisen stehen können, wird Thema des diesjährigen PR-Tages am 23. Mai in Berlin sein, der unter dem Motto „Politik und Kommunikation – Möglichkeiten und Grenzen von Public Affairs “ steht. Die Strategie, die DPRG als den Berufsverband für die Beteiligten am politischen Kommunikationsprozess zu etablieren, entspricht dabei voll und ganz Pitzers Verständnis von seiner Arbeit in der und für die DPRG.
Seit 1991 Mitglied, war er bis März 2002 Vorsitzender der DPRG-Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. Vor allem aber seiner Tätigkeit als Schatzmeister (seit 1997, davor als Revisor) und seit 2002 als Präsident der DPRG ist es ganz wesentlich zu danken, dass die DPRG in jeder Hinsicht wieder konsolidiert ist, den schweren Imageverlust überwunden hat, in der medialen wie politischen Öffentlichkeit als kompetenter .Berufsverband wahrgenommen wird und den ihr gebührenden Platz einnimmt. Dass der Fall Hunzinger Pitzer und damit der DPRG Auftritte in der Tagesschau und in den Tagesthemen bescherte, sei nur am Rande erwähnt.
Doch auch davor war Pitzer bereits seit langem eine bekannte Größe in der Wirtschafts- und Kommunikationsszene. Seit 1971 hat der Diplom-Volkswirt verschiedene Berufsstationen der Bankenkommunikation in der Westdeutschen Landesbank – WestLB, Düsseldorf, durchlaufen, u.a. auch mit der Kundenbetreuung in Südostasien. Seit 1.4. 1988 ist er Direktor der Abteilung Corporate Communications in der Landesbank Rheinland Pfalz LRP und Pressesprecher.
Nach Persönlichem befragt, wird der stets druckreif formulierende Pitzer einsilbig und lässt sich höchstens noch eine Affinität zu Japan entlocken. Eloquent wird er wieder, wenn er die Erarbeitung von Best Practice Standards für die hierzulande noch jungen Public Affairs erwähnt, wofür er im August 2002 eine hochkarätig besetzte Espertenkommission einberufen hat.
Persönliches und Berufliches verbindet sich mit hohem Engagement. Als Anwalt der Res publica ist Pitzer auch ein homo politicus, der im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Personen darauf besteht, dass Persönliches nicht an die Öffentlichkeit gehört: „Tue Gutes und lasse andere darüber reden.“

Maria Borgmann

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