
Jürger Pitzer |
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„Wir alle sind mitverantwortlich
für die öffentlichen Angelegenheiten, die Res publica.
PR und RP sind zwei Seiten einer Medaille.“ Damit bringt Jürgen
Pitzer, Präsident der DPRG, seine „Philosophie“
der Bildung von und des Umgangs mit öffentlicher Meinung auf
den Punkt. Ausgehend von Ciceros „De re publica“, vor
rund 2000 Jahren geschrieben, sieht er darin „wesentliche,
nach wie vor gültige Gründe für das Engagement als
Politiker, das Gemeinwesen und die Aufrechterhaltung von Sitte und
Moral in einem ausdifferenzierten (demokratischen) Staat.“
Besonders am Herzen liegt ihm in diesem Spannungsfeld der öffentlichen
Meinung der „Qualitätsjournalismus.“ „Ein
verstärktes Engagement für qualitativen Journalismus und
eine neue Diskussionskultur in Medien und Parlamenten sind bessere
Voraussetzungen für das Wiedererstarken der Öffentlichkeit
als Kontrollmechanismus in unserer Gesellschaft als jede ethischen
Verhaltensregeln“, sagt Pitzer – und das nicht nur im
Hinblick auf die causa Hunzinger. Ihm macht Sorge, dass „die
wirtschaftlichen Grundlagen für nachhaltigen Qualitätsjournalismus
deutlich in Frage gestellt und damit auch die Einfallstore für
rein wirtschaftliche Interessen sowie einseitige Berichterstattungen
geöffnet sind.“
Er sieht einen „bedenklichen Pluralitätsverlust der Öffentlichkeit
und damit eine Gefährdung dessen, was man unter der `res publica`
als dem durch die Öffentlichkeit kontrollierten Gemeinwesen
versteht. Eine transparente Öffentlichkeit ist abhängig
von der Vermittlung und der Kontrollfunktion der Medien, und wir
alle müssen mehr als bisher tun, die Arbeitsweisen von PR und
der Res publica – oder Public Affairs – durch eine verbesserte
Transparenz unserer Tätigkeit deutlich zu machen, um nicht
mehr so leicht mit Piraten, die unter falscher Flagge segeln, verwechselt
zu werden.“
Unter welchen vielfältigen Aspekten diese Arbeitsweisen stehen
können, wird Thema des diesjährigen PR-Tages am 23. Mai
in Berlin sein, der unter dem Motto „Politik und Kommunikation
– Möglichkeiten und Grenzen von Public Affairs “
steht. Die Strategie, die DPRG als den Berufsverband für die
Beteiligten am politischen Kommunikationsprozess zu etablieren,
entspricht dabei voll und ganz Pitzers Verständnis von seiner
Arbeit in der und für die DPRG.
Seit 1991 Mitglied, war er bis März 2002 Vorsitzender der DPRG-Landesgruppe
Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. Vor allem aber seiner Tätigkeit
als Schatzmeister (seit 1997, davor als Revisor) und seit 2002 als
Präsident der DPRG ist es ganz wesentlich zu danken, dass die
DPRG in jeder Hinsicht wieder konsolidiert ist, den schweren Imageverlust
überwunden hat, in der medialen wie politischen Öffentlichkeit
als kompetenter .Berufsverband wahrgenommen wird und den ihr gebührenden
Platz einnimmt. Dass der Fall Hunzinger Pitzer und damit der DPRG
Auftritte in der Tagesschau und in den Tagesthemen bescherte, sei
nur am Rande erwähnt.
Doch auch davor war Pitzer bereits seit langem eine bekannte Größe
in der Wirtschafts- und Kommunikationsszene. Seit 1971 hat der Diplom-Volkswirt
verschiedene Berufsstationen der Bankenkommunikation in der Westdeutschen
Landesbank – WestLB, Düsseldorf, durchlaufen, u.a. auch
mit der Kundenbetreuung in Südostasien. Seit 1.4. 1988 ist
er Direktor der Abteilung Corporate Communications in der Landesbank
Rheinland Pfalz LRP und Pressesprecher.
Nach Persönlichem befragt, wird der stets druckreif formulierende
Pitzer einsilbig und lässt sich höchstens noch eine Affinität
zu Japan entlocken. Eloquent wird er wieder, wenn er die Erarbeitung
von Best Practice Standards für die hierzulande noch jungen
Public Affairs erwähnt, wofür er im August 2002 eine hochkarätig
besetzte Espertenkommission einberufen hat.
Persönliches und Berufliches verbindet sich mit hohem Engagement.
Als Anwalt der Res publica ist Pitzer auch ein homo politicus, der
im Gegensatz zu vielen anderen öffentlichen Personen darauf
besteht, dass Persönliches nicht an die Öffentlichkeit
gehört: „Tue Gutes und lasse andere darüber reden.“
Maria Borgmann
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