
Sebastian Vesper
Chefredakteur PR Report |
|
Seit 1996 habe ich alljährlich
das Vergnügen, die PR-Tage der DPRG besuchen zu dürfen.
Für uns Fachjournalisten bedeutet so ein PR-Tag Schwerstarbeit:
Die vielen Themen wollen in kurzer Zeit bearbeitet werden, wobei
man vorher nicht wissen kann, über welchen Workshop es sich
am meisten zu berichten lohnt. Die Visitenkarten gehen einem aus,
wobei das spezifische Gewicht in der Brusttasche natürlich
gleich bleibt. Stets ein Auge auf der Gästeliste, hechtet
man zwischen den Sessions durch das Foyer. Und, was am schlimmsten
ist: Die Pressekonferenz liegt immer in der Mittagspause...
Diesmal hat sich besonders letztere gelohnt. Allein der Moment,
als Präsident Jürgen Pitzer den versammelten Journalisten
– da waren ja auch solche, die nicht ständig über
PR berichten – das Wesen der Profession mithilfe eines batteriebetriebenen
Handventilators aus dem Geschenkefundus der Landesbank Rheinland-Pfalz
zu demonstrieren anhob, war ein Highlight. (Wenn man die Stromquelle
des Mini-Windmachers umpolt, propellert das Wunderding rückwärts
– aus „PR“ wird dann „RP“...)
Spaß beiseite: Selten hat ein PR-Tag (übrigens inklusive
der PK) so reibungslos funktioniert. Im angemessenen Ambiente,
abseits trister Spesenhotels oder muffiger Kongresszentren, hat
die DPRG das Thema „Politik und Kommunikation“ in
verschiedenen Facetten besetzt und diskutieren lassen. Aber nicht
nur die Organisation vor Ort klappte gut. Frappierend reibungslos
auch die Abstimmung zwischen der Landesgruppe und der Bundesspitze
samt Geschäftsstelle (wer sich für Verbände interessiert,
weiß, dass das nicht selbstverständlich ist). Wohl
aus diesem Grund gelang es dem Verband, verschiedene, mit aufeinander
abgestimmten Botschaften hinterlegte Zeichen von Sendungsbewusstsein
und Vitalität zu setzen. Ob „Image der PR“ (Bentele),
Codizes für die Kommunikation (Avenarius) oder das Thema
Selbstregulierung und Professionalisierung schlechthin (Pitzer)
– Aussagen und Akteure verbanden sich zu einem insgesamt
schlüssigen Bild. Das muss übrigens auch so sein, denn
die staatsmännische Art, in der der Bundesvorstand Themen
auswählt und Definitionshoheiten proklamiert, weckt Erwartungshaltungen,
die ein Verband wie die DPRG in der Tagesarbeit erst einmal stemmen
muss – auch in anderen Landesgruppen.
Ein modernes Dachthema, gute Referenten, zufriedene Gesichter
beim Publikum – der 44. Deutsche PR-Tag war einer der besten,
die ich bisher erlebt habe.
Sebastian Vesper
drucken
<<zurück
|