Der Schuster hat ja bekanntlich die schlechtesten Schuhe. Aber
muss denn dann ein PR-Verband auch gleich schlechte PR machen? „PR?
Welche PR?“ höre ich einige Fragen. Zu Recht! Aber auch
hier gilt: keine PR ist schlechte PR. Durch die vornehme Zurückhaltung
der DPRG in allen Bereichen der PR findet eine Information der Öffentlichkeit
über das, was PR eigentlich ist, nicht statt. Geballtes Unwissen
bei Meinungsmachern und Journalisten wartet deshalb nur auf die
Hunzingers dieser Welt, damit allen plötzlich klar wird, was
PR eigentlich ist. Dann wird verzweifelt versucht, dieses Informationsdefizit
durch eine Abgrenzungs- und Verurteilungs-kampagne ad hoc zu beheben.
Ist die Krise abgeflaut, tritt wieder Ruhe ein. Bis zur nächsten
Krise.
Wenn überhaupt über PR diskutiert wird, dann in den Fachmedien.
So ist sichergestellt, dass nur die, die ohnehin wissen sollten,
was PR ist, auch etwas über PR erfahren. Mal davon abgesehen,
dass die aufla-genstärksten Medien wie W&V und Horizont
das Thema PR nur am Rande behandeln, liefert die DPRG auch nicht
unbedingt die spannendsten Themen. Hauptthema in den letzten Jahren:
„Wie schlecht ist unsere Ausbildung? Wer darf überhaupt
ausbilden?“. Zu diesem Thema wird ausgiebig diskutiert und
dem jeweils anderen die Qualität abgesprochen. Mit der Folge,
dass eine generelle Verunsicherung darüber eintritt, ob es
überhaupt qualifizierte PR-Fachleute gibt.
Tröstlich ist hier vielleicht, dass auch die GPRA es nicht
viel besser macht. Highlight im letzten Jahr, wie bei der DPRG auch:
Hunzinger. Hier konnte man endlich mal kommunizieren, was PR eigentlich
nicht ist. Dies wurde mit Inbrunst und mit akzeptabler Medienresonanz
für ein bis zwei Monate betrieben. Nun ruht der See wieder.
In einer Sache ist die GPRA sogar noch konsequenter: sie spart sich
auf ihrer Website den Bereich für Pressemitteilungen ganz.
Die DPRG beglückt die Journalisten dagegen mit Pressemitteilungen
wie „Deutsche Corporate Governance auf dem Weg nach Europa?"
oder „Rolandsburger Erklärung“ und sicherlich unschlagbar
„Friedrich Wilhelm Kleinlein - 44 Jahre aktive berufsständische
Vertretung der Public Relations in Deutschland“.
Soviel zum Ist-Zustand der PR für PR. Was sollte man denn nun
erwarten können? Eigentlich ganz einfach! Die Ziele der DPRG
sind klar beschrieben auf der Website nachzulesen: „Förderung
des Ansehens des Berufsstandes und Vertiefung der Kenntnisse über
ihn in der Öffentlichkeit“. Das Ziel ist also klar. Nun
fehlt nur noch Strategie und intelligente Durchführung. Kontakte
zu den Journalisten, medienwirksame Inszenierung des Themas PR,
Kontakte zu anderen Verbänden und Institutionen. Na ja PR eben…
Uwe Mommert
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