Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 10/November 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema: Konzeption
Systematisches Kommuni-
kationsmagement
  Thema: Konzeption
Wer nicht denken will,
fliegt raus
  Blick vom Elfenbeinturm
Zum Konzept PUSH
  Science Stop
Besuch bei der FTD
  Portrait
AUSSCHNITT- Medienbeobachtung
  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Vielfalter Hochul-PR
  Rezension
Wolken über weitem Land
  Märkische
Herbst-Glosse
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
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Streusandbüchse 06/02
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Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
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Märkische Herbstglosse

Herbst also wieder. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Bringt doch alles nix. Schuld ist nicht bloß der drohende Wegfall der Eigenheimzulage. Nein. Auch die Debatte des Sommerlochs 2003 hat ja gezeigt, dass viele junge Frauen die Mark Brandenburg verlassen. Da muss ich mir nich' auch noch n' Haus an die Backe holen. Wir wissen doch genau: Zurück bleiben letztendlich die "Deppen". Die "Verblödeten". Sagt Professor Matthiesen vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner bei Berlin.
Auch Herr Mara vom Berliner Tagesspiegel notierte das diesen Sommer gerne, weil er in der Mark nach all den Jahren immer noch Überraschungen ausmacht und bald jeden Tag als mehr oder weniger auktorialer Erzähler kompetent über ihr Wohlergehen zu berichten weiß. Was Herr Mara schreibt, macht Politik. Der macht die Gefühle. Da kannst Du Dich aber drauf verlassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön aus der metropolitanen Streusandbuechse.de. Time is money, Mehrfachverkäufe in den armen Redaktionen dito. Macht ja nix. So funktioniert das nun mal heute in der märkischen Medienmechanik. Keine Vorwürfe, keine Vorurteile, keine Ressentiments, keine Rechtfertigungen. Einfach nur mal als Feststellung. Flugs endet der Hochsommer mit Empörung.
Natürlich ist der Ministerpräsident nicht amüsiert. Der märkische Tourismusboss steht mit Rücken und Spreewaldgurke an der Wand, weil Ostköche angeblich nichts können. Dabei hat Matthiesen doch nur sagen wollen, dass es ihm, dem umsichtigen Regionalforscher, um die Vermeidung eines negativen Außenbildes geht. Was soll's. Neulich hat Herr Mara vom Berliner Tagesspiegel mit zwei Kollegen dann noch den Innenminister des Landes Brandenburg im Interview gefragt, wie er denn die Äußerungen des Professors fand. Der Innenminister zeigte sich irritiert. Insgesamt wirkt das alles wie ein dialektischer Dreiklang ohne Netz und doppelten Boden in einer verschworenen Gemeinschaft. Da guckst Du nicht rein. Der Skandal beginnt also immer noch dort, wo ihm die Presse in Mark und selbstgekürter Metropole ein Ende bereitet. Und der nächste Sommer kommt bestimmt.

Gerhard Mahnken

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