Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 10/November 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema: Konzeption
Systematisches Kommuni-
kationsmagement
  Thema: Konzeption
Wer nicht denken will,
fliegt raus
  Blick vom Elfenbeinturm
Zum Konzept PUSH
  Science Stop
Besuch bei der FTD
  Portrait
AUSSCHNITT- Medienbeobachtung
  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Vielfalter Hochul-PR
  Rezension
Wolken über weitem Land
  Märkische
Herbst-Glosse
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
Streusandbüchse 02/01
Streusandbüchse 03/01
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Streusandbüchse 05/02
Streusandbüchse 06/02
Streusandbüchse 07/02
Streusandbüchse 08/03
Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Vielfalter Hochschul-PR

Drei große Universitäten, vier künstlerische Hochschulen und sieben Fachhochschulen, dazu einige private Einrichtungen – Berlin ist ein gutes Pflaster auch für die Hochschul-PR. Davon überzeugte sich der Arbeitskreis Wissenschaftskommunikation bei seinem Science-Stop in der Humboldt-Universität (HU) am 21. August 2003. Eingeladen hatten die Pressesprecherin der HU, Susann Morgner, und ihre Kollegin von der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW), Gisela Hüttinger. Sie präsentierten detailliert und durchaus problembewusst Ziele, Instrumente und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Einrichtungen und gingen in einer sehr angeregten und offenen Diskussion keiner Frage aus dem Wege.

Hochschul-PR in Berlin ist, wie kaum anders zu erwarten, heute vor allem politische PR – im (haushalts)politischen „Kampf um das liebe Geld“. Die Hochschulpolitik steht deshalb im Vordergrund der Ziele und Inhalte der aktuellen Öffentlichkeitsarbeit: Reaktionen auf aktuelle Senatsentsche-idungen – Mittelkürzungen, Standortverlagerungen bzw. deren Stornierung, Vertragsvorlagen usw. usf. – sind der Öffentlichkeit möglichst schnell und nachvollziehbar zu vermitteln. Den Wert der Hochschule, ihre Bedeutung am Standort Berlin bewusst zu machen, wird als vorrangige Aufgabe definiert. Die HU will sich dabei als exzellente Universität von Weltrang profilieren. Die FHTW mit ihrem vielfältigen Angebot möchte als einzigartig unter Berlins Fachhochschulen erkannt werden.

Nicht nur im politischen Bereich ist Krisen-PR angesagt, auch auf anderen Schauplätzen in den Hochschulen müssen nicht selten PR-Maßnahmen zur Krisenbewältigung eingesetzt werden.
Die Wissenschafts-PR, d.h. der Transport neuester Forschungsergeb-nisse in die Öffentlichkeit, rückt neben den tagespolitischen Anforderungen oft in den Hintergrund. Aber sie bleibt eine genuine Aufgabe der entsprechenden Referate und Abteilungen. In erster Linie stellen die Hochschulen ihr Expertenwissen zur Verfügung. Die HU ist mit ihrer Expertendatenbank z. B. in den informationsdienst wissenschaft (idw) integriert. Außerdem haben die Hochschul-Pressestellen natürlich die Aufgabe, neueste Ergebnisse aus der Forschung über die Multiplikatoren in den Redaktionen von Print, Hörfunk und TV einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Möglichst zeitnah und möglichst verständlich. Das ist nicht immer einfach, denn viele Wissenschaftler akzeptieren ihre Pflicht zur Information gegenüber der Öffentlichkeit – deren Erfüllung mit zusätzlicher Arbeit verbunden ist – nur ungern. Oder sie sind nur unvollkommen in der Lage, komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen. Hier fungieren die Mitarbeiter der Pressestellen als Agitatoren, Berater und Übersetzer.

Wichtig für das Funktionieren des Unternehmens Hochschule ist die interne Kommunikation. Diese ist an der HU in den letzten Jahren durch den Umzug der Naturwissenschaftler nach Adlershof ein heißes Thema geworden. An der FHTW ist sie es längst, denn diese Fachhochschule ist traditionell auf fünf Standorte verteilt. Besonders in der internen Kommunikation, aber nicht nur dort, spielen die vielfältigen Publikationen eine Rolle, deren Redaktion und Erstellung in den Händen der Öffentlichkeitsarbeiter liegt: Hochschulzeitungen, Imagebroschüren, Newsletter und nicht zuletzt die Homepage.

Veranstaltungsmanagement und VIP-Betreuung ergänzen das Spektrum der Aufgaben, die Hochschul-PR-Leute schultern. Die personelle, ganz zu schweigen von der finanziellen, Ausstattung der Pressestellen wird deren Vielfalt und Umfang kaum gerecht. Gisela Hüttinger kann sich als Einzelkämpferin an der FHTW auf studentische Hilfskräfte stützen, verfügt jedoch nicht über feste, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. Das Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der HU ist zahlenmäßig zwar besser besetzt, kann aber mit dem vorhandenen Personal dem Umfang der anfallenden Arbeit häufig ebenfalls nicht auf dem erforderlichen Niveau entsprechen. Freie Stellen für gut ausgebildete PR-Fachleute – davon kann die Hochschul-PR in Berlin nur träumen. Bleibt, im gegebenen Rahmen das Beste zu leisten. Dafür ist den (zumeist) PR-Damen im Hochschulbereich größter Respekt zu zollen.


Christine Titel

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