Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 10/November 2003 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema: Konzeption
Systematisches Kommuni-
kationsmagement
  Thema: Konzeption
Wer nicht denken will,
fliegt raus
  Blick vom Elfenbeinturm
Zum Konzept PUSH
  Science Stop
Besuch bei der FTD
  Portrait
AUSSCHNITT- Medienbeobachtung
  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Vielfalter Hochul-PR
  Rezension
Wolken über weitem Land
  Märkische
Herbst-Glosse
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
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Streusandbüchse 06/02
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Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Science-Stop:
Redaktionsbesuch bei der Financial Times
Deutschland

Ein Bericht vom Science-Stop des Arbeitskreises Wissenschaftskommunikation

Arbeitsalltag bei der Financial Times Deutschland
Der 3. Science Stop führte den Arbeitskreis Wissenschaftskommunikation in diesem Sommer zur Financial Times Deutschland (FTD) in die Redaktion nach Berlin-Mitte.
Gastgeber war Sebastian Dullien, Redakteur im Ressort Weltwirtschaft bei der FTD, der zu-nächst seinen Arbeitsablauf bei der FTD vorstellte. Dieser beginnt gegen 9.45 Uhr mit einem Blick in die Tagespresse, vor allem in das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine Zeitung als „Hauptkonkurrenten“ der FTD. Ihr schließt sich eine Ressort-Konferenz zu aktuellen innenpolitischen Themen an. Anschließend diskutieren die weltwirtschaftlichen Kolleg/innen die Wirtschaftslage und legen die Themen fest, die an dem Tag zu bearbeiten sind. Gegen 11.00 Uhr beginnt die erste Recherche. Um 11.30 Uhr findet eine Schaltung mit den Hambur-ger und Frankfurter Redaktionskollegen statt. Es folgt eine allgemeine „Manöverkritik“ zur Vortagsausgabe. Anschließend beginnt dann das eigentliche journalistische Tagesgeschäft: Online- und Offline-Recherche, Telefonate führen, Termine auf Presseveranstaltungen wahrnehmen, Zusammenstellen von Graphiken und Daten etc. Gegen 17.00 Uhr müssen die ersten Beiträge fertig sein, die anschließend redigiert werden. Der Andruck der Seite eins erfolgt um 21.20 Uhr, in Berlin ist für Seite 1 erst um 22.30 Uhr Redaktionsschluss. Die FTD produziert nur werktags.
Zur Unterlegung tagesaktueller Informationen dienen Primärquellen in Form wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Studien, Gutachten und Prognosen, unter anderem die Frühjahrs- und Herbstprognosen der „sechs führenden deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungs-institute“, statistischen Ämter, volkswirtschaftlichen Abteilungen privater Kreditinstitute sowie von politisch relevanten Akteuren wie der Europäischen Zentralbank, Europäischen Uni-on oder Bundesregierung. Das Augenmerk richtet sich auf direkte Informationen aus den genannten Institutionen. Von geringerem Interesse sind Agenturmeldungen. Im Focus des FTD-Redakteurs stehen vor allem Fragen nach der Bilanzwirksamkeit, Marktverwertbarkeit sowie dem Lesernutzen.

Der Mehrwert von Pressestellen in wissenschaftlichen Einrichtungen für Journalisten
In unserem Gespräch ging es vor allem um die Zusammenarbeit von Journalisten, Öffentlichkeitsarbeitern und Wissenschaftlern und um die Herausforderung, wissenschaftliche Inhalte journalistisch so aufzubereiten, dass sie für die Leserschaft verständlich – und interessant – sind (Public Understanding).

Sebastian Dullien sieht es als wichtig an, dass Öffentlichkeits-arbeiter/innen in Pressestellen mindestens „vom Fach“ sind und dies durch ein einschlägiges Studium unter Beweis gestellt haben. Darüber hinaus sollten sie wissen, für wen die Inhalte, die sie „verkaufen“, relevant und durch wen sie gegebenenfalls marktverwertbar sind. Letzteres ist einer der Gründe, wa-rum Journalisten sich lieber direkt an den zuständigen Wissenschaftler wenden und nicht den Umweg über die Pressestellen nehmen. Die Schnelligkeit von Informationen ist dabei im Zeitungswesen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Daher ist der Journalist auf Informationen per Telefon, -fax oder E-Mail angewiesen. Kritisch sieht Sebastian Dullien in diesem Zu-sammenhang, dass es in Forschungsinstituten und Banken zur Kanalisierung von Anfragen an die Pressestelle kommt. Der Wissenschaftler selbst ist „von außen“ oft nicht erreichbar.

Last but not least: Ein paar Mediadaten zur FTD
Die FTD erscheint seit dem Frühjahr 2000. Die Leserschaft ist „jung, relativ gut ausgebildet und verdienend und sehr männlich“, so Sebastian Dullien. Bei den Lesern möchte sie sich als „Arbeitsmittel für Entscheidungsträger“ verstanden wissen. Die Auflage liegt im zweiten Quartal 2003 bei 91.400 und ist im Vergleich zum Vorjahr um 10,1 Prozent gestiegen (s. FTD vom 15. Juli 2003, Seite 6). Die Reichweite beträgt täglich 250.000 Exemplare; von hoher Bedeutung sind die Firmenabonnements.

Franziska Becker

Der Arbeitskreis Wissenschaftskommunikation der DPRG Landesgruppe Berlin/ Brandenburg besteht seit Oktober 2002. Hier tauschen sich Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen regelmäßig über neue Entwicklungen und Erfahrungen im Bereich der Wissenschaftskommunikation aus.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei:
Xenia von Maltzan, Tel.: 030-853 64 51
Nina Passoth, Tel./ Fax: 030-304 22 16, Mobil: 0163-305 23 73
E-Mail: wissenschaftskommunikation@gmx.de

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