wir möchten Sie auf keinen Fall aus dem Konzept bringen. Deshalb
seien Sie doch bitte so gut und lesen Sie diese zehnte Nummer der
Streusandbuechse.de mit einem gehörigen Maß an Ungezwungenheit,
damit Sie in Ihrem kommunikativen Umfeld auch morgen noch kraftvoll
zupacken können. Bloß keine Konzeptkrämpfe.
Matthias Koch, Vize-Präsident der DPRG und Vorsitzender der
Landesgruppe Berlin/Brandenburg, bringt es in dieser Ausgabe mit
seinen bewährten „Reflexionen“ wieder mal auf den
Punkt: Wer mit professioneller Kommunikationsarbeit Geld verdienen
will, darf nicht kopflos agieren und je nach Tagesform aus dem Bauch
entscheiden, weil ihm strategische PR halt immer schon irgendwie
lag. Im Ernst: Gute Öffentlichkeitsarbeit braucht natürlich
stets ein belastbares, intellektuelles Gerüst. Mit den viel
zitierten „PR-Gags“ kommt keiner weit.
Konzeptuelle Öffentlichkeitsarbeit verlangt Überblick
und Strukturwissen, damit sie Entscheidungs- und Orientierungs-wissen
produzieren kann. Das bekräftigen in dieser Ausgabe die Konzeptprofis
Astrid Drabant-Schwalbach, Rennée Hansen und Stephanie Schmidt
mit ihrem reichen Fundus an Erfahrungen.
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„Wer nicht denken
will, fliegt raus.“
- von Renée Hansen und Stephanie Schmidt
"Eingeschworenes Konzeptions- und Autorinnenteam:
Stephanie Schmidt (links) und Renée Hansen
Zugegeben, Joseph Beuys hat die Dinge immer
ziemlich radikal formuliert und dachte wohl nicht gerade an PR als
er seinen Spruch „Wer nicht denken will, fliegt raus“
prägte. Aber seine Forderung ist goldrichtig, wenn es um eine
zentrale Leistung in der PR-Arbeit geht – um das Erarbeiten
von Kommunikationskonzepten. Dass Konzeptionstechnik als ein methodisches
Vorgehen zum Handwerkszeug von Beratern gehört, ist unbestritten.
Landauf, landab entstehen in Unternehmen, Organisationen und Agenturen
PR-Konzepte, Kommunikationskonzepte, Projekt- und Detailkonzepte.
Nun ist Papier bekanntlich geduldig. Und die Dunkelziffer nicht
umgesetzter Kommunikationskonzepte lässt sich nur erahnen.
Schubladenkonzepte, die aus selbiger kommen und ebendort landen,
sind nicht nur Zeit- und Ressourcenverschwendung. Wer die Aufgabe
ernst nimmt, ärgert sich besonders, weil jede strategische
Stangenware dem Vorurteil Vorschub leistet, dass Konzepte nur teuer
verkaufte Maßnahmenpläne oder Akquisepapiere und am Ende
austauschbar sind. Das beantwortet aber noch nicht die Frage, warum
nicht alle Konzepte umgesetzt werden. Gibt es wirklich „gute“
und „schlechte“? Und woran lassen sich diese voneinander
unterscheiden?. mehr->
Systematisches
Kommuni-
kationsmanagement als Erfolgsfaktor
in Wirtschaft, Verwaltung und Politik von Astrid Draband-Schwalbach
Astrid Drabant-Schwalbach
Selten einig sind sich PR-Praktiker und PR-Theoretiker in der Feststellung,
dass strategisch geplante, systematische, kurz: konzeptionelle Öffentlichkeitsarbeit
einen immer größeren Stellenwert erhält.
Die Vorstände großer Unternehmen z.B. lassen sich inzwischen
mehr und mehr davon überzeugen, dass der Unternehmens-Reputation
als Einflussfaktor im Wettbewerb eine immer größere Bedeutung
zukommt. Zu schmerzhaft haben viele von ihnen erfahren müssen,
dass die Korrektur einer einmal erworbenen Negativ-Reputation –
wenn überhaupt! – nur langfristig möglich ist –
ein weites Feld für strategisch geplante, systematische Öffentlichkeitsarbeit,
die im besten Fall präventiv betrieben wird, indem sie Entwicklungen
antizipiert, Trends analysiert und den notwendigen Dialog mit den
relevanten Teilöffentlichkeiten bereits im Vorfeld herbeiführt.
Wie nun sieht ein fundiertes Kommunikationskonzept aus? Über
welche Bestandteile sollte es verfügen? Da man eine prägnante
Antwort auf diese Frage selbst in PR-Lehrbüchern oft vergeblich
sucht, soll im folgenden der Versuch unternommen werden, diese
aus Praktiker-Sicht in einer Art Crash-Kurs zu geben.
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Märkische
Herbstglosse
– von Gerhard Mahnken
Herbst also wieder. Wer
jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Bringt doch alles nix.
Schuld ist nicht bloß der drohende Wegfall der Eigenheimzulage.
Nein. Auch die Debatte des Sommerlochs 2003 hat ja gezeigt, dass
viele junge Frauen die Mark Brandenburg verlassen. Da muss ich mir
nich' auch noch n' Haus an die Backe holen. Wir wissen doch genau:
Zurück bleiben letztendlich die "Deppen". Die "Verblödeten".
Sagt Professor Matthiesen vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung
und Strukturplanung in Erkner bei Berlin.
Auch Herr Mara vom Berliner Tagesspiegel notierte das diesen Sommer
gerne, weil er in der Mark nach all den Jahren immer noch Überraschungen
ausmacht und bald jeden Tag als mehr oder weniger auktorialer Erzähler
kompetent über ihr Wohlergehen zu berichten weiß. Was
Herr Mara schreibt, macht Politik. Der macht die Gefühle. Da
kannst Du Dich aber drauf verlassen. mehr->
Unternehmsportrait
AUSSCHNITT
- Medienbeobachtung
AUSSCHNITT Medienbeobachtung
wurde 1946 als klassischer Zeitungsausschnittdienst in Berlin
gegründet. Heute, fast 60 Jahre später, hat sich das
Unternehmen zu einem der führenden Full-Service-Dienstleister
im Markt der Medienbeobachtung und MedienResonanzAnalyse in Deutschland
entwickelt. 250 MitarbeiterInnen sind mittlerweile an den Standorten
Berlin und Frankfurt/Oder tätig. Täglich werden rund
6.000 nationale und internationale Printmedien, Nachrichtenagenturen,
Online-Medien und TV-Sender sowie Videotext ausgewertet. Im Fachlektorat
werden durchschnittlich 15.000 Suchbegriffe für fast 4.000
Kunden recherchiert. Über ein weltweites Netzwerk von Korrespondenten
realisiert AUSSCHNITT Medienbeobachtung internationales Medienmonitoring.
Medienberichte lediglich zu sammeln reicht in Zeiten der knapperen
PR- und Sponsoring-Budgets, des zunehmenden Wettbewerbsdrucks
und der steigenden Notwendigkeit, PR-Erfolge zu kontrollieren
und zu dokumentieren nicht mehr aus. Deshalb bietet AUSSCHNITT
Medienbeobachtung über das klassische Medienmonitoring hinaus
quantitative und qualitative MedienResonanzAnalysen an. mehr->
Science-Stop Redaktionsbesuch bei der Financial Times
Deutschland
Arbeitsalltag bei der Financial Times Deutschland
Der 3. Science Stop führte den Arbeitskreis Wissenschaftskommunikation
in diesem Sommer zur Financial Times Deutschland (FTD) in die Redaktion
nach Berlin-Mitte.
Gastgeber war Sebastian Dullien, Redakteur im Ressort Weltwirtschaft
bei der FTD, der zunächst seinen Arbeitsablauf bei der FTD
vorstellte. Dieser beginnt gegen 9.45 Uhr mit einem Blick in die
Tagespresse, vor allem in das Handelsblatt und die Frankfurter Allgemeine
Zeitung als „Hauptkonkurrenten“ der FTD. Ihr schließt
sich eine Ressort-Konferenz zu aktuellen innenpolitischen Themen
an. Anschließend diskutieren die weltwirtschaftlichen Kolleg/innen
die Wirtschaftslage und legen die Themen fest, die an dem Tag zu
bearbeiten sind. Gegen 11.00 Uhr beginnt die erste Recherche. Um
11.30 Uhr findet eine Schaltung mit den Hamburger und Frankfurter
Redaktionskollegen statt. Es folgt eine allgemeine „Manöverkritik“
zur Vortagsausgabe. Anschließend beginnt dann das eigentliche
journalistische Tagesgeschäft: Online- und Offline-Recherche,
Telefonate führen, Termine auf Presseveranstal-tungen wahrnehmen,
Zusammenstellen von Graphiken und Daten etc. Gegen 17.00 Uhr müssen
die ersten Beiträge fertig sein, die anschließend redigiert
werden. Der Andruck der Seite eins erfolgt um 21.20 Uhr, in Berlin
ist für Seite 1 erst um 22.30 Uhr Redaktionsschluss. Die FTD
produziert nur werktags. mehr->
Herzlich Willkommen! Neue Mitglieder
Deutscher
Sparkassen- und Giroverband
Christiane Fritz, Public Relations Christiane Fritz
Dr. Walter Hagemann, Kommunikationskontor Hagemann
Susanne Haase
Beate Kiep, Landau Media AG
Gordon Laebe
Steffen Ritter
Dr. Martina Sprotte, 12Cylinders Corporate Strategies GmbH
Matthias Voigt
Christian Wehrmann
Nina Wichner
Dr. Uwe Wilke
Ralf Welt, dimap communications GmbH
Termine
- näher erläutert
1.
Leider schon ausgebucht: Besichtigungstermin des Bundeskanzleramtes
am 20.11.2003
Innerhalb von nicht einmal 8 Stunden waren die begrenzten
Plätze für die Besichtigungstour durchs Bundeskanzleramt
ausgebucht. Dieser Jour Roulant könnte nach Anzahl
der eingegangenen Anmeldungen mindestens dreimal stattfinden.
Über solch eine starke Resonanz freuen wir uns sehr.
Der Landesvorstand wird anfragen, ob ein Rundgang durch
das Gebäude im Frühjahr 2004 wiederholt werden
kann.
2. Weihnachtsessen
Am 8.12. findet das diesjährige Weihnachtsessen der
DPRG-Landesgruppe Berlin/Brandenburg im Cecielienhof statt.
Zu den delikaten Menüs wird es ein historisches Programm
geben. Bitte den Termin schon mal vormerken. Einladungen
erfolgen noch gesondert.
3. Klausurtagung
Am 01. und 2.11.2003 tagte der Landesvorstand und stellte
die Veranstaltungs- und Terminplanung für das kommende
Jahr zusammen. Neben zahlreichen Ideen und Anregungen aus
den Reihen der Mitglieder wurden außerdem Themen und
strategisch relevante Vorhaben diskutiert. Das vorläufige
Programm wird beim Neujahrsempfang 2004 vorgestellt, der
für Ende Januar vorgesehen ist, und selbstverständlich
in der nächsten Streusandbuechse.de Thema sein wird.
4. Vorlesungsreihe Im laufenden Wintersemster findet
jeden Donnerstag von 16-18 Uhr im Hörsaal D des Henry-Ford-Baus
der FU-Berlin in Dahlem die von Prof. Dr. Barbara Baerns
konzipierte Vorlesungsreihe "Öffentlichkeitsarbeit
– Praxis, Analyse, Reflexion" statt.
Von Konzeptionsriesen, Umsetzungszwergen und ihren Verwandten
Ich weiß nicht mehr genau, wer mich auf diesen Spruch gebracht
hat. Ich glaube, es war ein Kunde aus dem Kreditgewerbe, der mit
der Binsenweisheit „Lasst uns nicht als Konzeptionsriesen
starten, um als Umsetzungszwerge anzukommen“ vor einer allzu
einseitigen Fokussierung auf das strategisch-konzeptionelle Geschäft
im Verhältnis zur Umsetzungspraxis warnte. Dies mag für
bestimmte Branchen und Situationen ja tatsächlich so sein,
der Alltagserfahrung eines PR-Professionals entspricht dies m.E.
jedoch nicht.
Mir jedenfalls fallen quer durch die Reihen unserer Kommunikations-Zunft
eher konzeptionelle Schwächen auf, die ihre Korrespondenz
im re-aktiven und unreflektierten Verhalten mancher Öffentlichkeitsarbeiter
finden. So betrachtet sollte man also eher vor den Konzeptionszwergen
warnen, die ihr Heil fast ausschließlich im Umsetzen oder
- wie es in Denglish heißt - „im doing“ suchen.
mehr->
Vielfalter
Hochschul-PR
Drei große Universitäten, vier künstlerische Hochschulen
und sieben Fachhochschulen, dazu einige private Einrichtungen
– Berlin ist ein gutes Pflaster auch für die Hochschul-PR.
Davon überzeugte sich der Arbeitskreis Wissenschaftskommunikation
bei seinem Science-Stop in der Humboldt-Universität (HU)
am 21. August 2003. Eingeladen hatten die Pressesprecherin der
HU, Susann Morgner, und ihre Kollegin von der Fachhochschule für
Technik und Wirtschaft (FHTW), Gisela Hüttinger. Sie präsentierten
detailliert und durchaus problembewusst Ziele, Instrumente und
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ihrer Einrichtungen
und gingen in einer sehr angeregten und offenen Diskussion keiner
Frage aus dem Wege.
Hochschul-PR in Berlin ist, wie kaum anders zu erwarten, heute
vor allem politische PR – im (haushalts-) poli-tischen „Kampf
um das liebe Geld“. Die Hochschulpolitik steht deshalb im
Vordergrund der Ziele und Inhalte der aktuellen Öffentlichkeitsarbeit:
Reaktionen auf aktuelle Senatsent-scheidungen – Mittelkürzungen,
Standortverlagerungen bzw. deren Stornierung, Vertragsvorlagen
usw. usf. – sind der Öffentlichkeit möglichst
schnell und nachvollzieh-bar zu vermitteln. Den Wert der Hochschule,
ihre Bedeutung am Standort Berlin bewusst zu machen, wird als
vorrangige Aufgabe definiert. Die HU will sich dabei als exzellente
Universität von Weltrang profilieren. Die FHTW mit ihrem
vielfältigen Angebot möchte als einzigartig unter Berlins
Fachhochschulen erkannt werden.
Er ist einer der Bekanntesten in der PR-Szene.
Ein engagierter und
eloquenter Interessenvertreter der Angehörigen freier Berufe
(und ihrer Steuerfragen) in der DPRG. Und eine literarische Entdeckung:
Klaus Skibowski, genannt "-ski". Seine 2002 unter dem
Titel "Wolken über weitem Land" erschienene "Familiengeschichte
aus Masuren" verdient eine breite Öffentlichkeit. Skibowski
setzt darin Masuren, dem ehemals ostpreußischen Land zwischen
Deutschland, Polen und Rußland ein Denkmal, einem "Land,
in dem alle Herrlichkeit auf Erden zu Hause ist."
Eingebettet in die "große Politik" zwischen dem
ausgehenden
19. Jahrhundert und der Nachwendezeit der 1990er Jahre entwirft
der Autor eine über drei Generationen reichende Familien-saga,
die auf authentischen und autobiografischen Grundlagen beruht.
Sie beginnt in einem der eisigen masurischen Winter 1894, in der
Stadt Lyck (heute das polnische Elk) in einer Landschaft, die
geprägt war von "unbegrenzter Weite(,) einmalig im beengten
Europa", in dem Berlin und Preußen weit
weg, Polen und Rußland umso näher waren. Skibowski
beschreibt eine im Winter wie im Sommer farbenprächtige Landschaft
voller Seen und Weite, am äußersten Rande. mehr->
Blick
vom Elfenbeinturm auf gelehrte Gladiatoren:
Zum Konzept Public Understanding of Science and Humanities (PUSH)
Kommunikationsarbeit für wissensbasierte Institutionen wird
immer wichtiger. Für den „Referenzraum“ der DPRG-Landesgruppe
Berlin/Brandenburg gilt das ganz besonders. Ein Merkmal kann die
Hauptstadtregion im europäischen Wettbewerb schon heute aufzeigen:
Nämlich die hohe Dichte universitärer und außerunivesitärer
Einrichtungen. Angesichts chronisch knapper Kassen ist es nicht
so ganz leicht, diese Unique Selling Proposition weiter auszubauen.
Welche konzeptionellen Orientierungspunkte gibt es in dieser Situation
des flächendeckenden Kampfes um die Ressource Aufmerksamkeit?
Vom Vermitteln zum Verständigen
Die Hauptfrage ist: Geht es nur um die Steigerung der Akzeptanz
in der Öffentlichkeit oder um die kritische Begleitung wichtiger
gesellschaft-licher Fragen durch Gelehrte und deren professionales
Umfeld, wie wir sie gerade etwa zum Themenkomplex Genforschung
haben? Die PUSH- Bewegung (Public Understanding of Science and
Humanities) ist hier wegweisend, denn sie zeigt einen integrierten
Ansatz, indem sie auf „öffentliches Verständnis“
und nicht allein auf einen Vermittlungs-anspruch abzielt. Zwischen
Vermitteln und Verständnis schaffen liegen Welten: Hier geht
es nicht um Image-Optimierung mittels klassischer Instrumente,
sondern um einen reflexiven Transfer wissenschaftlichen Wissens
im Sinne einer dialogischen Beziehung zwischen dem System Wissenschaft
und öffentlichen Teilsystemen. Es geht eben um Verständigung.
mehr ->
Terminein Kürze
20.11.2003 Besuch im Kanzleramt
(Members-Only-Termin)
! Leider schon ausgebucht !
Streusandbüchse.de
Informationen für die Mitglieder
der DPRG Berlin/Brandenbrug
Herausgeber: Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) Landesgruppe
Berlin/Brandenburg e.V.