Das Schöne an der Reformdebatte in Deutschland
ist, dass sich die Republik jede Woche mit einem anderen Thema
beschäftigen kann. Interessanterweise ebbt aber die Diskussion
um Bildungsfragen, Hochschulpolitk und die Elite - was immer das
auch sein mag - nicht ab. Vielleicht hat sich doch in den Hinterköpfen
einiger Landsleute der Gedanke geregt, dass es sich in diesem
Falle nicht nur um ein Reförmchen, sondern bei der Frage
nach Wissenschaft und Gesellschaft um eine Kernkompetenz unseres
Landes handelt. Frei nach Max Weber: Wissen kann auch Macht bedeuten.
Berlin und Potsdam sind voll von Orten, in denen heute fleißig
geforscht und gelehrt wird, oder solche, die an frühere Persönlichkeiten
aus Wissenschaft und Kultur erinnern. Selbst Bildungsprofis sind
immer wieder überrascht von der Vielzahl der Universitäten,
Fachhochschulen, Forschungsinstitute und den privaten Initiativen,
die eine eigene Kultur bilden. Und leider immer mehr zur Nischenkultur
werden - ob dies nun Produkt der Bildungspolitik ist - oder ein
Resultat der doch sehr eigenen Nachwuchsbildung innerhalb der
wissenschaftlichen Kreise - sei dahin gestellt. Machen wir uns
nichts vor: Das könnte weitaus besser laufen. Auch die Elite-Initiative
der Regierung wird daran so schnell nichts ändern, denn Elite-Unis
sind der Erfahrung nach gewachsene Institutionen, an denen die
richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammen waren, und zwar Lehrende
sowie Lernende. Verordnete Elite wird uns selbst und auch international
gesehen nicht weiter bringen. Wir können uns aber nach wie
vor unseres Erbes und unserer Stärke, der Wissenskultur,
besinnen und in diese gemeinsam investieren. Das wird erste Klasse!
Ulrike Propach
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