Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 11/April 2004 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Wissenschaftsjourna-lismus - Sprachrohr der Wissenschaft
  Thema
Wissenschaftsstandort Berlin/Brandenburg
  Glosse
Kinder-Uni - ein Erfolgskonzept für Erwachsene
  Ortstermin
Abschied von Prof. Baerns an der Freien Uni Berlin
  Workshopbericht
Bilder und Bericht vom Konzeptionsworkshop
  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Forum Kulturge-schichte der Technik und Wissenschaft
  Kommentar
Die verordnete Elite
  Junioren machen Medien-Workshop
  PR-Patenschaft
  Neue Mitglieder
  Termine
  Impressum
Archiv
 

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Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Kommentar
Wissen als Ressource - Der neue Boom der PR-Fachzeitschriften

Matthias Koch

 

  Im März 2004 ist das neue DPRG-Medium „Kommunikationsmanager“ erschienen. Zusammen mit dem F.A.Z.-Institut hat unser Verband eine niveauvolle publizistische Plattform entwickelt, die sich im Kampf um die Köpfe der Kommunikationsprofis nicht zu verstecken braucht. Dass sich damit der Wettbewerb unter den bereits bestehenden PR-Fachzeitschriften noch einmal verschärfen wird, liegt auf der Hand. Je nach Zählweise kann der interessierte PR-Professional sein Wissen mittlerweile mit mindestens vier fachspezifischen Publikationen erweitern. Hierzu zählen der „PR-Report“ aus Hamburg, das „PR-Magazin“ aus Remagen-Rolandseck, das „Public Relations Forum“ aus Nürnberg und eben der „Kommunikations-manager“ aus Frankfurt. Wenn man „Politik und Kommunikation“ sowie den „Pressesprecher“, beides Medien aus dem Berliner Politikverlag Helios, mit dazu rechnet, sind es sogar sechs PR- Fachmedien. Ganz zu schweigen von den weiteren Branchen-Diensten wie kress, w&v und anderen.

Dieser Boom bei den PR-Fachzeitschriften ist ungewohnt und gibt zum Nachdenken Anlass. Lange Jahre gab es zwei bis drei Fachorgane, die sich mit den besonderen Fragestellungen der PR-Profis beschäftigt haben und die man gelesen haben sollte. Nunmehr hat sich die Pflichtlektüre auf bereits sechs erhöht. Und das für die relativ kleine Leserschar von etwas 30.000 PR-Leuten, die es schätzungsweise in Deutschland gibt. Aber welche Trends, welche Entwicklungen stehen hinter dieser neuen Vielfalt? Hat etwa die Relevanz der PR-Themen zugenommen? Steht der neuen Quantität an Fachmagazinen auch eine neue Qualität an Journalismus gegenüber? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung auf dem PR-Markt und der Entwicklung auf dem Markt der PR-Fachpublikationen?

Zunächst bedeutet der Aufschwung unter den Fachmagazinen auch eine erfreuliche Vielfalt an Meinungen und Hintergründen zu PR-spezifischen Themen. In dieser Breite und auch Tiefe wurden PR-Inhalte bislang nicht diskutiert. Das kann man sicherlich als Indiz für einen zunehmenden Reifegrad der gesamten Branche betrachten: Die PR ist endgültig aus ihren Kinderschuhen heraus. Die Ausdifferenzierung geht jedoch auch damit einher, dass es keiner Publikation mehr gelingt, die gesamte Themenbreite der Kommunikation in den Blick zu nehmen. Ein Gesamtbild von der Unternehmenskommunikation über die Agenturszene bis hin zum Non-Profit-Bereich findet kaum statt, ein Austausch zwischen diesen Segmenten ebenso wenig. In unserer Branche bildet sich offenbar ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ab, sie zerfällt in immer kleinere, in sich abgeschlossene Welten, die sich untereinander nur noch begrenzt austauschen. Das jedoch können sich Kommunikationsprofis auf Dauer nicht leisten, wenn sie als Wissensträger für sich in Anspruch nehmen, zwischen verschiedenen Interessen und gesellschaftlichen Gruppen vermitteln zu können.

Matthias Koch

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