Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 11/April 2004 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Wissenschaftsjourna-lismus - Sprachrohr der Wissenschaft
  Thema
Wissenschaftsstandort Berlin/Brandenburg
  Glosse
Kinder-Uni - ein Erfolgskonzept für Erwachsene
  Ortstermin
Abschied von Prof. Baerns an der Freien Uni Berlin
  Workshopbericht
Bilder und Bericht vom Konzeptionsworkshop
  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Forum Kulturge-schichte der Technik und Wissenschaft
  Kommentar
Die verordnete Elite
  Junioren machen Medien-Workshop
  PR-Patenschaft
  Neue Mitglieder
  Termine
  Impressum
Archiv
 

Streusandbüchse 01/01
Streusandbüchse 02/01
Streusandbüchse 03/01
Streusandbüchse 04/02
Streusandbüchse 05/02
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Streusandbüchse 07/02
Streusandbüchse 08/03
Streusandbüchse 09/03
Streusandbüchse 10/04
Streusandbüchse 11/04

 
 
Forum Kulturgeschichte der Technik und Wissenschaft

Das Deutsche Technikmuseum Berlin ist zweifellos ein Publikumsmagnet -
mit fast 400.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2003 gehört es zu den
bestbesuchten Museen Berlins. Betrachtet man die gesamte Stiftung, zu
der auch das Science Center Spectrum, das Zucker-Museum, die
Archenhold-Sternwarte und das Zeiß-Großplanetarium gehören, wächst die
Zahl um weitere Zehntausende.

Was treibt eigentlich die Menschen dazu, ins Museum zu gehen - oder
umgekehrt: Wie kommt es, dass ein Museum mit seinen Ausstellungen die
Menschen anzieht? Zunächst ist ein Museum der Ort, an dem das kulturelle Gedächtnis einer Stadt, eines Landes bewahrt wird. Das geschieht durch das Sammeln,
Bewahren, Erforschen und Ausstellen bzw. Vermitteln von Objekten und
Dokumenten. Als Grundlage der musealen Arbeit des Technikmuseums gilt
die Erkenntnis, dass die Menschheitsgeschichte ohne die Wissenschafts-
und Technikgeschichte nicht denkbar ist und diese wiederum ohne den
Hintergrund der Menschheitsgeschichte nicht zu verstehen ist. Das
bedeutet: Die Geschichte der Technik und Wissenschaften kann nicht
isoliert, sondern nur in einem vielfältigen Beziehungsnetz erforscht,
dokumentiert und ausgestellt werden. Bei dieser Aufgabenstellung
arbeiten alle Häuser der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin eng
zusammen.

Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Mensch und Technik
bzw.Wissenschaft, die auch in der "künstlichen Situation" der
Ausstellung zwischen den Objekten und den Besucherinnen und Besuchern,
u.a. mit Hilfe des Betreuungspersonals, hergestellt werden muss: die
vielleicht schwierigste, aber ureigenste Aufgabe des Museums.
Das Objekt, das vorher nach allen Regeln der Wissenschaft auf seine -
oft anhand der Gebrauchsspuren noch gut sichtbare - Geschichte befragt
worden ist, wird auf seine Funktion, Herstellung, seinen Zweck und die
möglichen Folgen hin untersucht und in den historischen Zusammenhängenpräsentiert. Es bedarf also einer vielfältigen Forschungsarbeit, damit eine Ausstellung nicht nur besucherattraktiv ist, sondern auch dem Stand der Wissenschaft entspricht.

So sieht sich das Technikmuseum als eine geschichtswissenschaftliche
Einrichtung und verfügt über umfangreiche Archive und eine der größten
technikhistorischen Bibliotheken Deutschlands.
Die Forschungsthemen, welche die Spezifik des Museums ausmachen, werden zur Zeit in einer Arbeitsgruppe diskutiert und definiert. Das Ergebnis wird die Formulierung eines klaren Forschungsprofils sein, das dem Alleinstellungsmerkmal des Museums und der Stiftung entspricht. Bereits jetzt gehören die Objektforschung einschließlich Sammlungsgeschichte, Gestaltstrukturanalyse und Entwicklung neuer Konservierungs- und Restaurierungsmethoden sowie weitergehende Forschungen zur Technikgeschichte und -anwendung in der Zeit des Nationalsozialismus, z.B. im Bereich der Deutschen Reichsbahn und ihrer Rolle bei der Durchführung der Transporte in die Vernichtungslager sowie im Bereich der Luftfahrt, zu den Schwerpunkten der Forschungsarbeit.
Kooperationen mit anderen Museen und Forschungseinrichtungen, eine
fundierte wissenschaftliche Volontärsausbildung sowie verstärkte
Einwerbung bzw. Ausrichtung wissenschaftlicher Veranstaltungen gehören zu diesem Forschungsprofil.

Allerdings darf alle Forschung und Wissenschaft kein Selbstzweck sein.
Im Mittelpunkt der Arbeit werden immer die - möglichst zufriedenen
-Besucherinnen und Besucher aller Zielgruppen stehen, die das Museum als spannenden, attraktiven Bildungs- und Kommunikationsort erleben wollen und sollen - als Forum Kulturgeschichte der Technik und Wissenschaft. Es wird sich im Zuge der EU-Erweiterung zunehmend auch nach Osten hin öffnen und neue Besucherkreise erschließen.

Maria Borgmann


Restauration eines U-Bootes für den neuen
Schiffs-Flügel des Technik-Museums



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