Das Deutsche Technikmuseum Berlin ist zweifellos ein Publikumsmagnet
-
mit fast 400.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2003 gehört
es zu den
bestbesuchten Museen Berlins. Betrachtet man die gesamte Stiftung,
zu
der auch das Science Center Spectrum, das Zucker-Museum, die
Archenhold-Sternwarte und das Zeiß-Großplanetarium
gehören, wächst die
Zahl um weitere Zehntausende.

Was treibt eigentlich die Menschen dazu, ins Museum zu gehen -
oder
umgekehrt: Wie kommt es, dass ein Museum mit seinen Ausstellungen
die
Menschen anzieht? Zunächst ist ein Museum der Ort, an dem
das kulturelle Gedächtnis einer Stadt, eines Landes bewahrt
wird. Das geschieht durch das Sammeln,
Bewahren, Erforschen und Ausstellen bzw. Vermitteln von Objekten
und
Dokumenten. Als Grundlage der musealen Arbeit des Technikmuseums
gilt
die Erkenntnis, dass die Menschheitsgeschichte ohne die Wissenschafts-
und Technikgeschichte nicht denkbar ist und diese wiederum ohne
den
Hintergrund der Menschheitsgeschichte nicht zu verstehen ist.
Das
bedeutet: Die Geschichte der Technik und Wissenschaften kann nicht
isoliert, sondern nur in einem vielfältigen Beziehungsnetz
erforscht,
dokumentiert und ausgestellt werden. Bei dieser Aufgabenstellung
arbeiten alle Häuser der Stiftung Deutsches Technikmuseum
Berlin eng
zusammen.

Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Mensch und Technik
bzw.Wissenschaft, die auch in der "künstlichen Situation"
der
Ausstellung zwischen den Objekten und den Besucherinnen und Besuchern,
u.a. mit Hilfe des Betreuungspersonals, hergestellt werden muss:
die
vielleicht schwierigste, aber ureigenste Aufgabe des Museums.
Das Objekt, das vorher nach allen Regeln der Wissenschaft auf
seine -
oft anhand der Gebrauchsspuren noch gut sichtbare - Geschichte
befragt
worden ist, wird auf seine Funktion, Herstellung, seinen Zweck
und die
möglichen Folgen hin untersucht und in den historischen Zusammenhängenpräsentiert.
Es bedarf also einer vielfältigen Forschungsarbeit, damit
eine Ausstellung nicht nur besucherattraktiv ist, sondern auch
dem Stand der Wissenschaft entspricht.
So sieht sich das Technikmuseum als eine geschichtswissenschaftliche
Einrichtung und verfügt über umfangreiche Archive und
eine der größten
technikhistorischen Bibliotheken Deutschlands.
Die Forschungsthemen, welche die Spezifik des Museums ausmachen,
werden zur Zeit in einer Arbeitsgruppe diskutiert und definiert.
Das Ergebnis wird die Formulierung eines klaren Forschungsprofils
sein, das dem Alleinstellungsmerkmal des Museums und der Stiftung
entspricht. Bereits jetzt gehören die Objektforschung einschließlich
Sammlungsgeschichte, Gestaltstrukturanalyse und Entwicklung neuer
Konservierungs- und Restaurierungsmethoden sowie weitergehende
Forschungen zur Technikgeschichte und -anwendung in der Zeit des
Nationalsozialismus, z.B. im Bereich der Deutschen Reichsbahn
und ihrer Rolle bei der Durchführung der Transporte in die
Vernichtungslager sowie im Bereich der Luftfahrt, zu den Schwerpunkten
der Forschungsarbeit.
Kooperationen mit anderen Museen und Forschungseinrichtungen,
eine
fundierte wissenschaftliche Volontärsausbildung sowie verstärkte
Einwerbung bzw. Ausrichtung wissenschaftlicher Veranstaltungen
gehören zu diesem Forschungsprofil.
Allerdings darf alle Forschung und Wissenschaft kein Selbstzweck
sein.
Im Mittelpunkt der Arbeit werden immer die - möglichst zufriedenen
-Besucherinnen und Besucher aller Zielgruppen stehen, die das
Museum als spannenden, attraktiven Bildungs- und Kommunikationsort
erleben wollen und sollen - als Forum Kulturgeschichte der Technik
und Wissenschaft. Es wird sich im Zuge der EU-Erweiterung zunehmend
auch nach Osten hin öffnen und neue Besucherkreise erschließen.
Maria Borgmann

Restauration eines U-Bootes für den
neuen
Schiffs-Flügel des Technik-Museums
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