in dieser 11. Streusandbuechse.de geht es uns um das Verhältnis
von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Der Vorstand der DPRG-Landesgruppe
Berlin/Brandenburg gelangte auf seiner letzten Klausurtagung zu
der Überzeugung, dass hier einiges im Argen liegt. In der viel
zitierten Hauptstadtregion liegt das Besondere eben nicht allein
im vermehrten Aufkommen politischer Entscheidungsträger. Die
kommen und gehen ja bekanntlich früher oder später auch
wieder ...
Was aber für die Entwicklung unserer Region auf Dauer bleibt,
sind die auffällig vielen wissensbasierten Institutionen: die
Universitäten, die außeruniversitären Einrichtungen
wie die der Leibniz-Gemeinschaft (www.wgl.de)
und auch die zahlreichen privaten Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen.
Diese brauchen in Zeiten knapper öffentlicher Kassen und wirrer
Kürzungspläne mehr denn je eine belastbare, professionelle
Kommunikationsberatung. mehr->
Sprachrohr
der Wissenschaft? Wissenschaftsjournalismus
versteht sich oft als Öffentlichkeitsarbeit für die
Wissenschaft
Von
Winfried Göpfert
Wissenschaft kommt heute in gut gemachten
Zeitungen überall vor, nicht nur auf eigenen Seiten oder
in speziellen Spalten. Wissenschaft wird zur Hintergrundinfo genutzt
und sichert die Seriosität des Serviceteils. Natürlich
gibt es das Ressort noch, die klassische Wissenschaftsredaktion,
die ihre speziellen Seiten füllen will. Gerade die Zeitungen
in Berlin-Brandenburg mit einem großen Anteil an wissenschaftsorientierten
Lesern müssen berichten, was in den Labors los ist und wie
der Stand der Wissenschaft in den einzelnen Disziplinen ist.
Wissenschaftsjournalisten haben häufig ein besonderes Verhältnis
zu ihren Quellen. Überdurchnittlich häufig haben sie
ein wissenschaftliches Studium absolviert, häufig aus den
Naturwissenschaften, sie haben eine besondere Nähe zur Wissenschaft
und fühlen sich oft als deren Propagandisten. Das passt eigentlich
nicht zur Distanz, die ein Journalist zum Gegenstand seiner Berichterstattung
haben sollte.
Ein wichtiges Qualitäts-Kriterium im Journalismus ist beispielsweise,
wie viele Quellen zitiert werden. In den Artikeln auf den Wissenschaftsseiten
von acht überregionalen Tages- und Wochenzeitungen in Deutschland,
die wir über ein halbes Jahr hin untersucht haben, wurde
vielfach nur eine einzige Quelle zitiert. Rund 40 Prozent der
Artikel ließen sich direkt auf einen größeren
Bericht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift zurückführen.
Bei den Tageszeitungen beschränkten sich die Artikel in rund
80 Prozent aller Fälle auf diese einzige Quelle. mehr->
„Auch eine Stadt der Dienstleistungen wie Berlin braucht neben
einem industriellen Rückgrat Forschung und Technologie. Die
Wissenschaftsstadt Berlin hat dies erkannt und bietet mit ihren
Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen
tausenden von Wissenschaftlern gute Rahmenbedingungen für ihre
alltägliche Arbeit. Hier sehen wir unsere Chancen für
die Zukunft, hier eröffnen sich die Entwicklungsspielräume
...“. Das meint Berlins Regierender Klaus Wowereit in der
berlinboxx im Internet. Über Brandenburg sagt er da nichts.
Ist ja auch nicht seine Baustelle. Oder? Nun ist das Internet, wie
wir alle wissen, geduldiger als manche Vertreter der denkenden Zunft.
Und angesichts solch vollmundiger Versprechungen tut sich die unübersehbare
Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf.
Dass tausende von Wissenschaftlern gute Rahmenbedingungen für
ihre alltägliche Arbeit haben, wirkt vor der Hintergrundfolie
unendlicher Streichdebatten des Berliner Senats zynisch. Es ist
eher so, dass sich zurzeit tausende von Wissenschaftlern in ihrer
Existenz – auch durch die Wissenschaftspolitik von Edelgard
Bulmahn - gefährdet sehen. Darüber können auch versteckte
Sonntagsreden nicht hinwegtäuschen.
Dabei liegen die wenigen Potenziale, die unsere Hauptstadtregion
hat, vor allem in den so genannten wissensbasierten Institutionen. mehr->
Kinder-Uni
– ein Erfolgskonzept für Erwachsene
von Achim Kühne-Henrichs
Laura sitzt in Reihe 36, Platz 42. Sehr aufmerksam hört sie
zu und notiert die wichtigsten Stichpunkte. Lautverschiebung. Lautveränderung.
Donnerstag, 26. Februar 2004. Berlin, Unter den Linden. Humboldt-Universität.
Vorlesung von Frau Professor Karin Donhauser, Lehrstuhl für
Geschichte der Deutschen Sprache am Institut für deutsche Sprache
und Linguistik. Ihr Thema: „Warum gibt es so viele verschiedene
Sprachen auf der Welt.“
Gekommen sind an diesem Donnerstag Nachmittag um 17.00 Uhr rund
700 junge Leute, die das Audimax bis auf den letzten Platz füllen.
Eine spannende Frage wird behandelt, auf die es, wie wir erfahren,
nicht nur die altbekannte Antwort vom Turmbau zu Babel gibt. Vielmehr,
so erklärt Frau Professor und läuft dabei vorne auf der
Bühne frei sprechend hin und her, weiß die Sprachwissenschaft
inzwischen, dass Sprachvielfalt durch Sprachwandel entsteht. Sprachwandel
verändert die Laute, den Sprachbau und den Wortschatz von Sprachen.
Sprachverwandt-schaft gibt dabei Hinweise auf den Weg, den Sprachen
in ihrer Entwicklung zurückgelegt haben.
Neben Laura sitzt Verena. Auch sie notiert einige Stichworte auf
dem mitgebrachten Zettel. Sprachvielfalt, Sprachwandel, Sprachverwandtschaft.
Von Zeit zu Zeit schaut sie zu Laura auf deren Blatt, ob sie auch
alles richtig auf- bzw. abgeschrieben hat. Dazu entsteht auf dem
Notizblatt mit der Zeit eine hübsche Blümchenwiese.
Lars, Reihe 32, Platz 28, hat vom stillen Sitzen so ein Kribbeln
im ganzen Körper. Mit den Armen greift er über den Kopf,
zupft sich links, kratz sich rechts, wackelt mit dem Kopf, rollt
sich in der engen Sitzreihe so gut es geht ein, streckt sich wieder
aus. Will nicht laut sein. Stört aber doch. Laura schaut genervt
rüber. Kann der nicht einfach mal ordentlich mitschreiben? mehr->
Ortstermin
Quo vadis
Public Relations? Barbara Baerns verabschiedet sich von der
Freien Universität Berlin
Die Veranstaltung hieß zwar: Quo vadis Public Relations?
– Doch zunächst einmal kamen alle zu einer Institution
deutscher Öffentlichkeitsarbeit: Studenten und Absolventen,
Assistenten und Mitarbeiter, Kollegen aus Wissenschaft und Praxis,
Bekannte, Freunde – und natürlich ihr Mann. Sie alle
strömten am 19. Februar 2004 diesen Jahres zur Verabschiedung
von Barbara Baerns in den Henry Ford Bau der Freien Universität.
Und Prof. Dr. Barbara Baerns, Leiterin des Studienschwerpunktes
Öffentlichkeitsarbeit des Instituts für Publizistik
und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin
ließ sich feiern. Es sprachen der FU-Vizepräsident
Prof. Werner Väth, der Frau Baerns feierlich ihre Urkunde
überreichte, nicht ohne zu betonen, dass er sich leider vergeblich
darum bemüht habe, die PR-Spezialistin zum Bleiben zu bewegen,
des Weiteren der Institutsleiter Prof. Gernot Wersig, der Leipziger
Professorenkollege Günter Bentele und der Präsident
der Deutschen Public Relations Gesellschaft Jürgen Pitzer.
Doch der Reihe nach: Zunächst ging es um die angekündigte
Podiumsdiskussion: Quo vadis Public Relations? – der Abschlussveranstaltung
einer Vorlesungsreihe im Wintersemester 2003/04 zum Thema: Öffentlichkeitsarbeit
– Praxis, Analyse, Reflexion. Text
ganz lesen->oder gleich zu mehr Bildern ->
Konzeptionsworkshop
vom Feinsten Ein Bericht von Christoph Blase
In Zeiten grassierender Konzeptionslosigkeit, in Zeiten von Schnellschüssen
und Rückziehern, von Unausgegorenem und Halbherzigem schien
es an der Zeit, guter PR-Konzeption eine Lanze zu brechen und
ein Seminar anzubieten.
Konzeption? Kenn ich, kann ich, mach’ ich jeden Tag! So
mochte vielleicht bei vielen die erste Reaktion gewesen sein.
Doch 25 gestandene PR- und Konzeptionsprofis folgten am 28. Februar
2004 dem „Weiterbildungs-Ruf“ der DPRG-Landesgruppe
nach Berlin, der von Christoph Blase vorbereitet worden war.
Knapp die Hälfte aller Teilnehmer kam aus Niedersachsen
und einer sogar aus dem fernen Bremen. Sie ließen sich von
den Fachbuchautorinnen Renée Hansen und Stephanie Schmidt
von – möglicherweise bestehenden – Trampelpfaden
weglocken und neue Sichtweisen und Ansätze präsentieren.
Die Dozentinnen reflektierten und trainierten vornehmlich diejenigen
Passagen im Konzeptionsprozess, die erfahrungsgemäß
die größten Anforderungen an Urteilsvermögen und
denkerischer Disziplin stellen. Und das alles mit großem
Erfolg und zur Zufriedenheit aller Teilnehmer.
Kontakt und nähere Informationen in der Landesgruppe Berlin/Brandenburg:
Christoph Blase
Hier gibt es einige Bilder
Wissen als Ressource - Der
neue Boom der
PR-Fachzeitschriften
Im März 2004 ist das neue DPRG-Medium „Kommunikationsmanager“
erschienen. Zusammen mit dem F.A.Z.-Institut hat unser Verband
eine niveauvolle publizistische Plattform entwickelt, die sich
im Kampf um die Köpfe der Kommunikationsprofis nicht zu verstecken
braucht. Dass sich damit der Wettbewerb unter den bereits bestehenden
PR-Fachzeitschriften noch einmal verschärfen wird, liegt
auf der Hand. Je nach Zählweise kann der interessierte PR-Professional
sein Wissen mittlerweile mit mindestens vier fachspezifischen
Publikationen erweitern. Hierzu zählen der „PR-Report“
aus Hamburg, das „PR-Magazin“ aus Remagen-Rolandseck,
das „Public Relations Forum“ aus Nürnberg und
eben der „Kommunikationsmanager“ aus Frankfurt. Wenn
man „Politik und Kommunikation“ sowie den „Pressesprecher“,
beides Medien aus dem Berliner Politikverlag Helios, mit dazu
rechnet, sind es sogar sechs PR- Fachmedien. Ganz zu schweigen
von den weiteren Branchen-Diensten wie kress, w&v und anderen.
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Forum Kulturgeschichte der Technik und
Wissenschaft
Das Deutsche Technikmuseum Berlin ist zweifellos ein Publikumsmagnet
- mit fast 400.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2003 gehört
es zu den
bestbesuchten Museen Berlins. Betrachtet man die gesamte Stiftung,
zu der auch das Science Center Spectrum, das Zucker-Museum, die
Archenhold-Sternwar-te und das Zeiß-Großplanetarium
gehören, wächst die Zahl um weitere Zehntausende.
Was treibt eigentlich die Menschen dazu, ins Museum zu gehen -
oder
umgekehrt: Wie kommt es, dass ein Museum mit seinen Ausstellungen
die Menschen anzieht ? Zunächst ist ein Museum der Ort, an
dem das kulturelle Gedächtnis einer Stadt, eines Landes bewahrt
wird. Das geschieht durch das Sammeln,
Bewahren, Erforschen und Ausstellen bzw. Vermitteln von Objekten
und Dokumenten. Als Grundlage der musealen Arbeit des Technikmuseums
gilt die Erkenntnis, dass die Menschheitsgeschichte ohne die Wissenschafts-
und Technikgeschichte nicht denkbar ist und diese wiederum ohne
den
Hintergrund der Menschheitsge-schichte nicht zu verstehen ist.
Das
bedeutet: Die Geschichte der Technik und Wissenschaften kann nicht
isoliert, sondern nur in einem vielfältigen Beziehungsnetz
erforscht, dokumentiert und ausgestellt werden. Bei dieser Aufgabenstellung
arbeiten alle Häuser der Stiftung Deutsches Technikmuseum
Berlin eng
zusammen.
Im Vordergrund steht die Beziehung zwischen Mensch und Technik
bzw.Wissenschaft, die auch in der "künstlichen Situation"
der
Ausstellung zwischen den Objekten und den Besucherinnen und Besuchern,
u.a. mit Hilfe des Betreuungspersonals, hergestellt werden muss:
die vielleicht schwierigste, aber ureigenste Aufgabe des Museums.
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Kommentar
Die verordnete Elite
Das Schöne an der Reformdebatte in Deutschland
ist, dass sich die Republik jede Woche mit einem anderen Thema
beschäftigen kann. Interessanterweise ebbt aber die Diskussion
um Bildungsfragen, Hochschulpolitk und die Elite - was immer das
auch sein mag - nicht ab. Vielleicht hat sich doch in den Hinterköpfen
einiger Landsleute der Gedanke geregt, dass es sich in diesem
Falle nicht nur um ein Reförmchen, sondern bei der Frage
nach Wissenschaft und Gesell-schaft um eine Kernkompetenz unseres
Landes handelt. Frei nach Max Weber: Wissen kann auch Macht bedeuten.
Berlin und Potsdam sind voll von Orten, in denen heute fleißig
geforscht und gelehrt wird, oder solche, die an frühere Persönlich-keiten
aus Wissenschaft und Kultur erinnern. Selbst Bildungsprofis sind
immer wieder überrascht von der Vielzahl der Universitäten,
Fachhochschulen, Forschungs-institute und den privaten Initiativen,
die eine eigene Kultur bilden. Und leider immer mehr zur Nischenkultur
werden - ob dies nun Produkt der Bildungspolitik ist - oder ein
Resultat der doch sehr eigenen Nachwuchs-bildung innerhalb der
wissenschaft-lichen Kreise - sei dahin gestellt. Machen wir uns
nichts vor: Das könnte weitaus besser laufen. Auch die Elite-Initiative
der Regierung wird daran so schnell nichts ändern, denn Elite-Unis
sind der Erfahrung nach gewachsene Institutionen, an denen die
richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammen waren, und zwar Lehrende
sowie Lernende. Verordnete Elite wird uns selbst und auch international
gesehen nicht weiter bringen. Wir können uns aber nach wie
vor unseres Erbes und unserer Stärke, der Wissenskultur,
besinnen und in diese gemeinsam investieren. Das wird erste Klasse!
Alles was Recht ist: Ein Gesetzent-wurf gegen unberechtigtes
Fotogra-fieren im privaten Lebensbereich durch Spy- und WebCams
sowie Foto-Handys gab den Anstoß, dass wir Junioren uns
einmal wieder näher mit dem juristischen Rahmen von PR befassen
könnten. Deshalb organisierten wir zusammen mit der Berliner
Kanzlei Nikolov Plüschke
Thal und der PR-Agentur MNS-PR
und Events Anfang Februar 2004 einen Workshop zu Rechtsfragen
in der Presse- und Öffentlichkeits-arbeit im Berliner Dussmann-Haus.
Neben einem allgemeinen Überblick ging der Referent, Michael
Plüschke, auch auf die speziellen Fragen der 12 Teilnehmer
ein und stellte aktuelle und geplante Gesetzesänderungen
vor. Hier auch die jetzt anstehende UWG-Novelle, bei der falsche
Angaben über Größe, Alter und Bedeutung des eigenen
Unterneh-mens bis zur Gewinnabschöpfung durch getäuschte
Geschäftspartner und Konkurrenten führen kann. Das Gelernte
konnten wir nach Ende in einem umfassenden Skript nach Hause tragen.
Eine Wiederholung noch in diesem Jahr ist angedacht.
Bis dahin sei zur Lektüre das wohl umfangreichste Buch zu
diesem Thema empfohlen: „Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung“
von Karl E. Wenzel.
PR-Patenschaft hilft sozial
engagierten Unternehmen
Als Junior und Neueinsteiger mit wenig Erfahrung trotzdem
PR-Projekte von A – Z betreuen und dabei auch noch Gutes tun
– das geht jetzt im Rahmen der PR-Patenschaft in Hamburg.
Unter dieser Überschrift haben unsere DPRG-Kollegen dort Ende
letzten Jahres die Zusammenarbeit mit dem Projekt Start Social von
McKinsey in die Wege geleitet, das sozial engagierte Unternehmungen
fördern will.
Die Idee ist, dass Berufseinsteiger mit möglicherweise wenig
praktischer Projektverantwortung die Chance erhalten, genau diese
Erfahrung zu machen und die beratende Verantwortung für die
Kommunikation eines Projekts übernehmen. Ihnen zur Seite stehen
PR-Profis, die ein Feedback-Forum für die sich engagierenden
Junioren bilden, das per E-Mail und in Beratungsgesprächen
Lösungen entwickeln hilft. Diese „Mentoren“ vereinbaren
die Kommunikations-wege und den Turnus Ihrer Rückmeldung mit
den von Ihnen betreuten Junioren. mehr->
Termine
01.04.2004, 19:00 Uhr,
Kleiner Jour Roulant
im Schwarzenraben,
Neue Schönhauser Str. 13,
10178 Berlin-Mitte . www.schwarzenraben.de
Streusandbüchse.de
Informationen für die Mitglieder
der DPRG Berlin/Brandenbrug
Herausgeber: Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) Landesgruppe
Berlin/Brandenburg e.V.