Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 11/April 2004 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
Inhalt
  Editorial
  Thema
Die Osterweiterung der Europäischen Union –
  Thema
Mehr Europa
  Ortstermin
Europäische Schnipsel
  Thema
Schlafes Bruder
an der Oder
  Portrait
Gerhard Sabathil
 

Ortstermin
Baustellenbesuch am
Lehrter Bahnhof

  Kommentar
Kochs Rezepte und Reflexionen
  Literaturtipps
Internationale PR
 

Thema
Ost-PR

 

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Koch’s Rezepte und Reflektionen
Vom Osten lernen, heißt ...

Matthias Koch

 

  ...siegen lernen“ hätte es vor zwei Jahrzehnten noch von offizieller, ostdeutscher Seite geheißen. Heute tut man sich mit derlei Polit-Parolen schwer, und zwar mit beiden Elementen, die in diesem Spruch stecken: mit dem „Siegen“ wie auch mit dem „Lernen“. Anders herum betrachtet: Wie könnte man sich denn, aus heutiger Sicht gesehen, am „Osten“ ein Beispiel nehmen? Jetzt, wo in den neuen Ländern die Montagsdemonstranten marschieren, miese Stimmung herrscht und häufig von rechtsradikalen Übergriffen berichtet wird, ausgerechnet jetzt also soll man etwas Positives vom „Osten“ lernen können. Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Oder reine Provokation?

Keineswegs. Bei genauerer Betrachtung kann man viel vom „Osten“ lernen. Wobei unter „Osten“ weniger die neuen Bundesländer inklusive Berlin und Brandenburg gemeint sind, sondern vor allem die angrenzenden europäischen Nachbar-Regionen, die spätestens seit der EU-Osterweiterung im Mai diesen Jahres in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt sind. Gemeint sind also insbesondere die neuen baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen) ebenso wie Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Diesen Ländern sollte in nächster Zeit unsere besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das gilt insbesondere für Kommunikationsprofis. Warum? Schlicht deshalb, weil man dort eine Menge Neues kennen lernen kann. Es handelt sich um wachsende Volkswirtschaften, die sich international orientieren. Vielen dieser jungen Staaten gelingt es augenschein-lich zur Zeit deutlich besser als Deutschland, das Bild des alten Europa in frischen Farben zu malen.

Für Kommunikations-Professionals in Mark und Metropole bedeutet dies in nächster Zeit: Wir werden uns darum bemühen, insbesondere im kommenden Jahr vermehrt Veranstaltungen anzubieten, die sich unter dem Dachthema „EU-Osterweiterung“ mit kommunikationsspezifischen Fragestellungen und Themen beschäftigen. Ein Anfang wurde schon in diesem Jahr mit dem „Strategietag Ost“ in Halle sowie mit dem Besuch der Polnischen Botschaft in Berlin gemacht.

Im Jahr 15 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gehören m.E. deshalb sowohl alt-sozialistische Siegesparolen als auch das überholte Klischee vom „schrecklichen Osten“ zum alten Eisen. Sobald beides aus den Köpfen und Herzen verschwunden ist, kann das neue alte Europa zusammen wachsen.

Matthias Koch



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