Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 12/Oktober 2004 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
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Die Osterweiterung der Europäischen Union –
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Ost-PR
Der polnische PR-Markt

EU – Osterweiterung, Polen, neuer Markt, neue Chancen, Herausforderungen der Stunde! Alle diese Begriffe sind nicht nur den PR – Beratern bekannt. Wo stecken aber diese Potenziale und Chancen, wenn man über Polen wenige Informationen hat? Wie sieht die PR -Branche bei dem größten östlichen Nachbarn Deutschlands und zugleich größtem neuen EU -Land aus?

Was sagt die Statistik? Eine der interessanten Untersuchungen über den polnischen PR-Markt wurde Anfang 2000 durchgeführt. Die Datenerhebung für das PR-Verständnis und die Aktivitäten in Polen wurden in einem Methodenmix-Verfahren aus Befragung und Interview mittels Fragebogen gewonnen. Hierbei wurde eine repräsentative Gruppe von 374 einheimischen polnischen Firmen befragt. In den Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen kamen Manager und Mitarbeiter zu Wort. Die Unternehmen wurden nach ihrem Gründungsdatum vor und nach 1989 und nach Branchen kategorisiert, die Mitarbeiterzahl wurde in unter und über 50 eingestuft.

Die Ergebnisse zeigen, dass die vor 1989 gegründeten polnischen Firmen häufiger PR betreiben (36,8 Prozent) als die neuen (22,36 Prozent). Fast 28 Prozent der Organisationen gaben an, mit den Medien zusammen zu arbeiten, 26,18 Prozent nutzen Veröffentlichungen zur Verbesserung des Firmenimages. Aber lediglich 3,46 Prozent führen Imagekampagnen durch und 2,31 Prozent betreiben eine präventive Krisen- PR.

Hier fehlt also professionelle PR. Womit ist das zu begründen? Sind sich die Firmen der Wichtigkeit von PR für langfristige Ziele nicht bewusst?

Hierfür liefert die Umfrage einige Antworten: Den Unterschied zwischen Werbung und PR kennen lediglich 12 Prozent der Mitarbeiter und ca. 40 Prozent haben von PR noch nie gehört.

Das bestätigt auch die Zuweisung der PR-Aufgaben in der Unternehmenshierarchie.


Vorläufige Wirtschaftskrise?
52 Prozent der befragten Firmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen exportieren, geben zu, die PR vernachlässigt zu haben, weil dafür Finanzmittel oder qualifizierte Mitarbeiter fehlen. Anzeichen einer Wirtschaftskrise? Die Profis wären jedenfalls bestimmt gekommen, wenn sie gebraucht und entsprechend entlohnt worden wären.

Zu den meisten PR-Nutzern zählen Handelsfirmen (54,8 Prozent), aber nur 15,07 Prozent der Produktionsorganisationen betreiben PR bewusst. Die meisten PR-Aktivitäten werden in den Firmen mit Fremdkapital betrieben. Von der Erfahrung, dass die PR-Aktivitäten noch nicht ausgeprägt sind, sprechen auch die PR-Praktiker. Sie finden seitens der Leitung kaum Verständnis und Unterstützung für ihre Arbeit. Nur 24,79 Prozent der befragten Firmen gaben an, sie sähen keine Hindernisse bei ihrer PR-Entwicklung.

Gleichwohl ist ein großer Markt vorhanden: 38, 219 Millionen Menschen, darunter 62 Prozent in den Städten sprechen dafür. Und die jährlichen PR-Ausgaben wachsen - im Jahr 2003 waren es 35 Mio. €.

Die ersten grenzüberschreitenden Projekte sind nach der EU-Erweiterung schon da. Die Wojewodschaft Westpommern (Zachodniopomorskie) braucht zum Beispiel Branding-Spezialisten. Und in Berlin hat die DPRG- Landesgruppe Berlin/Brandenburg im Juli 2004 ein interessantes Treffen in der polnischen Botschaft organisiert. Es gilt: Wer schnell agiert, der gewinnt.

Mikolay Masluk

Kontakt:Masluk@gmx.net





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