
Thorsten Lützer |
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Aus deutscher Sicht
ist es unvorstellbar, wie erfolgreich der britische PR-Verband
„The Institute of Public Relations“ immer schon arbeitet.
Übertroffen wird dieser Trend durch die aktuellen Zahlen
für 2004, die jetzt veröffentlicht wurden. Demnach stieg
der Umsatz allein im vergangenen Jahr um 30 Prozent, verursacht
durch einen Rekordanstieg bei den Mitgliederzahlen (über
8000) sowie durch gute Erfolge bei IPR Events und Aktivitäten.
Doch wie erklärt sich dieser Erfolg, angesichts eher kümmerlicher
PR-Versammlungen anderer Länder? Vom Prinzip her scheint
der Aufbau und die Struktur ähnlich wie z.B. bei der DPRG
– es gibt eine zentrale Geschäftsstelle in London sowie
dreizehn nach Regionen geordnete Arbeitskreise, geführt von
ehrenamtlichen „Regional Chairs“. Dazu kommen sechzehn
Themengruppen, in denen sich Interessierte der Bereiche wie z.B.
„International PR“, „Corporate Social Responsibility“
oder auch „Marketing Communications“ austauschen.
Geführt werden diese ebenfalls von einem ehrenamtlichen Chairman.
Allerdings sind die Dimensionen entsprechend anders als z.B. in
Deutschland. In der Geschäftstelle arbeiten fast 30 Festangestellte
(in den Bereichen „Membership/Administration“, „Marketing“,
„PR“, „Events“, „Policy/Public Affairs“,
„Trainings“, „Education“ und „Information
Services/Online“) plus ein hauptberuflicher Director General,
Colin Farrington. Dazu kommt ein jährlich neu gewählter
Präsident, der durch ein ehrenamtliches Executive Committee
unterstützt wird. Alle Strukturen sind straff und professionell
organisiert, von verstaubten Verbandsstuben ist nichts zu sehen.
Das IPR hat enge Verbindungen mit sechzehn Universitäten
in Großbritannien, die allesamt das vom IPR zertifizierte
Diploma oder einen anderen zertifizierten PR-Studiengang anbieten.
Nicht nur junge Studenten sondern auch erfahrene Profis werden
zu einem CPD (Continuous Professional Development) Programm gebeten,
um sich langfristig den sich wandelnden Anforderungen des Berufes
anzupassen. Dazu gehört u.a. auch die Teilnahme an IPR-eigenen
Workshops und Konferenzen. Auch wenn es in UK andere Kursanbieter
gibt – ein Teil des Erfolges liegt sicherlich in der strategischen
Ausrichtung des IPR, alle Aktivitäten unter einem Dach zu
bündeln. So ließen sich in den vergangenen Jahren immer
mehr Mitglieder und Einnahmen verbuchen. Und es gibt noch einen
Unterschied: In Großbritannien möchten die Mitglieder
einen starken Verband, und bauen ihn selbst mit auf. Dies ist
nicht überall der Fall.
Der Autor arbeitete fast zwei Jahre in den Bereichen Verbandsstrategie
und Public Affairs für den britischen PR Verband in London.
Derzeit ist er Berater bei komm.passion güttler+klewes und
DPRG-Juniorensprecher für die Region Rheinland/ Düsseldorf.
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