
| Ausgabe 14 / Oktober 2005 | |||
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Kommentar„Kochs Rezepte und Reflektionen“Zusammen wachsen – Ein Plädoyer für das KooperationsprinzipDer September 2005 war der Monat der Branchentreffen auf Bundesebene: PR-Preis-Gala der DPRG und des FAZ-Instituts in Wiesbaden, die Geburtstagsfeier zum 40sten des PR-Reports in Hamburg sowie last but not least der Kommunikationskongress mit Speakersnight des Pressesprecherverbandes (BdP) in Berlin. Wer live dabei war, konnte feststellen: die PR-Industrie hierzulande ist erwachsen geworden. Egal ob Gala, Geburtstagsfeier oder Kongress: Allen Events kann man nur qualitativ wie quantitativ gutes professionelles Niveau bescheinigen. Und beste Resonanz beim kritischen Fachpublikum. Und noch etwas Bemerkenswertes ist in diesem September passiert, das noch vor kurzem undenkbar war: BdP, DPRG und GPRA gaben eine gemeinsame Presse-Information heraus, in der sie sich zu einem konzertierten Vorgehen im Ausbildungsbereich festlegen. Konkret: Sie haben beschlossen, einheitliche Abschlüsse anzustreben sowie eine gemeinsame Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation aufzubauen. Hier darf man wohl getrost von einem hoffnungsvollen Signal sprechen, das seine Ursache vielleicht auch und gerade in einem neuen „Geist der Kooperation“ hat. Die neue Kooperationsbereitschaft steht den Branchen-verbänden gut an und wird von ihren Mitgliedern begrüßt. Kooperation statt Abgrenzung und Konfrontation stehen ab sofort ganz oben auf den Agenden der Vorstände. Die Philosophie der Kooperation wird bereits auf Landesebene gelebt. Dies gilt insbesondere für unseren Landesverband Berlin/Brandenburg. Allein in diesem Sommer hatten wir hier mit unserem neuen Event-Format, den „Jours Cooperatifs“, die aus den Jours Roulants entwickelt worden sind und die jeweils Kooperationsveranstaltungen mit Dritten bezeichnen, eine erfreulich positive Resonanz. In den Ferienmonaten Juli und August haben wir zum Auftakt gleich zwei Jours Cooperatifs veranstaltet: einen mit dem DJV Berlin in Sachen „PR-Evaluation“ bei Landau Media sowie einen mit dem Marketing Club Berlin zum Thema „Weblogs“ bei Ausschnitt Medienbeobachtung. Warum, wird sich das interessierte Mitglied fragen, kooperieren wir neuerdings soviel mit anderen Kommunikationsverbänden? Sind wir etwa zu schwach geworden oder haben wir nicht selbst genug zu bieten? – Tatsächlich sind folgende Gründe für den bewussten Ausbau von Kooperationsveranstaltungen ausschlaggebend für den Landesvorstand: Wir wissen, dass wir als DPRG-Landesverband keine Insel sind. Gerade in der Hauptstadtregion sind außer uns noch einige weitere Kommunikationsverbände unterwegs, die ebenfalls einen guten Job machen. Deshalb suchen wir den Dialog mit den aktiven Verbänden zur gegenseitigen Befruchtung sowie zum wechselseitigen Lernen. Mit den Kooperationen schaffen wir Synergien und Multiplikationseffekte, indem wir z.B. spannenden Referenten und Themen die Plattform bzw. den Auftrittsrahmen gestalten, den sie verdienen. Wir sind im Übrigen sicher, dass Konkurrenz zwar das „Geschäft“ belebt; die Verbandsarbeit jedoch beflügelt insbesondere die Kooperation. Überdies machen wir die Erfahrung, dass Networking zusammen mit Dritten mehr Nutzen stiftet als ausschließlich untereinander zu bleiben und im „eigenen Saft zu schmoren“. Bislang galten bei den Kommunikationsverbänden offenbar die Prinzipien der Abgrenzung, Ausgrenzung und Konfrontation. Wollen wir jedoch allesamt an Bedeutung und Einfluss gewinnen, wird dies nur gehen, wenn wir es im Geist der Kooperation tun, um schließlich „zusammen (zu) wachsen“. Professionell genug sind wir inzwischen allemal dafür. Matthias Koch |