
| Ausgabe 14 / Oktober 2005 | |||
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ThemaWissenschaft im NachtprogrammEs ist in Berlin kaum noch möglich, ein öffentlich interessantes (oder manchmal auch weniger interessantes) Thema zu finden, das nicht mit einer „Langen Nacht“ um Aufmerksamkeit wirbt. Die Mutter dieser Veranstaltungsform – die Lange Nacht der Museen – ist nach wie vor erfolgreich und aus dem Berliner Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.
Es darf experimentiert werden. In diesem Sommer fand in Berlin und Potsdam nun schon zum fünften Mal auch eine „Lange Nacht der Wissenschaften“ statt. Dieses kleine Jubiläum nahm die mit der Organisation und PR beauftragte Agentur con gressa (www.congressa.de) zum Anlass, über den regionalen Tellerrand hinauszuschauen und auch die Veranstaltungsform kritisch zu beleuchten. Eingeladen wurden zu einem Erfahrungsaustausch am 13. Juni 2005 nicht nur die Berliner und Potsdamer Akteure, sondern auch Organisatoren und Veranstalter von Wissenschaftsnächten aus Bonn, Dresden, Erlangen/Nürnberg/Fürth, Halle, Jena, Rostock und Wien. Alle Langen Nächte verbindet das gemeinsame Ziel, Wissenschaft einem breiten Publikum anschaulich zu präsentieren, zu informieren und Vertrauen in wissenschaftliche Arbeit zu schaffen. Und obgleich sich auch die äußere Form der Veranstaltungen ähnelt, zeigten sich doch nicht geringe Unterschiede in Details von strukturellen Grundlagen und Organisation dieses Großereignisses. Auch wenn die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam mit zu den erfolgreichsten gehört – in diesem Jahr gab es mehr als 24.000 zahlende Besucher – sind die Ausgangsbedingungen hier nicht die günstigsten. Besonders schwierig bei der Platzierung und Bewerbung der Wissenschaftsnacht ist natürlich die Fülle von Großereignissen mit ähnlichen Zielgruppen. Auffällig im Vergleich zu anderen Städten und Regionen trat jedoch auch das in Berlin kaum vorhandene Interesse (von materieller Unterstützung ganz zu schweigen) der Landesregierung hervor. Während anderenorts in jedem Fall die Bürgermeister/innen, manchmal sogar hochrangige Landesvertreter/innen als Schirmherren (und -damen) fungieren, müssen sich die Berliner glücklich schätzen, wenn ein Vertreter der zuständigen Senatsverwaltung zur Eröffnung erscheint. Die Lange-Nacht-Veranstalter – die Wissenschaftseinrichtungen selbst – lassen sich davon nicht abschrecken. Der nächste Termin ist der 13. Mai 2006. Über die Zukunft langer Wissenschaftsnächte in Berlin und anderswo werden wir weiter im Gespräch bleiben. Wenn Sie daran teilnehmen möchten, lassen Sie es uns wissen: info@congressa.de Susann Morgner |