Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 14 / Oktober 2005 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  
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Editorial

Die DPRG- Landesgruppe Berlin/Brandenburg ist gewissermaßen die Verbandsspinne im Netz, wenn es um Medienvielfalt vor der eigenen Haustür geht. Denn: Die deutsche Hauptstadtregion gehört heute weltweit zu den interessantesten Medienstandorten. Hier findet sich laut Einschätzung der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH eine einzigartige Mischung aus Tradition, Produzentenlandschaft und Kreativen. Eingebettet ist die mediale Infrastruktur in eine politische und kulturelle Vielschichtigkeit, die es in Köln, München oder auch in Hamburg so nicht gebe, meint gar die Berliner Morgenpost.

Na bitte! Die Ausgangslage scheint also eigentlich ganz gut zu sein und es sieht so aus, als ob die Medienbranche hier eine Schlüsselstellung einnimmt. Dabei sind Berlin und sein Umland inzwischen weit mehr als nur Kulisse und Produktionsstandort für seichte Serien und Hollywood-Streifen. Mittlerweile gibt es an die 11.000 Unternehmen im Mediensektor sowie in IT und Kommunikation. Hier sind immerhin135.000 Leute beschäftigt. Der Jahresumsatz von zwölf Milliarden Euro kann sich angesichts der ansonsten eher desolaten Arbeitsmarktsituation in Berlin und Brandenburg durchaus sehen lassen und gibt Anlass zur Hoffnung.

Unsere Landesgruppe profitiert natürlich seit Jahren von diesem Umfeld –konkret etwa über die Jours Roulants, die in regelmäßigen Abständen für Verbandsmitglieder und Gäste der DPRG den Blick hinter die Kulissen in den Filmstudios von Babelsberg oder beim AUSSCHNITT in Kreuzberg ermöglichen.

Was jedoch nachhaltig ins Gewicht fällt, ist das kreative „Medien-Milieu“ insgesamt für zeitgemäße Kooperationsmöglichkeiten, die der Landesvorsitzende Matthias Koch in dieser 14. Streusandbuechse. de kommentiert. Hier sind die Wege zu anderen Verbänden, zu den Zeitungsredaktionen oder zu den 1000 ansässigen Produktionsfirmen für TV-Formate und Kinofilme deutlich kürzer als anderswo. Und hier spielt auch die Musik: 60 Prozent der deutschen Umsätze werden schon jetzt an der Spree gemacht. Selbst die Stimmung in der Presselandschaft ist mit zehn Tageszeitungen und 15 Stadtmagazinen gut. Jetzt fehlen nur noch die großen Werbekunden...

Vielleicht könnte die Deutsche Public Relations Gesellschaft ja tatsächlich einen „Scout“ in die märkische Medienlandschaft schicken, damit wir hier weiter gut vorankommen und die vorhandenen Potenziale in der Hoffnung ausbauen, es könne sich eine Sogwirkung auch auf andere Branchen übertragen. Das würde der Region und auch der DPRG mit Sicherheit zum Vorteil gereichen. Lesen Sie hierzu bitte ungeniert das „Portrait“ über unseren jetzigen Präsidenten Ulrich Nies, das Maria Borgmann für diese Ausgabe gezeichnet hat.

Viel Spaß beim Lesen der hier versammelten Beiträge über den Medienstandort Berlin/Brandenburg wünscht Ihnen in diesem Sinne

Ihr Gerhard Mahnken

 

Thema

Die Medienlandschaft Berlin/Brandenburg neu geprägt


Eine große Veränderung bedeutete die am 1. Mai 2003 vollzogene Fusion von ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) und SFB (Sender Freies Berlin) zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Nach den politischen Weichenstellungen wurde der Merger in beiden Sendern seit November 2001 in Arbeitsgruppen vorbereitet. Die Fusion baute bereits auf langjährige Kooperationen auf. Der Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg trat am 1. Dezember 2002 in Kraft.

Unter der Intendantin Dagmar Reim, der ersten Intendantin der ARD, hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg sein neues Image als modernes Medienunternehmen geprägt und ganze Programmstrecken umgekrempelt.

Hinter dem rbb stehen Radio und Fernsehen. Im Fernsehen wurde aus zwei Programmen eines. Das neue rbb Fernsehen für die Gesamtregion ging Ende Februar 2004 an den Start. Es löste die Vorgängerprogramme für Berlin bzw. Brandenburg ab. Einerseits wurde manchen beliebten
Sendungen nachgetrauert. Andererseits fanden neue Formate wie "rbb aktuell" oder "zibb - zuhause in berlin & brandenburg" Zuspruch. Klassiker wie "Abendschau" oder "Brandenburg aktuell" sind geblieben.
Daneben bietet der rbb im Hörfunk mit dem Portfolio 88acht, Antenne Brandenburg, Inforadio, Kulturradio, Radioeins, Radiomultikulti und Fritz vielen Geschmäckern etwas.

Claudia Korte-Hempel vom rbb schätzt aktuell die "Fusionslage" ein: "Wir sind auf einem guten Weg". Intendantin Dagmar Reim kommentierte im November 2004 in einem Tagesspiegel-Interview: "Wir hier im rbb haben uns am 1. Mai 2003 auf den Weg der Fusion gemacht, auf einen langen und beschwerlichen Weg, und wir stellen fest: Überall da, wo Kolleginnen und Kollegen miteinander arbeiten, statt übereinander zu reden, klappt das Zusammenwachsen, das Zusammenarbeiten klappt sogar sehr gut, insofern betrachte ich uns als eine Art Labor der deutschen Einheit." Dagmar Reim
bleibt die zweite Halbzeit ihres fünfjährigen Vertrages, um diesen Weg zu vollenden.

Der rbb wird von den gleichberechtigten Standorten Berlin und Potsdam gemacht und gesendet. Die derzeit rund 1700 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich schnell an die neue Dachmarke gewöhnt. Die Fusion bedeutete auch einen Schwerpunkt in der internen Kommunikation des rbb. Maßnahmen dazu waren After-Work-Lounges zum Kennenlernen und die Einführung eines Intranets; vor allem die gemeinsame Arbeit führte die Mitarbeiter zusammen.

Insgesamt ist die Gründung des rbb ein positives Beispiel in einer Region, in der nicht immer alles klappt. Und es macht Mut, die ganz große Fusion von Berlin und Brandenburg nicht aus den Augen zu verlieren.


Ulrike Propach

Mehr zum Thema RBB: www.rbb-online.de
Bildnachweis: www.ard-foto.de

 

Thema

Wissenschaft im Nachtprogramm


Es ist in Berlin kaum noch möglich, ein öffentlich interessantes (oder manchmal auch weniger interessantes) Thema zu finden, das nicht mit einer „Langen Nacht“ um Aufmerksamkeit wirbt. Die  Mutter dieser Veranstaltungsform – die Lange Nacht der Museen – ist nach wie vor erfolgreich und aus dem Berliner Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.

Es darf experimentiert werden.

In diesem Sommer fand in Berlin und Potsdam nun schon zum fünften Mal auch eine „Lange Nacht der Wissenschaften“ statt. Dieses kleine Jubiläum nahm die mit der Organisation und PR beauftragte Agentur con gressa (www.congressa.de) zum Anlass, über den regionalen Tellerrand hinauszuschauen und auch die Veranstaltungsform kritisch zu beleuchten.

Eingeladen wurden zu einem Erfahrungsaustausch am 13. Juni 2005 nicht nur die Berliner und Potsdamer Akteure, sondern auch Organisatoren und Veranstalter von Wissenschaftsnächten aus Bonn, Dresden, Erlangen/Nürnberg/Fürth, Halle, Jena, Rostock  und Wien. Alle Langen Nächte verbindet das gemeinsame Ziel, Wissenschaft einem breiten Publikum anschaulich zu präsentieren, zu informieren und Vertrauen in wissenschaftliche Arbeit zu schaffen.

Und obgleich sich auch die äußere Form der Veranstaltungen ähnelt, zeigten sich doch nicht geringe Unterschiede in Details von strukturellen Grundlagen und Organisation dieses Großereignisses.

Auch wenn die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam mit zu den erfolgreichsten gehört – in diesem Jahr gab es mehr als 24.000 zahlende Besucher – sind die Ausgangsbedingungen hier nicht die günstigsten. Besonders schwierig bei der Platzierung und Bewerbung der Wissenschaftsnacht ist natürlich die Fülle von Großereignissen mit ähnlichen Zielgruppen. Auffällig im Vergleich zu anderen Städten und Regionen trat jedoch auch das in Berlin kaum vorhandene Interesse (von materieller Unterstützung ganz zu schweigen) der Landesregierung hervor. Während anderenorts in jedem Fall die Bürgermeister/innen, manchmal sogar hochrangige Landesvertreter/innen als Schirmherren (und -damen) fungieren, müssen sich die Berliner glücklich schätzen, wenn ein Vertreter der zuständigen Senatsverwaltung zur Eröffnung erscheint. 

Die Lange-Nacht-Veranstalter – die Wissenschaftseinrichtungen selbst – lassen sich davon nicht abschrecken. Der nächste Termin ist der 13. Mai 2006.

Über die Zukunft langer Wissenschaftsnächte in Berlin und anderswo werden wir weiter im Gespräch bleiben. Wenn Sie daran teilnehmen möchten, lassen Sie es uns wissen: info@congressa.de

Susann Morgner

 

Portrait

Ulrich Nies - der neue Präsident


„Man kann so herrlich frech überholen“ – das sagt Ulrich Nies, der vor kurzem gewählte Präsident der DPRG, über eines seiner Lieblingshobbies: das Motorradfahren. Das kennzeichnet auch ein Stück den Mann, der angetreten ist, „die DPRG zu dem Verband über alle Kommunikationsbranchen hinweg zu machen.“ Dieses Ziel geht er mit seiner „Mann- und Frauschaft“ an, der er als „Teamcoach“ vorsteht und mit der er „erreichen will, dass jede/r PR-Tätige an drei Beispielen spontan beantworten kann, warum er oder sie DPRG-Mitglied ist oder es werden will. Es soll Spaß machen, an diesem Ziel mitzuarbeiten“ und sich für die DPRG zu engagieren. Dazu nimmt er die 14-täglichen Telefonkonferenzen mit dem Vorstand und den Landesgruppen
vorsitzenden wieder auf und erwartet „ein konstruktives Miteinander.“ Gereizt hat den erfahrenen Kommunikationsmanager an der Präsidentschaft, „etwas ganz Neues auszuprobieren“, nachdem er ja bereits 2003 erfolgreich die INKOM-Fusion mit der DPRG über die Bühne gebracht hatte, obwohl die Chancen dafür „anfangs nicht so gut standen."

Der berufliche Schwerpunkt von Nies, der an der Mainzer Gutenberg-Universität seinen Magister in Publizistik (Hauptfach), Politik und Rechtswissenschaften gemacht hat, liegt seit 1985 in der BASF. Er hat dort die unterschiedlichsten Herausforderungen gesucht und gefunden. Sein Hauptaugenmerk galt und gilt der Internen Kommunikation, auch und gerade mit Blick auf die internationalen Aktivitäten der BASF. Er war z.B. Kommunikationsverantwortlicher für die Weiterentwicklung der BASF-Organisation weltweit und hat in Europa ein Netzwerk der Kommunikateure aufgebaut. Diese Aufgabe hat ihn mit veranlasst, sich um die DPRG-Präsidentschaft zu bewerben, denn die Koordination auf europäischer Kollegenebene entspricht im Prinzip der Zusammenarbeit mit den Landesgruppen
vorsitzenden. Seit 2004 leitet Ulrich Nies bei der BASF die Einheit Information Coordination. Er ist auch Mitherausgeber des in 3. Auflage erscheinenden Standardwerkes „Erfolgreich durch Interne Kommunikation.“

Befragt, welche Rolle für ihn Berlin als Betätigungsfeld für die DPRG und als Medienstandort spielt, verfällt er sofort in Begeisterung: „Berlin ist eine Stadt, auf die man sich freut. Der Verband der PR-Fachleute muss repräsentativ in Berlin vertreten sein, wenn er die Meinungsführerschaft in der PR-Branche haben will. Die meinungsbildende Presse ist hier vertreten, Public Affairs stehen in vielfacher Hinsicht im Zentrum. Über die Repräsentanz müssen wir definieren, was wir als DPRG in Berlin brauchen.“ Nies will bis Ende 2005 in Berlin eine Repräsentanz mit einem „Scout“ einsetzen, der die Möglichkeiten und Chancen für Networking und Themensetzung eruieren soll.

Dem in Ludwigshafen wirkenden „Workaholic“ Nies steht der in Worms wohnende „Familyholic“ gegenüber: Seine Frau, die drei Töchter und der Dackel sorgen dafür, dass es auch ein Leben neben dem Beruf und der DPRG gibt. Sie profitieren von dem Hobbykoch, der schon mal locker 40 Gäste bewirtet. Nebenbei ist er Freizeitwinzer und bewirtschaftet oberhalb von Bad Dürkheim einen der ältesten  Weingärten der Region mit fast 90jährigen Morio-Muskat-Weinstöcken. Ca. 200 Flaschen füllt er jährlich ab.Der bekennende Al-Jarreau-Fan  liebt die Impressionisten und liest gerne antiquarische Bücher, vor allem Science-Fiction-Literatur von den Klassikern bis in die Moderne. Er kann sich außerdem vorstellen, später mehrere Monate im Jahr in einem Haus an der spanischen Costa Brava zu leben.

Up, up and away, wenigstens zeitweise: Das ist ein Traum von Ulrich Nies. Er hätte „große Probleme, einem Flug zum Mars abzulehnen, auch wenn die Reise ein Jahr dauern würde.“ Er müsste allerdings „intensive Lobbyarbeit zu Hause leisten.“ Doch mindestens die nächsten drei Jahre – so lange dauert eine DPRG-Präsidentschaftsperiode – bleibt er, der das kalkulierbare Risiko liebt,  mit Sicherheit erdverbunden, um den Verband auf die Zielgerade der Meinungsführerschaft in der deutschen PR-Branche zu treiben. Viel Erfolg dabei „presi al dente!“ (Nies über Nies in seinem Webblog zum Wahlkampf, Anm. d. Red.)

Maria Borgmann

 

Glosse

Doppelt dabei sein


Es war an einem lauen Maienabend an der berühmten Oderbrücke. Europa hautnah. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer gemeinsam mit seinem polnischen Amtskollegen ... ganz nah vor uns. Life in Frankfurt (Oder) - auf dem Riesenmonitor vom RBB. Jedes Wort glasklar zu hören. Sogar diese kleine Träne der europäischen Ergriffenheit auf der Wange des grünen Polit-Stars - brilliant im Bild. Wir haben alles gesehen. Hautnah. Und es war wirklich so. Denn zwischen der RBB Bühne und den Bäumen am Oderufer konnten wir hinüber schauen zur Oderbrücke. Und dort hinten, klein wie Stecknadelköpfe, waren an diesem historischen 1 Mai 2004 tatsächlich die beiden Außenminister auszumachen. Leinwand vorne, Realität hinten. Ein mediales Weltereignis mit exklusiver Reality-Atmosphäre vor Ort. Das isses! Das ist wahres Dabei sein.

Früher dachte man: Nur wo ich Augen- und Ohrenzeuge bin, da habe ich den authentischen Eindruck. Also raus auf die Straße, rein ins Leben. Dann wurde dieser puristische Authentizitäts-Anspruch medienwissenschaftlich verwässert: Augen- und Ohrenzeuge bin ich schließlich auch beim Fernsehen. Nun haben wir neuerdings diese faszinierende Mischung als höchste Steigerung erlebten Lebens: In der VIP-Lounge des Neuen Olympia-Stadions auf dem Bildschirm das grandiose Entscheidungs-Tor hautnah sehen können. Und von draußen schwillt die Fan-Erregung mit ihrem atmosphärischem Überdruck gänsehautgerecht hinzu. Geil!

Nicht zu vergessen der Klassiker dieser neuen Wahrnehmung: „Autobahn A 4, zwischen Jena und Erfurt zähfließender Verkehr wegen einer Baustelle.“ Wie dicht und schlüssig hört sich diese Radiomeldung an, wenn wir uns authentisch mitten drin befinden in diesem Stau. Kurzum: Wir erleben nicht immer, aber offensichtlich immer öfter eine neue Melange aus medialer und gleichzeitig realer Wahrnehmung. Mediale Highlights rund um die Uhr. Dazu Großbildschirme, wo immer wir hinschauen. Alle Details hautnah. Und wir - zumal in Berlin - ganz real mittendrin in der Atmo. Sozusagen doppelt dabei. Von wegen „dabei sein ist alles“. Doppelt dabei sein, das isses! Deshalb brauch ich auch schnellstens ein Handy mit TV Empfang. Wenn mal einer vor mir steht und die Sicht auf den Großbildschirm neben der Realität versperrt.

Achim Kühne-Henrichs

 

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Löwi+Partner - das sind die Dipl. Designerin (HDK) Claudia von Löwenthal und der IT-Spezialist Dr. Armin Schulz. Seit elf Jahren ist das Unternehmen als Full-Service-Werbeagentur erfolgreich tätig. Die Implementierung eines Content-Management-Systems für die Streusandbüchse zur Vereinfachung der Arbeit unseres Online-Redaktionsteams ist für uns zum einen Grund, uns für das Sponsoring zu bedanken und die Agentur kurz vorzustellen.

1994 als Designagentur gegründet, erweiterte Löwi+Partner im Jahr 2000 seinen Tätigkeitsbereich um den Schwerpunkt "digitale Medien". Internetgerechte, zielgruppenspezifische Aufbereitung der Inhalte von Websites sowie deren Nutzbarkeit und Barrierefreiheit sind erklärtes Ziel der Agentur. Weitere Stärken liegen in der Suchmaschinen-Optimierung, datenbankgestützten Content-Management-Systemen (CMS) wie webEdition und TYPO3 und in der Integration von webbasierten Informations- und Programmsystemen in Geschäftsprozesse.

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Ortstermin

Von Weblogs, MeinungsMonitoring und Issues Management

2. Jour Coopératif im August 2005


60 PR- und Marketingfachleute der DPRG Berlin/Brandenburg und des Marketingclubs Berlin waren an einem lauen Sommerabend im August zu Gast bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung. Von Weblogs hatten alle Teilnehmer im Vorfeld mehrfach gehört, gelesen, sich unterhalten oder sich sogar intensiv damit auseinander gesetzt – welche Relevanz haben nun Weblogs für die PR, das Marketing und die Unternehmenskommunikation? Klaus Eck, Betreiber des PR-Bloggers und Inhaber der Content Business Agentur econcon, und Maren Heltsche, Mitarbeiterin Medien-Analyse bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung, konnten mit ihren Vorträgen wertvolle Hinweise vermitteln und neue Impulse für die strategische Kommunikationsarbeit und das Issues Management setzen.

Dank einfacher, bedienerfreundlicher und außerdem kostengünstiger Content Management-Lösungen existieren keine großen technischen Hürden, um ein Weblog zu eröffnen. Jeder kann demnach bloggen, seine Meinungen ins Netz stellen, ohne journalistische Qualifikation zu besitzen, ohne journalistische Regeln einhalten zu müssen. Unter Umgehung von Gatekeepern der On- und Offline-Welt können Weblogger und ihre Blogs als Schwungrad der Verbreitung von Meinungen, Ansichten und eigenen Gedanken in der medialen interaktiven Welt und im strategischen Kommunikationsmanagement schon lange nicht mehr ignoriert werden. Zwar gibt es in Deutschland nach aktuellen Schätzungen erst rund 100.000 Weblogs und damit weitaus weniger als beispielsweise in den U.S.A. (ca. 31,5 Millionen Blogs), doch das, was sie bewegen können, bringt manch ein Unternehmen in eine Imagekrise.

Das besondere an Weblogs macht der Blogger selbst aus: er achtet sehr genau auf Kommentare zu seinen Beiträgen und beobachtet Inhalte anderer Blogs sehr kritisch. Authentizität, inhaltlich wertvolle und persönlich gestaltete Beiträge sind gefragt, werbliche und vermarktungsgetriebene Beiträge werden sofort abgestraft – und aufgrund ihrer starken Verlinkung schnell und auch nachhaltig in der Blogosphäre verbreitet. Für den Kommunikationsprofi ist bei der Ansprache von Bloggern und der Wahl der Mittel dann auch größte Sensibilität angebracht.


Wie aus einer Satire eine Unternehmenskrise wird

Ist das, was in Weblogs diskutiert wird, wichtig für ein Unternehmen, sein Image, seine Kommunikation? Ja, wie die Dynamik in der Blogosphäre zeigt und der Fall „Jamba“ belegt: Aus einer zunächst harmlosen Satire über das Geschäftsgebaren des Klingeltonanbieters auf www.spreeblick.de wurde eine ernsthafte Imagekrise. Innerhalb kürzester Zeit war das Stichwort „Jamba“ unter den ersten zehn Google-Links platziert und blieb dies über Wochen hinaus. Rund 600 Links auf kritische Beiträge und Kommentare in Weblogs wurden zuletzt gezählt. Umso spannender für den Kommunikationsprofi ist, dass das zunächst nur in der Blogosphäre diskutierte Thema in die klassischen Medien hinüber sprang und in zahlreichen Artikeln der PR- und Marketingfachpresse sowie auflagenstarken Wirtschaftsmagazinen Verbreitung fand. Hier setzt der Zusammenhang und die Dynamik von Weblogs und anderen Formen der medialen Kommunikation an: Klassische Medien und das Internet sind gleichermaßen Raum für veröffentlichte und öffentlich zugängliche Meinung. Was in Foren, (in Teilen auch in Newsgroups und Chats), auf Meinungsseiten und in Weblogs diskutiert wird, ist dauerhaft präsent und findet dank Google-Rankings und guter Recherchequellen Eingang in die klassischen Medien als Multiplikatoren. Unternehmensrelevante Themen mit Krisenpotenzial sind häufig in diesem von Ausschnitt Medienbeobachtung als „vormedialen Raum“ bezeichneten Teil des Internets bereits zu erkennen. Einerseits nehmen Kommentare und Beiträge Bezug auf mediale Berichterstattung in Foren, Newsgroups, Chats, auf Meinungsseiten und in Weblogs, andererseits beziehen sich die klassischen Medien auf im Internet aufgespürte Themen.


Wie man drohende Krisen abwenden kann – ein Beitrag zum Issues Management

Einwände gegen Praktiken der Erdölindustrie, Gerüchte über gesundheitsschädigende Wirkstoffe in Medikamenten und Lebensmitteln, oder Urteile über das trendige Design eines neuen Handys – all dies kann Kaufentscheidungen und Markentreue, das Image und damit den Erfolg von Unternehmen und Marken mittel- bis langfristig in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Issues können Konflikt- bzw. Krisenpotenzial für ein Unternehmen oder Organisation in sich bergen. Deshalb ist es im Issues Management maßgeblich, die unternehmensrelevanten Themen und Akteure zur Risikovermeidung und –minimierung frühzeitig zu erkennen und diese Erkenntnisse als Unterstützung und zur Erreichung der Unternehmensziele zu kennen. Dazu bedarf es Tools, die eine kontinuierliche und systematische Beobachtung von Unternehmensumwelten, von öffentlichen Thematisierungsprozessen und Teilöffentlichkeiten ermöglichen. Das MeinungsMonitoring von Ausschnitt Medienbeobachtung setzt genau dort an und ist als integraler Bestandteil des Issues Management zu verstehen. Wie das Unternehmen dabei vorgeht, beschrieb Maren Heltsche in ihrem Vortrag: Newsgroups, Meinungsforen und Weblogs werden gescannt, relevante Fundstellen und Beiträge erfasst. Nach der Methode der empirischen Inhaltsanalyse werden Themen, Trends und Issues, Akteure, Meinungsmacher und Multiplikatoren identifiziert. Nach einer Erhebung der Argumentationsstrukturen und der Analyse ihrer Relevanz wird reportet –als Frühwarnsystem bei kritischen Entwicklungen, als kurzfristiger Report, aber auch als langfristige Evaluation und in Kombination mit einer Medien-Analyse. „Nicht jedes Blog, jeder Beitrag in Foren und auf Meinungsseiten ist relevant. Durch ein permanentes Audit behält man jedoch den Überblick über neue Quellen, kann alte oder inaktive verwerfen – schließlich ist das, was in das Meinungs-Monitoring einfließt, im ständigen Wandel“, so Maren Heltsche.

Corporate Blogs als Ersatz für die Homepage

Boeing tut es, Microsoft, Sun und Vespa bloggen. In der Kritik steht dabei die Kommerzialisierung, die Echtheit des Blogs wird angezweifelt – sind Unternehmensblogs ein echter Ersatz für die Homepage? Muss gebloggt werden, um des Bloggens Willen? Ja und nein, sagt Klaus Eck. Blogs von Unternehmen, CEO’s oder gar Mitarbeitern können Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und auch des Marketings sein, nur sollten dabei einige Regeln eingehalten werden. „Es kommt einerseits auf die Aktualität an und andererseits natürlich darauf, Authentizität zu leben, werbliche Kommentare oder gar Pressemitteilungen sind tabu, wenn man glaubwürdig in Blogs kommunizieren will“, berichtet der Blogfachmann. Seine Prognose: „Unternehmen werden Blogs in Zukunft verstärkt nutzen, um ihre Aufmerksamkeit zu erhöhen.“

Die Grenzen zwischen klassischer Online-Kommunikation auf Homepages und Weblogs verschwimmen. Die PR muss sich neuen Grundbedingungen stellen, denn Weblogs eröffnen neue Chancen, um eigene Themen erfolgreich setzen zu können und bergen ein enormes Potenzial zur optimierten Kundenansprache.

Haben Sie selbst schon einmal gebloggt? Klaus Eck lädt Sie dazu auf www.pr-blogger.de herzlich ein.

Linktipps:

www.blogg.de

www.blogstats.de

www.technorati.com

Birgit M. Grigoriou,   birgit.grigoriou@ausschnitt.de
 

Kommentar

„Kochs Rezepte und Reflektionen“

Zusammen wachsen – Ein Plädoyer für das Kooperationsprinzip


 

Rosige Zeiten für grünen Frosch?

"Berliner Lösung" für Radio Hundert,6 in Sicht


 

Barrierefreies Internet – verpasst Berlin den Trend?

Websites so gestalten, dass jede/r sie nutzen und lesen kann


 

Studieren mal ganz anders

Die neuen B.A.-Studiengänge Kommunikationsmanagement und Wirtschaftspsychologie an der UMC POTSDAM


Im Januar 2006 startet die private Hochschule UMC POTSDAM - University of Management and Communication- die staatlich anerkannten, dreijährigen B.A.-Studiengänge Kommunikationsmanagement und Wirtschaftspsychologie.
Das Hochschulstudium an der UMC POTSDAM ist sehr praxisorientiert. Denn jedes dritte Trimester verbringen die UMC-Studierenden in Unternehmen, um schon Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Mit ihren starken Partnern aus der Wirtschaft bietet die UMC POTSDAM ein attraktives Netzwerk, auf das ihre Studierenden aufbauen können.
 
B.A.-Kommunikationsmanagement
Leitbild des Studiengangs ist ein integriertes und kommunikationsbasiertes Managementverständnis. Das Studium verknüpft Management- und Kommunikationskompetenzen. Es bietet eine effektive Lernkultur durch kleine Lerngruppen, individuelle Betreuung und praxisbezogene Trainings. Damit schafft die UMC POTSDAM die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg in die vielfältigen Kommunikations- und Medienberufe.
 
B.A.-Wirtschaftspsychologie
Das Ziel des Studiengangs ist eine umfassende und systematische Qualifizierung in wirtschaftspsychologischen Forschungs- und Beratungskompetenzen für die Bereiche Marketing, Medien, Kommunikation und Organisationsentwicklung. Die Einzigartigkeit des Studiums liegt in der tiefenpsychologischen Basis und einer ganzheitlich-kulturpsychologischen
Perspektive.
 
Informationsabende finden im November statt Die UMC POTSDAM bietet im November Informationsabende an. Alle Fragen zu den Studiengängen, den Dozenten, den Berufsfeldern und oder den Zulassungsvoraussetzungen werden hier beantwortet. Die Studienleitung steht darüber hinaus für individuelle Beratungen zur Verfügung. Anmeldung unter kontakt@umc-potsdam.de.

 

Medienstandort

Die Medienstadt Berlin hat einiges zu bieten - auch ohne Tom Cruise


 

Termine


 

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