Streusandbuechse.de - Kommunikation in Berlin & Brandenburg
  Ausgabe 15 / April 2006 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  

Thema

Es ist leicht, ein Fußballfan zu sein -

Wie sich die Deutsche Bahn für die Fußball-WM 2006 engagiert


In diesen bewegten Zeiten ist es nicht nur die reine Freude, als Fußballfan zu einem Spiel zu gehen. Obwohl die Eintrittskarte als Fahrschein im Nahverkehr gilt und wir außerdem Weltmeister-Tickets und -Pässe anbieten – aber Terrorfurcht, angebliche Baumängel in den Stadien und die Vogelgrippe machen nachdenklich. Die Sicherheit von Spiel und Zuschauern ist zum zentralen Thema geworden. Auch deshalb haben wir zur WM 2.200 Mitarbeiter bei DB Sicherheit am Start. Hinzu kommen die Kollegen aus der Konzernsicherheit, der zivilen Notfallvorsorge und den Security-Regionalteams. Im neuen „Sicherheitszentrum Bahn“ arbeiten 30 Mitarbeiter der Konzernsicherheit mit Beamten der Bundespolizei zusammen. Sie alle sorgen dafür, die Spiele sicher zu machen.


Die Bahn-Tochter Schenker ist der offizielle Logistikdienstleister. Und die Sicherheit hat auch beim Waren- und Gütertransport höchste Priorität. Wir kontrollieren genau, was wann als Lieferung und Nachschub in die Stadien gebracht wird. Das bedeutet, jeder Pappbecher, Fußball oder Fernsehbildschirm wird an einem „LogPoint“ genannten zentralen Kontrollposten überprüft. Außerdem hat Schenker in München ein internationales Medienzentrum eingerichtet – Kabel, Bildschirme, Mäuse – alles wird aufgestellt und wieder abgeholt.

Aber nicht nur im Stadion, sondern schon auf dem Weg dorthin erwarten Hunderttausende Service und Komfort. Zum Beispiel werden die Fußballfans am Bahnhof an WelcomeDesks empfangen. Wer immer eine Frage hat, dort bekommt er Antwort. Vom Bahnhof zum Stadion gibt es ein für alle zwölf Städte gleiches Wegeleitsystem: So findet jeder den direkten Weg vom Zugabteil zu seinem Platz im Stadion. Außerdem zeigen besonders geschulte Mitarbeiter an den Bahnhöfen den Weg zum Stadion oder auch zu Sehenswürdigkeiten und Attraktionen der jeweiligen Stadt. Die Ausbildung der sogenannten Volonteers der FIFA übernahm DB Training.

Im Vorfeld gab und gibt es noch weitere Highlights bei der Bahn: Seit 2004 „rollt“ der Fußball-Globus durch die Welt und die WM-Städte hier in Deutschland. Der übergroße Ball hat überall das Interesse an unseren Aktivitäten geweckt. Im März starteten die BahnTage –Fußballfeste auf den Bahnhöfen der WM- Spielorte. Sonder-Tarifangebote wie das WeltmeisterTicket 54, 74 und 90 – das entfernungsabhängige Vergünstigungen gewährt – sind ebenso beliebt wie die BahnCard selbst. In den Speisewagen kann man sich mit speziellen WM-Menüs stärken. Jedes Teilnehmerland und jeder Austragungsort stellt sich mit einem typischen Gericht vor. Für Journalisten haben wir einen Extra-Service: Wer zur WM akkreditiert wird, bekommt von der FIFA die Berechtigung, in dieser Zeit kostenfrei mit uns zu fahren.

An den Spieltagen wird die Bahn insgesamt etwa 250 Sonderzüge einsetzen. Die WM-Städte sind alle über ICE-Verbindungen komfortabel zu erreichen. Die Fern- und Nahverkehrssysteme wurden entsprechend vertaktet und auch regionale Verkehrsunternehmen haben wir einbezogen. Es gibt Sonderbusse und beispielsweise in Berlin wird die S-Bahn 24 Stunden am Tag fahren. Das gab es noch nie.

Nicht zu vergessen ist unser Chauffeurdienst: Wir stellen Fußballfunktionären, Schiedsrichtern und zahlreichen VIPs während der WM einen Wagen mit Chauffeur zur Verfügung. Hierfür arbeiten wir mit Hyundai zusammen.

Und ein Service ist während der WM ganz selbstverständlich: In den Zügen werden die Tore und Spielstände durchgesagt.

Eigentlich ist es doch ganz einfach, Fußballfan zu sein.

Burkhard Tewinkel