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  Ausgabe 18 / Oktober 2007 Information der DPRG Berlin/Brandenburg  

Portrait

Bücher sind sein Leben – Detlef Bluhm


- Von Maria Borgmann -

Dass er einmal ein erfolgreicher Schriftsteller, Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und ehrenamtlich in verschiedenen literaturbezogenen Institutionen tätig sein würde, wurde ihm nicht an der Wiege gesungen. Aber schon als 13jähriger hatte Detlef Bluhm die gesamte Kinder- und Jugendliteratur der nächstgelegenen Stadtbibliothek gelesen und durfte – nach vorheriger Genehmigung durch den Bibliothekar – die Bücher der Erwachsenenbibliothek ausleihen. Bücher sind integraler Bestandteil seines Lebens, seit er lesen kann, und auch beruflich wollte er immer mit Büchern zu tun haben. Er jobbte in Buchhandlungen während Schulzeit und Studium, absolvierte seine buchhändlerische Ausbildung bei Kiepert, arbeitete als Buchhändler und war als Herausgeber tätig, zum Beispiel bei Fannei & Walz für die Reihe „Berliner Texte“, in der das immer noch aktuelle Werk von Karl Scheffler „Berlin – ein Stadtschicksal“ wiederaufgelegt wurde.

Der Drang, selbst schriftstellerisch tätig zu sein, brach sich allmählich Bahn. 1997 veröffentlichte der begeisterte Raucher „Auf leichten Flügeln ins Land der Fantasie – Tabak und Kultur von Columbus bis Davidoff“. Es folgten seine Katzenbücher, von denen „Katzenspuren – Vom Weg der Katze durch die Welt“ sogar ins Chinesische übersetzt wurde. Doch nicht nur kulturhistorische Sachbücher sind sein Metier, auch die Belletristik fasziniert ihn. 1999 erschien sein Roman „Das Geheimnis des Hofnarren“, dem historische Elemente zugrunde liegen. In dem 2001 erschienenen Roman „Zug nach Wien“ , der sich mit der NS-Schreckensherrschaft in Ungarn befasst, verarbeitete Bluhm Geschehnisse der Familiengeschichte, deren „Ver-dichtung“ ihn reizte. Projekte hat er genug, so arbeitet er bereits an einer Kulturgeschichte des Reisens mit der Eisenbahn, sein kunst- und kulturhistorisch ausgerichtetes „Katzenlexikon“ erscheint in wenigen Tagen im Buchhandel.
Ein so vielseitig engagierter Geist wie Detlef Bluhm sucht sich aber noch weitere Betätigungsfelder für seine Kreativität. Als in der Buchwirtschaft Erfahrener, der Handel, Vertrieb (als ehemals selbständiger Vertreter) und das Verlagsgeschäft aus der Perspektive des Verlegers und des Autors aus dem ff. kennt, reizt ihn die Tätigkeit der Geschäftsführung für den Berlin-Brandenburgischen Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auch, um den Blick „über den eigenen Unternehmenstellerrand hinaus“ zu haben. „Das Wohl und Wehe der ganzen Branche im Auge zu haben“ sah er als Herausforderung, als die Aufgabe an ihn herangetragen wurde. In den 16 Jahren, die er jetzt in der Funktion tätig ist, hat sich vieles entwickelt: Die Berlin-brandenburgischen Buchwochen, das Berliner Bücherfest, das Berliner Zimmer auf der Leipziger Buchmesse sind einige der Projekte, die Bluhm mit auf den Weg gebracht hat. Die Sorgen und Nöte, aber auch die Chancen und Entwicklungspotenziale in der Berliner und brandenburgischen Buch- und Verlagslandschaft, die Vielfalt der Medien, von denen das gedruckte Buch nur eines, aber nach wie vor sich behauptendes ist, sind Themen seiner Verbandstätigkeit. Er glaubt daran, dass Berlin, einst die Verlagsstadt Deutschlands, wieder auf einem guten Wege dorthin ist. Schon jetzt ist die Stadt die Nr.1 der erstproduzierten Werke und der Autorinnen und Autoren sowie die Nr. 2 der Publikumsverlage (nach München). Berlin ist auch die Hauptstadt der Wissenschaftsverlage und bedeutendster Standort der Schulbuchproduktion. Immer mehr Medienunternehmen mit einer Sogwirkung auf den publizistischen Bereich siedeln sich hier an, aber auch kleine, innovative Verlage.

Das Buch ist für Detlef Bluhm immer wieder eine „Stimulation der Fantasie und Inspiration“, er glaubt an die Kraft des Buches und sieht zum Beispiel den Erfolg von Harry Potter auch als Treiber für die Lesebegeisterung von Jugendlichen.

Seine Ehrenämter, so als Vorsitzender des Förderkreises des Literaturhauses, sind alle eng mit dem Medium Buch verbunden. In der Freizeit besucht er gern Kunstmuseen und ist begeisterter Wanderer – nicht als sportiver Extremwanderer, sondern eher als Landschaftsgenießer in heimischen Gefilden. Und auch träumen darf man als Vielbeschäftigter – eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn mag Detlef Bluhms Projekt zur Kulturgeschichte des Reisens mit der Eisenbahn eine Strecke weiter zur Realisierung verhelfen.