


Gerhard Mahnken, Chefredakteur
Die Hauptstadtregion – Zur vorläufigen Standortbestimmung in Mark und Metropole
Liebe Leserin,
liebe Leser,
was heißt hier eigentlich „Hauptstadtregion“? Über dieses „Label“ wird in den politischen und wirtschaftlichen Teilöffentlichkeiten zurzeit viel diskutiert. Keine Frage: Es geht dabei zuerst einmal um die wirtschafts- und kulturräumliche Markenbildung eines Sozialraums, der sich im Wettbewerb der europäischen Metropolregionen nach außen behaupten muss. Und weil es in Deutschland auf absehbare Zeit nun mal keine zweite Hauptstadtregion geben wird, stehen wir hier in Sachen Alleinstellungsmerkmal ganz gut da. Überdies gilt: Hautstadtregionen haben per se eine überregionale Ausstrahlung und sind wesentlicher Bestandteil des Nation Branding. Schön für Berlin. Da kann man nicht meckern …
Inzwischen spricht es sich erfreulicherweise immer mehr herum, dass auch das komplette Land Brandenburg zur Hauptstadtregion gehört. Damit geraten außerordentlich heterogen strukturierte Teilregionen unter ein gemeinsames kommunikatives Dach. Zugegeben, an manchen Stellen regnet es seit Jahren durch. Aber es gibt unterdessen unzählige Beispiele des gelungenen Miteinanders. Und es werden – allen Unkenrufen zum Trotz – täglich mehr. Einige haben wir für Sie ausgesucht und in der 19. Ausgabe der streusandbuechse.de knüpft das Schwerpunktthema ganz bewusst an jenen Diskurspart an, der die Perspektive der Binnenkommunikation im Entstehungsprozess einer metropolitanen Marke im Blick behält. Wandeln Sie nun also ganz gelassen auf alten und neuen Pfaden zwischen Mark und Metropole und lassen Sie sich überraschen, was es dazwischen und inzwischen so alles zu erleben gibt.
Damit die Binnenkommunikation in einem komplexen Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsraum nicht unter die Räder kommt, sind jene Kommunikationsprofis unverzichtbar, die beharrlich den Überblick behalten. Die Beiträge in dieser Ausgabe sprechen da eine gemeinsame Sprache: Wir brauchen in der Hauptstadtregion langfristig vor allem Persönlichkeiten, die Komplexität und Heterogenität nicht als Störfaktor, sondern als kommunikative Triebfeder sehen. An dieser Stelle danke ich im Namen der Kolleginnen und Kollegen der Landesgruppe Berlin Brandenburg von Herzen dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Matthias Koch. Lieber Matthias, Du hast uns mit Deinem politischen Gespür, mit profunder Fach- und Menschenkenntnis und mit sicherer Hand neun wunderbare Jahre durch die Kommunikationswelten der Hauptstadtregion geführt. Um es mit Deinen Worten zu sagen: „Bleibe uns gewogen“.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
I h r Gerhard Mahnken
Thema
Das Spiel zwischen Mark und Metropole
Thomas Schmidt-Ott und die Brandenburgischen Sommerkonzerte
Beim Griechen gegenüber der Neuen Nationalgalerie treffen wir uns zum Gespräch. Er ist eine Spielernatur: Dr. Thomas Schmidt-Ott, vertraut mit künstlerischen und wirtschaftlichen Welten, beide gern verknüpfend – und dies mit Leidenschaft. Sein erstes Instrument war das Cello, das er auf Anregung eines italienischen Freundes seit dem 6. Lebensjahr spielt und auf dem er morgens zwischen halb sieben und sieben den Tag übend beginnt. Inzwischen ist er nicht nur ein bekannter Konzert- und Jazzmusiker geworden, sondern leitet gemeinsam mit Prof. Klaus Siebenhaar am Berliner Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin das Zentrum für Audience Development. Über letztere künstlerisch-wirtschaftswissenschaftliche Zwitterdisziplin – frei übersetzt: die Kunst, neues Publikum zu gewinnen – habilitiert er sich. Er ist vielseitiger Orchestermanager, der „spielerisch“ Marketing und künstlerische Inspiration verbindet; dem die Gewinnung von Publika für Kunstereignisse ebenso emotionales wie geschäftliches Anliegen ist; der mit Aktien routiniert umgeht; der politische Literatur liest, aber auch das Einhandsegeln übt. Der vor allem aber spiritus rector der Brandenburgischen Sommerkonzerte ist, die ein exzellentes Beispiel für das „spielerische“ Zusammenwirken von Mark und Metropole sind.
Thomas Schmidt-Ott ist ehrenamtlicher Vorsitzender im Vorstand des Vereins Brandenburgische Sommerkonzerte und gibt mit seinem Team aus Künstlerischem Leiter und Geschäftsführer den Ton an. Das Festival wird in diesem Jahr „volljährig“, d.h. es geht ins 18. Jahr und bietet ein breites Spektrum der „Klassiker auf Landpartie“ unter der Schirmherrschaft des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. Die Besonderheit dieses Festivals, das „ganz Brandenburg zum Klingen bringen“ will, ist die „Mixtur von Naturschönheit, imposanter Baugeschichte, musikalischem Weltniveau und liebevoll ausgerichteter Kaffeetafel“, von Weltstars und aufstrebenden jungen Künstlerinnen und Künstlern. Die finanzkräftige Unterstützung von Partnern und Sponsoren wie den Brandenburgischen Sparkassen und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg und anderer Förderer machen das möglich. Der Kulturtourismus und die Standortförderung sind dabei wichtige geschäftsstrategische Faktoren – das richtige Spielfeld für Thomas Schmidt-Ott, denn ein Projekt wie die Brandenburgischen Sommerkonzerte braucht nicht nur künstlerische Inspiration und gutes Marketing, sondern auch breites Lobbying und Networking.
Da ist Schmidt-Ott in seinem Element, betrachtet man seinen Lebenslauf. Er lernte Cello bei Uli Voss (Musikhochschule des Saarlands) und Götz Teutsch (ehemals Solo-Cellist der Berliner Philharmoniker), absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, studierte Musik-, Theater- und Wirtschaftswissenschaften an der TU und FU Berlin und promovierte nach ersten Berufserfahrungen in den Fundraising- und Marketingabteilungen der großen US-amerikanischen Symphonieorchester in Los Angeles und Boston im Fach Kultur- und Medienmanagement.
1989 gründete er die Kammerphilharmonie Berlin und war bis 1997 deren Geschäftsführer. Als Orchesterdirektor des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin (DSO) 1999-2003 arbeitete er eng mit Kent Nagano zusammen. Diese Arbeit prägte sein künstlerisches und politisches Leben, sie vermittelte Erfahrungen, die er später als Chefmanager des Rundfunkorchesters, Symphonieorchesters und Chors des Bayerischen Rundfunks einsetzen konnte. Schmidt-Ott will mit den Brandenburgischen Sommerkonzerten Berliner Orchestern, insbesondere denen der Rundfunkorchester und Chöre GmbH, eine Art Logistikzentrum nach amerikanischem Vorbild sein. US-Orchester erschließen sich in den amerikanischen Tanglewood- und Blossom- Sommerfestivals neue Publika. Ähnlich – so die Meinung Schmidt-Otts – können auch die Berliner Kulturinstitutionen im Umland neue Zuhörer gewinnen: „Berlin und Brandenburg rücken dann zumindest musikalisch schon mal enger zusammen.“
Ein Festival wie die Brandenburgischen Sommerkonzerte bedeutet , gemeinsam Kultur zu machen: Perfekte Bühnenlogistik, internationale Künstler, faszinierende ländliche Spielstätten und das Zusammensein bei der traditionellen „Kaffeetafel“ und nach der Aufführung ergänzen sich zu einem Gesamtkunstwerk. Dieses vom Begründer Dr. Werner Martin entwickelte Konzept mit dem inspirativen Zusammenspiel von Kunst, Unterhaltung und Marketing will Schmidt-Ott weiter perfektionieren.
Dass sich Kunst, Tourismus und Unterhaltung ohne Niveauverlust ergänzen können, hat er auch auf anderen „Spielwiesen“ erprobt. Während seiner Tätigkeit bei der Berliner Kammerphilharmonie entwickelte er mit der Tochterfirma Classical Cruise Entertainment neue Klassikformate für Kreuzfahrtschiffe wie „MS Europa“ oder die „AIDA“. Diese mit verschiedenen Gastspielensembles der Kammerphilharmonie realisierten Konzerte trugen deutlich zum Geschäftserfolg des Gesamtorchesters bei. Klassik-Konzerte gehören inzwischen bei vielen Kreuzfahrten zum Bordprogramm. Dabei musiziert Schmidt-Ott oft selbst in verschiedenen Formationen mit. Er drang mit dem Nadolny-Cello-Quartett konzertant bis zum Südpol vor (die ARD drehte hierüber den Musikfilm „Cello on Ice“), unter Claudio Abbado war er als Cellist des Mahler Chamber Orchestra in Kuba. Und da das Crossover ein weiteres Element seines Künstler-Manager-Hochschullehrer-Lebens ist, spielt er auch in der Jazzformation Downtown Groove. Mit ihr war er im Herbst 2007 mit Justus Frantz in Libyen und begleitete kürzlich in Weimar die Verleihung der Goethe-Medaillen. Als weitere Bühne bespielt er zur Zeit mit seinem Programm „Dekolleté“ das Wintergarten Varieté in Berlin.
Bei allen „Spielereien“, die Thomas Schmidt-Ott entwickelt und zum Erfolg führt, steht für ihn eine Disziplin im Zentrum seiner Aktivitäten: Audience Development als künstlerische Antwort auf das in Wirtschaftsbetrieben übliche Customer Relationship Management. Schmidt-Ott möchte die Menschen, die er „angelockt“ hat, für ein „neues Verständnis und eine nachhaltige Beziehung gewinnen.“ Wenn das gelingt und sich auch noch ökonomisch trägt, d.h. mit Hilfe von Partnern und Sponsoren, aber ohne Subventionen wie die Brandenburger Sommerkonzerte, „umso schöner“ – und dieses Spiel ist gewonnen!
Dass er ein Spiel nicht gewonnen hat, ist für Mark und Metropole ein Glück: Beim Rennen um den Rektorenposten am Salzburger Mozarteum kam er unter die letzten Drei. So freut sich nicht nur seine Familie mit den drei Töchtern, dass er in Berlin bleibt. Er kann auch weiter an seiner Vision arbeiten, die Brandenburger Sommerkonzerte in Brandenburg noch stärker zu verankern. An Kent Nagano bewundert er einerseits sein „unglaublich ernsthaftes Künstlertum, andererseits sein geniales Gespür für politische Strömungen, in die er Kultur als wichtigsten Faktor einspeist.“ Diese Inspiration bringt der phantasievolle Spieler Thomas Schmidt-Ott sicher noch in weitere kreative Projekte im Sinne des von ihm gelehrten und praktizierten Audience Development ein. Die musikalischen Grenzgänger in Mark und Metropole können gespannt sein.
Infos zu den Brandenburger Sommerkonzerten unter www.brandenburgische-sommerkonzerte.de
Thema
Guten Tag und Grüß Gott. Kommunikationswelten zwischen Allgäu und Berlin.
Metropolregionen im Vergleich

I) Was macht Berlin-Brandenburg aus?Als Kommunikationsberaterin zwischen den Welten berichte ich gerne über meine persönlichen Erfahrungen und Reflexionen zu Metropole und Provinz. Als „Allgäuer Botschafterin“ habe ich sieben Jahre Berlin-Erfahrung – und stamme aus dem schönen Ostallgäu, in dem ich nun gleichzeitig zur Berliner Präsenz lebe und arbeite.
Ungefähr ein Jahr und viele Fahrradtouren hat es gebraucht, bis ich in Berlin eine ernst zu nehmende Stadtorientierung hatte. Die seltsame Mischung aus Dörfern, die zu Kiezen und kleinen Stadtzentren wurden, gepaart mit dem Glamour und architektonischen Glanzleistungen oder Größenwahnsinn, gibt Zugezogenen viele Rätsel auf. Vor allem ändert sich dann doch wieder alles: am besten jedes Jahr einen neuen BVG-Stadtplan kaufen und sich nicht wundern, wenn ein halbes Jahr später statt einem Hochhaus aus den 1960ern plötzlich ein Hotel an der Straßenecke prunkt.
Das Schönste fand ich „Landei“ dann wiederum, dass an der Stadtgrenze, die wirklich noch als solche zu erkennen ist, schöne Wälder mit einsamen Wegen und – ich gebe es zu – im Sommer überlaufenen Seen zu entdecken sind. Wo in Bayern in jedem Winkel eine Kirche ist, finden sich schmucke Schlösser und Parks aus Friedrichs’ Zeiten – nur der Kenner vermag Friedrich I und II sowie Lenné, Persius oder Schinkel auseinander zu halten.
Mein Favorit ist das Havelufer zwischen Potsdam und Berlin-Wannsee. Die „Nikolskoe“ (russisch „Nikolskoj“) ist ein beliebtes Ausflugsgebiet und zu jeder Jahreszeit habe ich gerne bodenständige Berliner Küche im „Gasthaus Moorlake“ genossen, das – ja, genau – im bayerischen Stil erbaut wurde.
Bei meinen beruflichen und privaten Ausflügen habe ich festgestellt, dass die Mentalität zwischen Berlin und Potsdam sowie dem Brandenburger Umland wesentlich schneller umschwenkt, als in den einzelnen Regionen Süddeutschlands. Potsdamer sind aus jahrzehntelanger Geschichte eigenständig, grenzen sich immer noch gerne zu Berlin ab und haben ihre mannigfaltigen Schönheiten sowie eigenen Stolpersteine der Stadtentwicklung zu bieten. Das Kulturleben findet als Landeshauptstadt nahezu autark vom Berliner statt, bis auf das Musiker und Sänger Grenzgänger sind.
Einfach war es nicht, in Berlin „echte Berliner“ kennen zu lernen. Denn diese haben ihre Familien, ihre Freundeskreise aus der Schulzeit. Und da Berlin genauso einen „Klebefaktor“ hat wie meine Heimatregion Allgäu, bleiben auch viele in der Stadt und miteinander verbunden. Immer noch erkennbar sind die Westberliner Sozialstrukturen, wo ein belebtes Charlottenburg mit „ich fahre in die Stadt“ = Steglitz miteinander konkurrieren. Der Ku’damm hat sich sichtlich wieder erholt: die sich erholende Konjunktur, der Tourismus und eine Rückkehr der Kunden von der doch eher kühlen neuen Mitte ins Altbewährte helfen dem Standort West. Mit Staunen habe ich der Entwicklung des Regierungsviertels sowie des Botschaftes/Landesvertretungsstreifens am südlichen Ende vom Tiergarten zugesehen. Wenn ich in Berlin-Mitte beruflich unterwegs bin, treffe ich mindestens genauso viele Bekannte wie wenn ich daheim im Städterl einkaufen gehe.
Die Vernetzung in Berlin eröffnet Zugezogenen viele Spielräume, hat man/frau sich erstmal einen Namen erarbeitet, werden einem innerhalb der Profession Türen geöffnet. Das Erfreuliche an Berlin ist, dass man Ideen und die Suche nach neuen sozialen Kreisen schnell umsetzen kann. Als Landei muss man sich jedoch daran gewöhnen, dass es normal ist, sich nur alle drei Monate zu sehen und nicht jeden Freitag in der Bar vom Königswirt.
Angenehm ist, dass es in Berlin es so viele kunterbunte Menschen gibt, dass jede „Schweizer-Käse-Biographie“ normal und interessant ist, wohingegen im bayerischen Bergland man eher freundliches Unverständnis für die eigene Entwicklung erntet „was machst Du eigentlich so genau?“
II) Was macht München und die bayerische Provinz ausNein, Bayern ist nicht gleich Süddeutschland. Das Bundesland besteht aus den einzelnen Regionen Franken, Niederbayern, Oberpfalz, Schwaben und der Landeshauptstadt München.
Während Amerikaner nur „Oktoberfest, Nürnberger Lebkuchen and Neuschwanstein“ kennen und lieben, ist das drittgrößte Bundesland wesentlich differenzierter als gedacht. Allein die einzelnen Dialekte sind schon untereinander schwer verständlich. Während ich in Bamberg einkaufe: „Bidde a Brötla und a Wörschtla“ (mit weichem „t“ gesprochen), wird im Ostallgäu so bestellt: „I wett gern an Semmel und a Wurscht.“
Die Münchner haben ihre eigene „Schickeria“, so die Elite, die mit einem SPD-Oberbürgermeister Ude sehr glücklich sind. Alles, was außerhalb des Einzugsgebietes von München stattfindet, ist nur noch unterscheidbar in „Skigebiet“ und Franken, wobei letzteres bis zum Imageschaden noch aufgewertet wurde durch die große Präsenz von Siemens in Erlangen. Das derzeit interimsweise ein gebürtiger Franke bayerischer Ministerpräsident ist, war bis vor ein paar Jahren genauso unglaublich wie der derzeitige CSU-Trend zum Verlust der absoluten Mehrheit.
Das Einzugsgebiet der arbeitenden Bevölkerung von München ist wegen der entsetzlich hohen Miet- und Grundstückspreise groß – es reicht von Garmisch-Partenkirchen im Süden über Buchloe im Westen, weiter über Ingolstadt im Norden bis hin zum Chiemsee im Osten. Ein Radius von immerhin 130 km, der sich um den Stadtkern aufbaut. Dagegen wirkt der Stadtradius 50 km von Berlin plötzlich klein. Das Konzept der Metropolregion München ist im Kommen, immer mehr Städte im Umland schließen sich dem wirtschaftlich motivierten Verbund an, der auch die Bahnverbindungen besser gestalten soll. Denn der bisherige „Bayern-Takt“ kommt allzu oft aus dem Tritt oder ist nur für alle zwei Stunden ausgelegt. Da steht man schnell frierend auf dem Bahnsteig, wartet auf die nächste Regionalbahn, die an jeder Milchkanne hält und sehnt sich nach dem guten öffentlichen Berliner Verkehrsnetz.
In der „Provinz“ geht es ziemlich quirlig zu, vor allem der Tourismus hat in den vergangenen Jahren für einen Entwicklungsschub gesorgt. Die Dorferneuerungsprogramme „Unser Dorf soll schöner werden“ haben ihre Wirkung gezeigt und so manch kuhfladenverdrecktes Nest ist inzwischen eine ausgesprochene Dorfschönheit geworden. Die „hidden Champions“ des Mittelstands in der Provinz sind beliebte Arbeitgeber; alleine im Allgäu sind die bekannten Marken „Fendt Traktoren“ (ACGO GmbH), Rösle Haushaltswaren, Dachser Spedition, Hudson Kunert usw. angesiedelt.
III) Wie verkaufe ich’s meinen Kunden?Egal, ob im Süden oder in Berlin: die persönliche Empfehlung ist die Eintrittskarte in mögliche geschäftliche Verbindungen. Im Allgäu ist es der bekannte Nachname und die Kontakte aus Chorzeiten, die verbinden. In Berlin sind es die beruflichen Netzwerke und die persönlichen Kontakte, die weiterhelfen. Während im Allgäu ein Eintrag in die Gelben Seiten sich tatsächlich lohnen könnte, weil die Konkurrenz überschaubar ist, will ich in Berlin eigentlich gar nicht wissen, ob es nun 2.500 oder 3.000 PR-Berater sind, mit denen ich konkurriere.
Gepriesen seien meine Eltern, die mich Hochdeutsch (mit süddeutscher Wortschatzeinfärbung) erzogen haben. Kaum betrete ich Berliner Boden, sage ich automatisch „Guten Tag“ und entferne ein Dutzend Wörter aus dem Alltagssprachschatz. Wenn ich beim Berliner Bäcker „Semmeln“ bestellte, müsste ich erstmal in „Schrippen“ übersetzen, weil ich sonst erstens breites Grinsen der Kunden sowie zweitens Unverständnis bei der Verkäuferin ernten würde.
Ohne mein zweites Standbein der Fähigkeit, in den Dialekt zu wechseln, wären jedoch Kundenbeziehungen vor Ort im Allgäu oder in München wesentlich schwerer. Die weiche Färbung der Sprache, das rollende R und ein „Pfüagott“ (Behüt dich Gott) beim Abschied sind gerne gehört.
Als Allgäuer fungiert man auch gleichzeitig als Urlaubsberater; wohl dem, der gute Hotels und Pensionen sowie schöne Ausflugsziele samt Logistik aus dem Ärmel schütteln kann. Das Ganze geht inzwischen auch umgekehrt, Hotelempfehlungen für Berlin & Potsdam und die Ostsee sowie Informationen zu Berliner Gepflogenheiten sind gern genommene Gesprächsaufhänger.
„Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ – dieser Spruch gilt für beide Regionen. Freundlichkeit und Offenheit ist in Süddeutschland eher zu Hause, wobei ich in Berlin auch sehr viele lustige Begegnungen habe, wenn die typische Berliner Schnauze augenzwinkernd direkten Kontakt aufnimmt. Alle reden über das Wetter – in Bayern aber meistens fachkundiger, was Wetteranzeichen und Naturgeschehen angeht.
Kurzum: alle sind sie liebenswürdig auf ihre Eigenarten, wenn man diese zu „lesen“ vermag.
Thema
Wie viele Kirchen braucht das Land?
Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit zieht es die Berliner wieder in Scharen aufs Land. Die Regionalzüge sind regelmäßig überfüllt. Über holprige Dorfstraßen rollen Radfahrer in bunter Designerkleidung. Auf dem Berliner Ring und den Zubringerautobahnen kommt es häufiger zu Staus.
Was suchen die gestressten Großstadtbewohner bei ihren Ausflügen in das Umland? Zuerst natürlich die Natur. Brandenburg hat herrliche Wälder zu bieten und wunderschöne Badeseen. Auch wenn längst nicht mehr jeder Ort über die alte Dorfkneipe verfügt, gibt es inzwischen Landrestaurants, die kulinarische Höhepunkte bieten. Daneben jedoch besteht bei immer mehr Besuchern der Wunsch nach Authentizität und das Bedürfnis, mehr über die Geschichte der jeweiligen Landschaft zu erfahren.
Von der Geschichte der Dörfer und ihrer Menschen berichten am anschaulichsten die über 1.400 Dorfkirchen und ihre Ausstattung. Zudem sind sie nach der Schließung von Schulen, Postämtern, Arztpraxen und Lebensmittelläden oft die letzten verbliebenen öffentlichen Räume im Gemeinwesen.
Nachdem in den letzten Jahren mehr als 85 Prozent der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft weggefallen sind und mangels Perspektive im großen Umfang die Jugend abwandert, erhält die Kirche im Dorf als Synonym für Heimat eine völlig neue Bedeutung.
Der gewaltige sozialräumliche Wandel der letzten Jahre hat auch vor den Kirchen nicht Halt gemacht. Entgegen der landläufigen Meinung vieler Wochenendtouristen wohnt bei weitem nicht mehr in jedem Dorf der Pfarrer direkt neben der Kirche. Viele Pastoren haben inzwischen mehr als fünfzehn Dörfer – und eben so viele Kirchengebäude – seelsorgerisch zu betreuen. Mit der Erhaltung und Sanierung ihrer Gotteshäuser sind die kleinen Gemeinden allein überfordert. Angesichts von tiefgreifenden demographischen und wirtschaftlichen Veränderungen sowie von gravierenden Brüchen des sozialen Zusammenlebens im ländlichen Raum stellt sich die Frage nach einer Neudefinition der Funktion der Kirche als Institution als auch der Kirchengebäude.
Seit einigen Jahren ist eine breite Bürgerbewegung im Wachsen. Mehr als 230 Fördervereine in einzelnen Orten bemühen sich, ihre Kirche im Dorf zu lassen. Dabei steht ihnen der 1990 gegründete Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (FAK) zur Seite. Der Förderkreis vergibt finanzielle Hilfen für Sanierungsprojekte, vermittelt Baugutachten, moderiert Gespräche mit Behörden und unterstützt die Gründung lokaler Vereine. Im Laufe der Zeit ist so ein solides Netzwerk entstanden, dem es nicht nur um die Erhaltung von Bauwerken geht. Vielmehr entsteht hier ein bürgerschaftliches Engagement, das die gesamte ländliche Entwicklung im Blick hat und wichtige soziokulturelle Funktionen übernimmt, die von den regionalen Verwaltungen nicht mehr geleistet werden können oder wollen. Einheimische und Zugezogene, Christen und Nichtchristen wirken zusammen, um sich ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Diese aus der Not geborene Art der Zivilgesellschaft probiert unbefangen Neues aus und hat längst Vorbildcharakter für die Lösung auch städtischer Probleme.
In enger Kooperation mit Kirchengemeinden und örtlichen Initiativen organisiert der FAK „Theater in Kirchen“, „Kirchen-Kunst-Routen“ und, gemeinsam mit dem Landesmusikschulverband, das Projekt „Musikschulen öffnen Kirchen“. So mancher Berliner erinnert sich noch lange an den selbst gebackenen Kuchen, den die Frauen des Dorfes nach dem Konzert auf dem Kirchhof verkaufen, um mit dem Erlös die Reparatur des Kirchendaches zu unterstützen.
Seit mittlerweile neun Jahren gibt der Förderkreis Alte Kirchen jährlich die Broschüre „Offene Kirchen“ heraus. Mittlerweile 800 Kirchengemeinden beteiligen sich an der Aktion. Der Adressteil ist für viele Touristen zu einer unverzichtbaren Planungsgrundlage für den nächsten Wochenendurlaub geworden. Im Rahmenteil des Heftes erscheinen Beiträge zur Geschichte und Kunstgeschichte brandenburgischer Kirchenbauten.
Ein großer Teil der Mitglieder und Unterstützer des Förderkreises Alte Kirchen lebt selbst in Berlin, ist aber dem „Umland“ in Zuneigung verbunden. Schließlich gehörte ein erheblicher Teil der heutigen Metropole vor nicht einmal hundert Jahren selbst noch zur Provinz. Erst 1920 entstand durch die Zusammenlegung von acht Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken das heutige Groß-Berlin. Zwar haben sich auch hier noch ehemalige Dorfkirchen erhalten. Sie stehen jedoch zumeist zwischen Neubaugebieten, stark befahrenen Straßen und riesigen Einkaufszentren.
Nur eine gute Stunde Autofahrt entfernt lässt sich dagegen die Hektik des Alltags für eine kurze Zeit vergessen. Es lohnt, ab und zu anzuhalten und in einer der alten Kirchen Rast zu machen. Sie für kommende Generationen zu erhalten, ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft.
Zusammenfassend lässt sich konstatieren: Wir haben nicht zu viele Kirchen, wir haben (noch) zu wenige Menschen, die sie besuchen. Dies gilt für die so genannte Provinz ebenso wie für die Metropole. Abhilfe lässt sich da am besten gemeinsam schaffen.
Weitere Informationen:
Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
Geschäftsführer: Bernd Janowski
Postfach 024675 10128 Berlin
Tel. und Fax: (0 30) 4 49 30 51 Mobil: (0170) 8 34 50 79
E-Mail: altekirchen@aol.com www.altekirchen.de
Thema
Die Schule der Raumpioniere
Der Zenit der sozialräumlichen Hochglanzpolitik ist überschritten. In Ostdeutschland nun schon wieder etwas länger. Denn die postsozialistische Gesellschaft ist bekanntlich nicht nur krisenerprobt, sondern übervorsichtig in Sachen unterkomplexer Raumbeschreibungen. Was ist zu tun, wenn Leitbilder, Kampagnen oder das viel bemühte ‚Stadt- und Regionalmarketing’ nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielen, weil die Brands der verheißungsvollen Regionen des Wissens, Lernens und der Kulturen den Menschen in ihrer Alltagswelt vor Ort oft wie Hohn ins Gesicht schlagen?
Eine Teilantwort lautet ganz sicher: Wir brauchen neue Beteiligungsformen und vor allem eine neue Schulpolitik in den so genannten peripheren Räumen. Denn hier entstehen geglaubte Raumbilder, die Werte und Orientierungen im kulturellen und sozialen Raum vermitteln – in welche Richtung auch immer. Im politisch-administrativen Raum findet hierzu offenkundig gerade ein Umdenken statt. Deutlich wurde das einmal mehr während eines Symposiums über „Raumpioniere“ im Frühjahr 2008 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam zu Ehren von Ulf Matthiesen. Schulen, so die Erkenntnis, die hinter diesem Umdenken stecken könnte, befördern eine proaktive Binnenkommunikation in einer zunehmend von Disparitäten gezeichneten Gesellschaft immer noch stärker als überregionale Durchhalteparolen, die in namhaften Agenturen nach Schema F und ohne sozialräumliche Offenheit, Neugier und Courage produziert werden - und die in ihrem braven Markenkern meist austauschbar sind. Vor allem gilt: Es sind nicht die Raumbilder, die den Raum prozessorientiert beschreiben können, sondern die Menschen, die darin leben und möglichst bleiben möchten, beschreiben den Raum, und sie geben ihm bildliche und symbolische Werte.
Wir machen uns zunächst ein Bild vom ‚Raum’, in dem wir von Anfang an wachsen können. Flächendeckende Rhetorik des Gleichmachens können da nicht mithalten. Es geht ganz klar um das Freilegen eigensinniger Raumbilder auf lokaler Ebene. Und die gibt es fast immer. Oft bleiben sie zu Ungunsten der Zivilgesellschaft, übrigens nicht nur in Ostdeutschland, seit Jahrzehnten verschollen und der Spürsinn für das Eigenwillige vor Ort scheint verloren. Ein hilfreiches Stichwort, staatlich alimentiert, ist nach wie vor die Lernende Region. Sind die Schulen da wirklich ausreichend einbezogen? Wo, wenn nicht über die klassischen Lernorte, über die Schulen, können wir die ersten sozial- und raumkulturellen Schritte seit jeher am besten einüben? Das nächste Museum war das erste, dem weitere folgten. Literarische Pfade beginnen vor der eigenen Haustür und führen dann weiter in einen übergreifenden Raumsinn hinein ebenso wie die ersten Angebote aus der bildenden und darstellenden Kunst. Dabei geht es keineswegs nur um große Namen und um ‚Hochkultur’…
Machen wir uns nichts vor, die Lage ist ernst und gibt selbst mit den inzwischen vielen guten Schulbeispielen wenig Grund zu Optimismus. Der Circulus vitiosus ist dramatisch genug: Mit den Schulen verschwinden nach und nach die Museen, Bibliotheken und Kinos. Zwischen 1994 und 2003 wurden zum Beispiel in Brandenburg 149 Grundschulen geschlossen, 25 Prozent des Bestandes. Der „demografische Erdrutsch“, wie er vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung als Naturkatastrophe beschrieben wird, wird auch in Zukunft seine Opfer fordern. 2006 und 2007 wurden in Brandenburg weitere 44 öffentliche Schulen abgeschafft. Und mal ehrlich: Wer ärgert sich eigentlich noch länger als drei Tage, wenn Kinder und Jugendliche inzwischen nicht mehr nur im Agglomerationsraum (Stichwort „Neuköllner Rütli-Schule“), sondern in letzter Zeit auch in der Fläche unter der Maxime des „Wegsperrens“ auf höchster politischer Ebene ‚verhandelt’ werden? Hoffentlich macht die Hessenrhetorik jetzt nicht Schule. Es ist an der Zeit, alternative raum- und bildungspolitische Wege zu finden. Wege mit besseren Hinweisen und weniger Verbotsschildern für diejenigen zivilgesellschaftlichen Gruppierungen, die das Risiko und das Wagnis auf sich nehmen, als „Pioniere“ im ländlichen und auch im städtischen Raum Bildungs- und Kultureinrichtungen zu (re-)animieren. Das wäre eine zukunftsfähige Raumpolitik und ein überfälliges Gegengewicht zu den Rekrutierungsversuchen vor bundesdeutschen Schulen in Gestalt der Ultrarechten.
Thema
Kulturland Brandenburg 2008:
»Provinz und Metropole | Metropole und Provinz«

„Provinz und Metropole | Metropole und Provinz“ – unter diesem Motto provoziert Kulturland Brandenburg in diesem Jahr bewusst, aber auch selbstbewusst mit dem vermeintlichen Gegensatz. Bei den Vorbereitungen wurde kontrovers darüber diskutiert, ob der Slogan vielleicht nicht etwas zu provokativ sei. Letztendlich hat man sich dann aber für den Titel entschieden, und das war – nicht nur aus PR-Sicht betrachtet – richtig so. Die Vielfalt der Veranstaltungen im Kulturlandjahr 2008 zeugt eindrücklich vom Selbstbewusstsein der kulturellen Akteure im Umgang mit dem Verhältnis von Provinz und Metropole – Brandenburg und Berlin. Zahlreiche Ausstellungen, Kunst- und Theaterprojekte, Veranstaltungen und Führungen beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit den vielschichtigen Verbindungen zwischen Brandenburg, Berlin und anderen Metropolen.
Zur offiziellen Saisoneröffnung lädt Kulturland Brandenburg am 23. Mai, ab 15.00 Uhr, in die selbstbewusste Provinz nach Luckau ein. Schauplatz der Auftaktveranstaltung ist das ehemalige Dominikanerkloster, das von 1747 bis 2005 als Gefängnis genutzt wurde. Derzeit wird der Gebäudekomplex umgebaut, im Oktober eröffnet dort das Museum der Niederlausitz. Die Besucher und Gäste der Auftaktveranstaltung werden die bereits renovierten, aber noch leer stehenden Räume der Klosterkirche erleben können. Nach einem Festakt mit Ministerpräsident Matthias Platzeck bietet ein vielfältiges Kulturprogramm die Möglichkeit, die zukünftige Kulturkirche und die Stadt Luckau zu erkunden.
Bereits ab 24. April ist im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam die zentrale Ausstellung „Mark und Metropole. Berlin-Brandenburg 1871 bis heute“ zu sehen. Die Ausstellung widmet sich in zwölf Kapiteln aus unterschiedlichen Gesichtspunkten den Beziehungen zwischen Berlin und Brandenburg. Sie beginnt mit der „Imageerfindung“ Brandenburgs durch Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, berichtet von Zu- und Abwanderung, den Material- und Nahrungslieferungen und erzählt schließlich die Entwicklung von der Bildung der Gemeinde Groß-Berlin im Jahr 1920 bis heute.
Der Anlass für das Themenjahr „Provinz und Metropole | Metropole und Provinz“ ist der 100. Geburtstag des Märkischen Museums in Berlin. Am 10. Juni 1908 wurde der markante Backsteinbau, der zahlreiche historische Gebäude der Mark Brandenburg zitiert, feierlich eröffnet. Die Ausstellung „Gefühlte Geschichte | 100 Jahre Märkisches Museum“ bietet einen virtuellen Rundgang durch das Museumsensemble der damaligen Zeit. Präsentiert werden historische Innenaufnahmen des Fotografen Ernst von Brauchitsch zusammen mit ausgewählten Originalexponaten aus der Ersteinrichtung des Museums. Die Ausstellung ist vom 11. April bis 1. Februar 2009 zu sehen.
Alle Provinzler und Metropolbewohner sind herzlich dazu eingeladen, sich auf Entdeckungsreisen zu begeben und Provinz und Metropole neu zu entdecken!
www.kulturland-brandenburg.dehttp://kulturland.blog.de/
Thema
Klößchen, Kloesschen oder Mark-Kloesschen?
Von einer, die sich aufmachte, das passende Rezept zu suchen
In dieser Ausgabe darf ein kulinarischer Beitrag aus der Region einfach nicht fehlen! Als Kommunikationsfachfrau mit Berufserfahrungen rund ums deutsche Agrargut kein Problem, denke ich und greife beherzt ins Küchenregal. In der Hoffnung, dort die kreative Eingebung zu finden, fällt mir als Erstes Bernhard Kaisers „Goldenes Kochbuch“ in die Hände. Das hat die Charlottenburger Standesbeamtin mir zur Eheschließung übergeben, obwohl mein Mann ganz sicher keinen unterernährten Eindruck gemacht hat. Auf Seite 56 finde ich das Rezept für die Markklößchen, Kalorienangaben gleich dazu. Weil ich mich mit einer Variante nicht zufrieden gebe und die anderen Werke ganz sicher nicht das bieten, was ich suche, frage ich bei Google nach – und hier eröffnet sich ein wahres Schlemmerparadies, das ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten will:
Markklößchen: 62.700 Treffer
Markkloesschen: 64.500 Treffer
Mark-Kloesschen: 64.900 Treffer
Mark Kloesschen: 10.200 Treffer
MarkKlößchen: 64.300 Treffer
Auf die Listung weiterer Schreibvarianten verzichte ich an dieser Stelle. Welcher Treffer aber bietet nun das authentischste Rezept? Nach schönen und weniger appetitlichen Bildern, der Sichtung einfacher und anspruchsvoller Rezepturen und zwei Stunden später bin ich satt – ohne auch nur irgendeine Kalorie auf den Hüften. Toll! Die zwar nicht ausführlichste, dafür aber beste Grundaufklärung liefert übrigens Wikipedia, gleich mit einem wichtigen Hinweis: besser Kalbs- als Rindermark verwenden – wegen BSE.
Jedenfalls hat das Internet für jeden was zu bieten. Aus Gründen des Urheberrechtsschutzes und der drohenden Übersättigung verzichte ich auf die Rezepte und gebe hier meine subjektive Empfehlung – sicher ist für jeden was dabei:
Für Kalorienzähler: www.fettrechner.de/Mark-Kl%F6%C3%9Fchen-kalorien/4475
Für Liebhaber von Fertigprodukten: www.valenzi.de/produkte/tiefkuehl/tk-suppeneinlagen.htm
Für Anfänger und Sicherheitsfanatiker: www.chefkoch.de/rezepte/371511122899439/Billas-Markkloesschen-die-immer-gelingen.html
Für TV-Kochshow-Fans: www.swr.de/buffet/guten-appetit/-/id=257024/nid=257024/did=272782/1miw8f9/index.html
Für Freunde der fundierten Wissenschaft: www.lebensmittellexikon.de/m0000800.php
Für Vegetarier: www.chefkoch.de/forum/2,34,180809/Vegetarische-quot-Mark-quot-kloesschen.html
Für Chatfreunde im Forum „World of Warcrafts“: www.wow-europe.com
Für Romantiker: www.ciao.de/Gunther_Markkloschen__Test_2735630
Eines dürfte deutlich geworden sein: das Internet bietet eine unglaubliche Vielfalt – an Meinungen, Varianten und sogar in Foren wird über die kleinen Kügelchen diskutiert, die mit etwa 270 ccal/1.30 Kilojoule zu Buche schlagen.
Für die Richtigkeit und Funktionalität der angegebenen Links zum Zeitpunkt der Herausgabe unserer streusandbüchse.de kann ich übrigens keine Garantie übernehmen. Dass Mark-Klößchen/Mark Kloesschen/Markklösschen bzw. Mark-Kloesschen jedoch irgend etwas mit der Mark Brandenburg zu tun haben könnten, kann ich nicht bestätigen.
Viel Spaß beim Surfen, Kochen und Schlemmen wünscht Birgit Grigoriou
Wahl
Sie haben die Wahl!
Alle
Mitglieder der DPRG-Landesgruppe Berlin/Brandenburg sind herzlich zur
Wahl ihres neuen Vorstands eingeladen. Der amtierende Vorstand
verabschiedet sich am 21. Mai nach drei Jahren. Langjährige Vertreter
und neue Kandidaten stellen sich an diesem Tag gemäß Satzung den
Neuwahlen. Entscheiden Sie mit, wer Ihre Interessen zukünftig vertritt.
Außerdem erwartet Sie an diesem Abend ein besonderes Highlight: "be
Berlin" - die neue Kampagne für die Hauptstadtregion wird Ihnen
vorgestellt!
Die Einladung, die
Kandidatenportraits und organisatorische Hinweise sowie Vordrucke zur Anmeldung
und Stimmübertragung finden Sie in diesem Dokument (PDF, 140 KB). Zur
Ansicht benötigen Sie den Acrobat Reader, den Sie kostenlos hier
herunterladen können.
Birgit Grigoriou
Kommentar
Koch's Rezepte und Reflexionen
Blick zurück nach vorn – Gedanken zum Staffettenwechsel

Matthias Koch
„Früher war sowieso alles besser!“ So oder so ähnlich lautet häufig der Kommentar älterer Zeitgenossen zum gesellschaftlichen Wandel. Aber stimmt das auch für unseren „Familien-Club“ DPRG, zumal in Berlin und Brandenburg? Hier scheinen Zweifel angebracht und ich erlaube mir am Ende meiner Amtszeit, die rund drei Legislaturperioden á drei Jahre umfasst, einen vergleichenden Blick auf die Anfangsphase wie auf den heutigen status quo.
Rückblende 1999: Der Landesverband hatte damals genau 199 Mitgliedern, war stark vom alten West-Berlin geprägt und der damalige Vorstand bestand aus vier Mitgliedern. Vorstandssitzungen fanden eher unregelmäßig und ohne Junioren statt. An Veranstaltungen gab es schlecht besuchte „Stammtische“, die traditionellen „Weihnachtsessen“ sowie „Neujahrsempfänge“. Für die verbandsinterne Kommunikation gab es weder einen Newsletter noch einen Flyer. Seminare und Trainings? Fehlanzeige. Brandenburg? Weit weg. Von Aufbruchstimmung war also weithin keine Spur. Der entscheidende Wandel, der in der Folgezeit einsetzte, hatte mehrere Ursachen: Der Vorstand wurde Zug um Zug durch kompetente PR-Köpfe mit unterschiedlicher Expertise und Ausrichtung innerhalb unserer Profession aufgefrischt und erweitert. Aus den anfangs vier Vorständlern wurde im Laufe der Zeit ein Team von rund zehn Kolleginnen und Kollegen, die unterschiedliche Facetten einbrachten: Unternehmenskommunikation, Wissenschaftskommunikation, Public Affairs, Kultur-PR, Event-PR sowie Agentur-Know-how. Damit aus den engagierten Kollegen ein Team wurde, führten wir 2001 unsere Jahresklausuren ein, bei denen in etwa zu gleichen Teilen der Austausch über strategische Fragen des Landesvorstandes sowie die ganz konkrete Jahresplanung des Folgejahres im Mittelpunkt standen. Ganz am Anfang gaben wir uns ein Leitbild (Vision & Mission), so dass wir ab diesem Zeitpunkt unser Handeln immer wieder daran ausrichten konnten.
Wozu hat das inzwischen geführt: Der DPRG-Landesverband Berlin/Brandenburg besteht inzwischen aus rund 280 ordentlichen Mitgliedern und 140 Gästen. Alle vier Wochen finden unsere Vorstandssitzungen in Anwesenheit der DPRG-Junioren statt. Und natürlich mit Agenda und Protokoll. Die Stammtische heißen heute „Jours Roulants“ und werden alle vier bis sechs Wochen – teilweise in Kooperation mit anderen Kommunikationsverbänden – veranstaltet. Sie sind gemeinsam mit der streusandbuechse.de zur Marke unseres Landesverbandes geworden. Ein Info-Flyer stellt seit letztem Jahr unsere Arbeit und unseren Anspruch vor. Es finden inzwischen mehrmals jährlich Seminare und Trainings zu günstigen Konditionen statt. Von den besonderen Highlights ganz zu schweigen, die inzwischen ihren Platz in den Verbandsannalen gefunden haben: „Deutscher PR-Tag 2003 zum Thema Public Affairs“ oder etwa der „Neujahresempfang in den Nordischen Botschaften“ 2007.
Die DPRG Landesgruppe Berlin/Brandenburg steht heute insgesamt erheblich besser da als vor neun Jahren und das hat sich inzwischen auch andernorts herumgesprochen. Dabei erscheinen mir unsere besondere Art und Weise des freundschaftlich-kollegialen Umgangs miteinander sowie der „herrschaftsfreie Diskurs“ als die beiden entscheidenden Erfolgsfaktoren. Mit anderen Worten: Wir haben gelernt Konflikte „hart aber fair“, jedoch niemals verletzend miteinander auszutragen.
Dass dies so möglich war, dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich und sehr herzlich bei meinen Vorstandskollegen bedanken: Nur mit Euch gemeinsam war es mir möglich, den Landesverband Berlin/Brandenburg auf ein beachtliches Niveau zu heben. Darauf bin ich heute mit Euch zusammen wirklich stolz!
Interview zum Thema
Wissenschaftskommunikation Berlin-Brandenburg
Susann Morgner im Gespräch mit Gisela
Lerch (GL), Leiterin des Referats Information und Kommunikation der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Berlin und Brandenburg - auch wenn die Länder bisher nicht amtlich fusioniert sind, gibt es bereits viele gemeinsame Aktionen und Einrichtungen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften trägt den Anspruch einer gemeinsamen Institution bereits im Namen. Stellt das speziell die Kommunikation vor besondere Aufgaben?
GL: Wir werden als Einrichtung zwar von zwei Ländern getragen, agieren als Akademie aber bundesweit. Unsere Aktivitäten in Brandenburg haben wir in den letzten zwei Jahren dabei deutlich verstärkt. Es gibt mehrere Forschungsvorhaben, die in Potsdam angesiedelt sind. Daneben sind wir mit Initiativen und Veranstaltungen präsent: Unsere Mitglieder und Mitarbeiter halten zum Beispiel Vorträge an Brandenburger Schulen, neuerdings findet auch eine alljährliche Festveranstaltung der Akademie in Potsdam statt. Wir stellen übrigens immer wieder fest, dass die Presse in Brandenburg sehr aufgeschlossen ist, so dass wir unsere Themen dort mitunter leichter platzieren können als in der ‚Hauptstadtpresse’.
Die Akademie ist mit Häusern in Potsdam und Berlin vertreten - die Kommunikationsabteilung sitzt nur in Berlin. Bringt das Schwierigkeiten mit sich oder kommuniziert es sich von Berlin aus einfacher?
Wir haben zum Glück Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unseren Potsdamer Arbeitsvorhaben am Neuen Markt, die engen Kontakt halten zu den Medien vor Ort. Zudem hat uns das Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Potsdam immer auch unterstützt, zum Beispiel durch gemeinsam veranstaltete Pressekonferenzen, wenn es darum ging, unsere Aktivitäten in Brandenburg publik zu machen. Ohne diese doppelte Hilfe wäre die Aufgabe kaum zu lösen.
Wie wichtig ist für die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften überhaupt die regionale, also die Berlin-Brandenburgische Kommunikation? Oder zielt die PR vielmehr auf überregionale und wissenschaftsspezifische Zielgruppen ab?
Mit unseren Pressemitteilungen und unseren Publikationen versuchen wir immer auch ein überregionales Publikum anzusprechen, die Veranstaltungen dagegen richten sich in erster Linie an die Menschen aus der Region. Interessant ist, dass zu unserem ‚Einsteintag’, den wir alljährlich im kleineren Potsdam feiern, ebenso viele Menschen kommen wie zu unserem ‚Leibniztag’, der einmal im Jahr im großen Berlin, im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, veranstaltet wird.
Interview zum Thema
Soziale Kompetenz
„Wer führen und überzeugen will, muss freundlich sein.“
Die Relevanz sozialer Kompetenz
scheint für Führungskräfte und Berater ein Dauerthema zu sein.
Schließlich überzeugen PR-Berater im Kundenkontakt nicht zuletzt auch
aufgrund ihrer von Empathie und Wertschätzung geprägten Kommunikation.
Grund genug, das scheinbar weiche Thema „soziale Kompetenz“ ein wenig
näher zu beleuchten. Alexander Moritz sprach für streusandbuechse.de
mit der Fachtrainerin Sandra Eisenmann über Möglichkeiten und Grenzen
sozialer Kompetenz.
Frau Eisenmann, was genau verstehen Sie unter „sozialer Kompetenz“?
Eisenmann: Soziale Kompetenz umfasst für mich ein Zusammenspiel von Selbstbewusstsein, im Sinne von „mir selbst darüber im Klaren sein, was ich tue“ und der Fähigkeit, Verantwortung für das eigene Handeln voll und ganz zu übernehmen.
Darüber hinaus die Fähigkeit, eigene Ziele im Abgleich mit den Zielen des Umfelds so zu verfolgen, dass sie nicht nur akzeptiert sondern auch im Sinne des Allgemeinwohls verstanden werden.
Was macht soziale Kompetenz im Arbeitsalltag so wichtig?
Eisenmann: Überall dort, wo Menschen zusammentreffen, entscheiden hauptsächlich soziale Fähigkeiten über die Zukunft von Personen, Beziehungen und Organisationen. Soziale Intelligenz wurde gerade in den letzten Jahren zu einem bedeutenden – und viel diskutierten – Kriterium für erfolgreiches Miteinander im beruflichen und privaten Bereich.
Können Sie die Relevanz dieses „weichen“ Themas durch „harte“ Zahlen belegen?
Eisenmann: Nach einer IBM-Studie sind karriereförderlich: zu 60 Prozent gute Kontakte, zu 30 Prozent das Auftreten und nur zu 10 Prozent die Fachkompetenz. David Goleman spricht der Fachkompetenz in seinem Bestseller "Emotionale Intelligenz" zwar noch 25 Prozent Anteil am Berufserfolg zu, doch es hat sich herumgesprochen: der Intelligenzquotient ist längst nicht mehr das Maß aller Dinge.
Ist „soziale Kompetenz“ trainierbar?
Eisenmann: Man kann soziale Kompetenz trainieren. Allerdings ist dazu eine offene Haltung und Neugier auf eigene Entwicklungsfelder erforderlich und der Wunsch, sich selbst in diese Richtung weiterzuentwickeln. Die innere Haltung eines Menschen ändert sich jedoch nur, wenn er dadurch einen Gewinn vor allem für sich selbst und erst im zweiten Schritt für andere sieht. Tiefer liegende Glaubenssätze und Grundüberzeugungen zu verändern, die sozial kompetentes Verhalten behindern (wie zum Beispiel „Ich muss alles selbst machen“ oder „Ich bin verantwortlich dafür, dass meine Mitarbeiter motiviert sind“) bedeutet jedoch oft, sich auf einen längeren Prozess des Umdenkens einzulassen. Dafür sind verschiedene Techniken zur Verbesserung der Kommunikation sehr hilfreich und leicht erlernbar.
Warum ist „soziale Kompetenz“ überhaupt ein Trainingsthema? Ist uns das „Soziale“ nicht in die Wiege gelegt?
Eisenmann: Eine Art von sozialer Kompetenz wird jedem mit in die Wiege gelegt, passend zu dem sozialen System, in dem er aufwächst.
Betriebswirtschaftlich wurden Menschen lange Zeit nur als Betriebsmittel gesehen. Heute wird deutlich, dass Menschen der Erfolgsfaktor im Unternehmen sind. Daher ist es notwendig sich zu fragen, wie kann ich meine Mitarbeiter unterstützen in ihrem Miteinander, in ihren Beziehungen zu einander, damit sie in Balance bleiben und gute Ergebnisse abliefern. Gute Mitarbeiter sind umkämpft, deshalb ist es wichtig, ihnen einen Anreiz zur Identifikation mit dem Unternehmen zu geben. Hierbei spielen persönliche Bindungen und das Arbeitsklima eine große Rolle.
In Zeiten der Veränderung und der Beschleunigung entsteht viel Unsicherheit. Eine verlässliche Beziehungsebene gibt dabei Stabilität.
Was sind Bestandteile dieser Trainings?
Eisenmann: Soziale Kompetenz ist ein weites Feld. In meinem Trainingskonzept wird der Fokus auf einige wenige Aspekte sozialer Kompetenz gerichtet, die jedoch maßgeblich für alle angrenzenden Bereiche von Bedeutung sind. Dazu gehören „Empathie“, „Umgang mit Emotionen“, „Wertschätzung“, „Wahrnehmung“ und „transparente Kommunikation“. Die hier gewählten Schwerpunkte greifen ineinander und bilden gemeinsam eine fundierte Grundlage in der Interaktion mit Menschen.
Wie macht sich ein Zuwachs an „sozialer Kompetenz“ bemerkbar?
Eisenmann: Veränderungen finden oft nur in kleinen Schritten statt, die dennoch viel bewegen können. Ein großer Lernerfolg ist erreicht, wenn eigene Glaubensätze oder innere Haltungen verändert sind und dies im sozialen Umfeld wahrgenommen und auch vom Umfeld integriert wird. Zum Beispiel, wenn sich jemand von dem Glaubenssatz löst „Ich muss es selbst machen“ und endlich lernt so zu delegieren, dass andere ihm die Arbeit gerne abnehmen.
Sandra Eisenmann ist Fachtrainerin für „soziale Kompetenz“. Sie arbeitet in Frankfurt und hat für managerSeminare ein CD-Trainingskonzept zum Thema „Soziale Kompetenz“ veröffentlicht.
Sandra Eisenmann: Soziale Kompetenz. CD-Trainingskonzept. managerSeminare Verlags GmbH, Bonn 2007.
Glosse
Willkommen in Bad Berlin
Achim Kühne-Henrichs über Stadt und „Umland“ in Zeiten der Globalisierung
Francois Sodji, mein Nachbar im Gewerbehof in der Bundesallee, kam gestern mal wieder aus Shenzhen zurück nach Berlin. In China lässt er Telefonanlagen bauen. Für Afrika. Drei bis vier Mal im Jahr jettet Francois um die Welt. „In Afrika muss man die Leute gut kennen, wenn man ins Geschäft kommen will“, sagt er. In China wie-derum müsse man immer wieder auf die Qualität der Produkte achten - und ständig mit den chinesischen Geschäftspartnern Essen gehen. Das sei auf Dauer schon an-strengend, sowohl der permanente Qualitätscheck als auch das anschließende, stets lebhaft laute chinesische Geschäftsessen.
Wie kommt ein solcher Globalisierungsmanager, der zwischen Europa, Asien und Afrika einen Geschäftserfolg nach dem anderen einheimst, ausgerechnet auf Berlin. Wieso hat er sein Büro in einem Gewerbehof am Walther-Schreiber-Platz? Was reizt ihn an Berlin?
Gebürtig aus dem Senegal ist sein klassischer Europa-Standort natürlich Paris. „Aber dort“, sagt er, „finde ich keinen Parkplatz.“ Außerdem seien die Mieten und überhaupt das alltägliche Leben in Paris viermal so teuer. „Für das Geld kann ich jederzeit rüber fliegen“, hat er sich ausgerechnet. Und dass es bislang keine direkte Flugverbindung von Berlin nach Shenzen gibt, damit kann er leben. „Wenn ich von meinen Ge-schäftsreisen zurück nach Berlin komme, habe ich ein Gefühl wie Urlaub. Hier ist alles so ruhig und überschaubar. Die Luft ist gut. Es gibt so viele Bäume in der Stadt. Da kann ich sehr gut neue Ideen entwickeln.“
Derweil gehen die Kinder gleich um die Ecke von seinem Büro im grünen Stadtteil Berlin Friedenau zur Schule. Sie brauchen keinen Begleitschutz. Alles ist übersicht-lich und freundlich. „Das gibt es nur in Berlin“, sagt der Weltgeschäftsreisende voller Überzeugung.
Eine überraschende Perspektive für uns deutsche Hauptstädter: Unsere Millionen-stadt Berlin als die kleinste und grünste Metropole der globalisierten Welt. Nirgendwo sonst, weder in Paris noch in Shenzhen noch in Dakar oder Ouagadougou ist das alltägliche Leben so entspannt. Klar meckern wir Berliner den ganzen Tag. Aber das scheint für wirklich weltläufige Menschen eine nette folkloristische Eigenart zu sein.
Was heißt das für die Stadt und ihr Umland, wenn wir im weltweiten Ranking offenbar als Kurort und mentale Wellness-Oase identifiziert werden? Klar: kulturelle Vielfalt als Willkommensgruß. Dann: weiterhin günstige Lebenshaltungskosten. Dann: auch in Zukunft viele Bäume im Stadt- und Straßenbild. Dann: Paddeln auf der Spree. Stei-gerung: Baden im Fluss.
Und das Umland? Wie wäre es mit einer Einladung an die Welt, in den einsamen Landschaften rund um Berlin eine gepflegte Auszeit zu nehmen. Ohne Telefon. Das wäre weltweit einmalig. Denn so etwas, eine telefonfreie Zone, gibt es heute nicht mal mehr in Afrika.
Junioren
Was läuft eigentlich gerade bei den Junioren?
Diese Frage stellen sich (hoffentlich) viele der DPRG-Mitglieder, die ihre Juniorenzeit (wenn auch nur aus Beitragsgründen und nicht gefühlt) schon lange hinter sich gelassen haben. Bei den Berliner Junioren ist das neue Sprecherteam (David Haubold mit Stellvertretern Aishah El Muntasser und Holger Marth) nun seit etwas mehr als einem Jahr im Amt – und zieht eine positive Bilanz.
Die Teilnehmerzahl der Juniorentreffen ist zusammen mit den Neueintritten stetig gestiegen, besonders die Treffen in wechselnden Bars und Kneipen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Neben neuen und alten Junioren freut sich das Sprecherteam auch immer über erfahrene Mitglieder, die als „alte Hasen“ die Treffen besuchen und aus der täglichen Praxis erzählen. Interessenten können sich gerne bei David Haubold unter
david.haubold@dprg-berlin.de melden.
Neben den regelmäßigen Treffen ist außerdem der Besuch bei DPRG-Firmenmitglied Hill & Knowlton im November letzten Jahres besonders zu erwähnen. In mehreren Kleingruppen erarbeiteten 20 Junioren unter Anleitung mehrerer Hill & Knowlton Berater Modelle für PR-Konzepte und PR-Maßnahmen, die dann mit Praxislösungen verglichen wurden.
Im Januar 2008 organisierten die Junioren ein sehr gut besuchtes Seminar zum Thema Rhetorik und Präsentation mit dem Berliner Trainer Jörg Gruhl. Im Februar stellte DPRG-Mitglied Annja Weinberger ihr neues Buch „Flyer optimal texten, gestalten, produzieren“ vor.
Die Juniorenarbeit läuft aber nicht nur in Berlin mit viel Schwung, auch bundesweit gibt es derzeit zahlreiche Aktivitäten. Neben dem Junior Award, der wie 2007 zusammen mit dem PR-Preis verliehen wird, ist wie in den letzten Jahren für 2008/2009 wieder eine bundesweite Roadshow an Universitäten und Fachhochschulen geplant, um den Bekanntheitsgrad der DPRG unter Studenten zu steigern und weiteren Nachwuchs zu gewinnen. Auch hier werden für die Berliner Veranstaltung(en) noch Mitglieder der Landesgruppe gesucht, die sich für kurze Diskussionsrunden und Informationsrunden zur Verfügung stellen (Kontakt:
holger.marth@dprg-berlin.de).
Neben den regelmäßigen Treffen vernetzen sich die DPRG-Junioren auch online immer besser. Die Gruppe der DPRG-Junioren beim Onlinenetzwerk www.xing.com hat schon fast 200 Mitglieder und wird von den Juniorensprechern aller Landesgruppen rege genutzt, um Veranstaltungen anzukündigen und potenzielle Mitglieder über die Aktivitäten der DPRG zu informieren. In diesem Sinne: klicken Sie doch mal rein und empfehlen Sie uns weiter!
Termine
Terminkalender 2008 – Jahresübersicht*
2. Trendforum Gesundheitskommunikation „Trends erkennen – Zukunft gestalten“ und Verleihung des Health Media Awards 200813. bis 14.05.2008, Köln
Veranstalter: EEC Network
http://www.eec-network.dehttp://www.gesundheitskommunikation.de4. MedTech-Kommunikationskongress „Professionalisierung der Kommunikationsarbeit in der MedTech-Branche“26. bis 27.05.2008, Frankfurt am Main
Veranstalter: MedInform
http://www.medinform.deDPRG-Mitgliederversammlung mit Wahlen des Landesvorstandes Berlin/Brandenburg**21.05.2008, 18:00 Uhr, Berlin
Wir bedanken uns für die Unterstützung bei „The Westin Grand Hotel, Berlin“
http://www.streusandbuechse.dehttp://aktuelles.westin.de/berlin/DPRG Mitgliederversammlung mit Wahlen des Bundesvorstandes**14.06.2008, Stuttgart
http://www.dprg.demedia coffee „Im Sog des Internets – was bleibt übrig von Print, TV und Radio?“27.05.2008, Köln
03.06.2008, Frankfurt am Main
18.06.2008, Berlin
07.07.2008, München
Veranstalter: newsaktuell
http://www.newsaktuell.deVerleihung des inkom Grand Prix 2008 27.06.2008, Berlin, Bundespresseamt
Veranstalter: DPRG
http://www.inkom-grandprix.com/Sommerfest der DPRG-Landesgruppe Berlin/Brandenburg**04.07.2008, Berlin
Veranstalter: DPRG Landesgruppe Berlin/Brandenburg
Wollen Sie unser Sommerfest unterstützen? Gern steht Ihnen für Ihre Anfrage Birgit Grigoriou unter
Birgit.Grigoriou@dprg-berlin.de zur Verfügung.
PR-Sail 2008 29.08.2008, ganztägig, Berlin, Seglervereinigung 1903 e.V. Berlin
Veranstalter: PR Report/Haymarket Media GmbH
http://www.prreport.deDPRG PR-Tag 2008 19.09.2008, Wiesbaden
Veranstalter: DPRG
http://www.dprg.deDeutscher PR-Preis / Deutscher Image Award 2008 19.09.2008, Kurhaus Wiesbaden
Veranstalter: DPRG und F.A.Z. Institut
http://www.dprg.deKommunikationskongress 2008 und Speakers Night09. bis 10.10.2008, Berlin, bcc
Veranstalter: Bundesverband deutscher Pressesprecher BdP. Fachmagazin pressesprecher, Helios Media GmbH
http://www.kommunikationskongress.dehttp://www.pressesprecherverband.de3rd International CSR-Conference „Corporate Responsibility and Governance08. bis 10.10.2008, Berlin, Humboldt-Universität
Veranstalter: Institut für Management der Humboldt-Universität Berlin
http://www2.wiwi.hu-berlin.de/institute/im/csr/en_konferenz_konferenz.htmlPolitikkongress 2008 und Politik Award27.-28.11.2008, Berlin
Veranstalter: Fachmagazin politik & kommunikation, Helios Media GmbH
http://www.politikkongress.de50. Geburtstag der DPRG**08.12.2008, Bonn
Veranstalter: DPRG e.V.
http://www.dprg.de* Irrtümer vorbehalten
** Auf besondere Einladung
Neue Mitglieder*
Neue Mitglieder*
Herzlich willkommen in der DPRG Landesgruppe Berlin/Brandenburg
Katrin Bernat +++ Nanett Bier +++ Christina Böttche +++ Hauke
Brekenfeld (Johannsen + Kretschmer) +++ Anna Czechowska +++ Marc
Däumler (EXCOGNITO – Agentur für Kommunikation) +++ Sabine Dörr +++
Maja Geisler (infoum Verlags- u. Verwaltungs GmbH – Informationskreis
KernEnergie) +++ Franziska Grabe +++ Liesbeth Greulich +++ Martin
Gritzbach (Johanssen + Kretschmer) +++ Norman Holler +++ Thomas Krieger
+++ Christian Kröger (Spreeconsult) +++ Katja Laskowski +++ Mana Alia
Mohammed +++ Marlies Philipp +++ Manuela Richter +++ Ilona Schäkel +++
Lisa Schürmann +++ Angelika Simon (Deutsche Bahn AG) +++ Petra Strelan
(TMS GmbH) +++ Bastian Thöle +++ Florian Trott
*ab Oktober 2007 bis Redaktionsschluss 10.04.2008
Literaturtipps
Literaturtipps
Neuerscheinung
Fuderholz/Propach: Dialog statt Marketing. Der Weg aus der Imagekrise.
Hirschenverlag, Fürth 2008. ISBN 978-3-939480-05-1 (24,90 €)
www.dialog-statt-marketing.de
Neuer Ratgeber „Flyer – optimal texten, gestalten, produzieren“
Mit dem ersten Ratgeber, der sich vollständig auf Flyer konzentriert,
weist der Designbuch-Verlag Stiebner dem Medium einen angemessenen
Platz im Marketing-Mix zu. In „Flyer – optimal texten, gestalten,
produzieren“ erklärt die Autorin Annja Weinberger auf leicht
verständliche Weise, worauf es beim Entwickeln hochwertiger Faltblätter
ankommt. Das How-To-Do-It-Buch richtet sich an alle, die wirkungsvolle
Flyer erstellen wollen: an feste und freie Mitarbeiter in PR- und
Werbeagenturen, an Marketing-Verantwortliche einer Firma oder
Organisation, an Selbstständige und Existenzgründer. Auch Auftraggeber
und Dozenten profitieren von dem praxisnahen Buch.
„Flyer optimal texten, gestalten, produzieren“
Annja Weinberger
Neuerscheinung Oktober 2007, 168 Seiten, 4-farbig, 24,- Euro
Stiebner Verlag GmbH, München
ISBN: 978-3-8307-0842-1
http://www.flyeroptimal.de