
| Ausgabe 20 / Dezember 2008 | |||
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ThemaVorkämpfer für gesundheitliche PräventionUlf Fink baut in der Region Berlin/Brandenburg zukunftsfähige Netwerke auf- Von Maria Borgmann - Gesundheitsprävention und Qualitätskontrolle in der Medizin und Gesundheitswirtschaft sind die beiden großen Ziele, für die Ulf Fink seine ganze berufliche Erfahrung und sein in Jahrzehnten gesponnenes Netzwerk engagiert einsetzt. Der studierte Diplomvolkswirt begann seine Karriere 1967 im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung unter Hermann Katzer und hatte als CDU-Mitglied zahlreiche hohe Ämter inne. In Berlin war er 1981-1989 Senator für Gesundheit und Soziales, 1985-1992 Mitglied des Abgeordnetenhauses und 1991-1993 Vorsitzender des Landesverbandes der CDU Brandenburg. Von früh auf galt sein Interesse sozialen und gesundheitspolitischen Fragen, und so hat er z.B. schon in den 1970er Jahren in Nordrhein-Westfalen die ersten Sozialstationen ins Leben gerufen und war 1981 der „Miterfinder“ dieser segensreichen Einrichtung in Berlin. Seit nicht mehr die Politik im Vordergrund der beruflichen Tätigkeit steht, widmet sich Ulf Fink mit aller Kraft und Leidenschaft den beiden erwähnten Themen, die für die Gesundheitspolitik grundlegend sind. 2003 gründete er den Verein „Gesundheitsstadt Berlin“, dem 170 Mitglieder angehören, darunter alle deutschen Banken „und das ganze Feld der Gesundheitswirtschaft.“ 1995 rief er die WISO-Gruppe ins Leben, die Kongresse und Tagungen, Gutachten und Studien sowie Projekte zu sozioökonomischen Themen initiiert. 1996 führte die Gruppe dann unter seiner Leitung den ersten Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin durch, heute neben der Düsseldorfer MEDICA der größte medizinische Kongress in Deutschland. Fink geht es um die Vernetzung von Partnern und Aktivitäten, die sonst nicht zustande kämen und die auch die Wertschöpfungsketten in Berlin und Brandenburg sichtbar machen. Immer wieder betont er das konkurrenzlos große Potenzial der Region auf dem gesundheitspolitischen und -wirtschaftlichen Gebiet. Awareness ist ein Schlüsselwort, das er immer wieder benutzt und mit dem er aufmerksam macht auf die Qualität in der Medizin, die in Deutschland im Prinzip hochleistungsfähig, aber auch verbesserungswürdig ist und mehr Transparenz braucht. Er rief z.B. den Klinikvergleich im „Tagesspiegel“ ins Leben und entwickelt den Pflegeheimvergleich weiter. Das bedeutet: Alle Aktivitäten, die er anstößt und durchführt, haben auch einen direkten praktischen Nutzwert für die Bürgerinnen und Bürger, ein Ziel, das für Fink zentrale Bedeutung hat. Mehr Qualität statt Quantität ist die Devise, und so setzt er sich auch für Medizinische Versorgungszentren ein, die zum wichtigen Wirtschaftszweig werden und durch Synergien nicht nur dem Kranken nutzen, sondern auch in der Prävention mehr leisten können als der „einzelkämpferische“ Arzt. No aging, Älterwerden mit gesundheitlichem Wohlbefinden, funktioniert nur mit Prävention. „Die Älteren sind ein Segen, eine Hoffnung für das Land“, so seine Überzeugung, nur müssen sie gesund bleiben. Das ist das „Megathema“ unserer Zeit, und so plant er für 2010 eine Leitkongress-Messe für langes gesundes Leben. Insbesondere die Prävention in Metropolen sieht Fink als ein spezielles Problem, übrigens auch eine besser gerüstete Katastrophenmedizin, wie sie z.B. nach Terroranschlägen gefordert ist. Bei diesem Thema nimmt die Berliner Charité eine führende Rolle ein. Was den Präsidenten des Kneipp-Bundes e.V. in Harnisch bringt, ist die Tatsache, dass „unser Gesundheitswesen zu 95 % auf Heilung und nur zu 5 % auf Prävention ausgerichtet ist, also haben wir ein Krankenheilungs- und nicht ein „Gesundheitssystem!“ Das möchte Fink mit aller Kraft ändern und dazu beitragen, dass z.B. nicht mehr 30 Milliarden € Kosten für Krankenversicherung und Arbeitsausfälle infolge von Diabetes und Folgekrankheiten anfallen statt der erforderlichen 10 Mrd. für Prävention, bezogen auf die kommenden 10 Jahre. „Wir brauchen ein abgestuftes Vorgehen von Staat, Sozialversicherung und Privaten“, so sein Credo, „eine Belohnung der Gesundheitsbewussten.“ Zu mehr Eigenverantwortung und gesundheitsbewusstem Verhalten, das schon im Kindergarten gefördert werden sollte, will er mit entsprechenden Kampagnen aufrufen ähnlich der AIDS-Kampagne, die er als Berliner Gesundheitssenator begründet hat. Partnerschaften mit Moskau und der Türkei auf gesundheitspolitischem Gebiet liegen ihm am Herzen, aber auch ein Europa-Projekt zur Verbesserung der Krankenhauskapazitäten. Die Liste seiner Ziele ließe sich fast endlos fortsetzen. Gefragt nach seinen Hobbies nennt er u.a. Tennis und Gitarrespielen (Skiffle-Musik). Und warum immer wieder die Liebe zur Türkei? „Wer Griechenland sucht, findet es in der Türkei.“ Auch das ein „typischer Fink“! |