
| Ausgabe 24 / August 2011 | |||
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ThemaVon Bären, Marken und WendepelzenWie macht sich eigentlich das Berliner Wappentier als Markenbotschafter?- Von Harald Dudel - Dass die Berliner sich etwas schwertun, ihre Stadtmarke stimmig zu verkörpern, lässt sich kaum übersehen. Dabei sollte doch der Stadtname, nimmt man einen kleinen Vokaltausch in Kauf, eigentlich schnurstracks dahinführen: BÄRlin. Ob allerdings das Namenstier die urbanen Hauptstädter-Tugenden des 21sten Jahrhunderts verkörpert, muss stark bezweifelt werden: faul auf der Bärenhaut liegend, tapsig, schreckhaft bis angstbeißerisch, sich dann womöglich in ungestümer Wut entladend – das dürfte nicht mal für eine U-Bahn-Fahrgastprüfung reichen. Doch so richtig wählerisch sind die Hauptstädter auch in der Farbwahl ihres Wappentiers nicht. Ist der Bär laut Stadtwappen noch schwarz, mutiert er in manchen Darstellungen eher zu einem Mitglied der Brownie-Bande. Ganz abgesehen von zwischenzeitlichen Flirts Richtung Panda. Aber seit Knuddel-Knut ist das Markentier ohnehin weiß. Dass der kleine Sympathieträger der Stadt und den Kassen des Zoos soooo millionenfach bärenstark gut getan hat, mag die farbliche Pelzwende rechtfertigen. Und dass ihm sein Markenbotschaftertum nicht annähernd gedankt wurde, lässt sogar die Zahl gefühlter Identifikationspersonen sprunghaft in die Höhe schnellen. Dass der Arme nicht ganz richtig im Kopf war, dürfte ihn zwar nicht so sehr von manchen zweibeinigen Zeitgenossen der Stadtlandschaft unterscheiden, punktet ihn indes als Vorbild nieder. Dafür wäre er wohl genauso wenig geeignet wie unser Ex-Verteidigungs- als künftiger Bildungsminister. Dass anlässlich seiner (Knuts) weiterer Verwendung der Satz „ausgestopft zu werden, ist keine Schande“, zur Sprache kam, dürfte die Zahl freiwilliger Identifikanten ohnedies wieder einschränken. Also ist die Stadt wieder mal auf der Suche. Wir alle dürfen gespannt sein, welche Farbe demnächst dran ist – vielleicht grün/rot beziehungsweise eher rot/grün ─wenn man aktuellen Prognosen Glauben schenkt. Oder doch lieber gleich ein Chamäleon? Fazit: Berlin tut sich nicht leicht mit seiner BärenMarke. Die übrigens kommt aus dem alpinen Raum und präsentiert sich auf einer hübschen Website www.baerenmarke.de. |