Janz Berlin is eene Wolke
Liebe Leserin,
lieber Leser,
Berlin ist manchmal schneller als die Polizei erlaubt. Für den zum Beispiel, der in diesem Sommer morgens um vier an der roten Ampel aufwachte und dem Herrn Wachtmeister erst mal eine langen wollte, weil der nicht wusste, wen er da gerade mal wieder Wichtigen vor sich hatte. „Wissen Sie eigentlich, wer ich bin“, heißt es hier gern schon mal nach oder auch vor getaner Arbeit. Wissen wollen, wer man hier ist und wo man hier ist. Das sind die beiden Fragen, die in der Hauptstadt immer mitschwingen. Einer Hauptstadt, die sich selber in ihrer Vielgestaltigkeit aus dem Blick verliert, ihr Markenzeichen ist schließlich der stetige Wandel, der Blick auf das Temporäre. Momentan ist wichtig, momentan ist gut. Apropos Blick. Man stelle sich vor, Harald Juhnke, Knut und Heiner Müller diesen Sommer auf einer Bärenwolke, hoch oben, Ecke Tiergarten-/Hiroshimastraße, auf die deutsche Hauptstadt blickend und ablachend darüber, wie da unten, in den Niederungen des Potsdamer Platzes und des Ku’damms alles vor sich hinhyped und sich geschäftig dem kollektiven Eigensinn ergibt. Haben Sie die drei neulich Nacht auch gesehen? Voll breit. Wahnsinn. Diese ernüchternde Sicht von oben fehlt uns ja zu Lebzeiten: deshalb in dieser Streusandbüchse (wieder) einmal der Versuch, dem Berlin-Hype etwas näher zu kommen. Berlin zieht nämlich immer, das meint jedenfalls Astrid Drabant- Schwalbach in ihrem Leitartikel. Berlin bleibt Motiv. Für den Film, für PR-Profis, Touristen, Kreative, Immobilienleute, Wissenschaftler, Studenten, Künstler, Zoobesucher, PolitikererInnen, Familienmütter und -väter und nicht zuletzt für polnische Putzfrauen. Letztere haben inzwischen womöglich den besten Überblick. Machen Sie sich also selbst ein Bild, liebe Leserin, lieber Leser, nachdem sie die hier versammelten Beiträge unserer Autorinnen und Autoren gelesen haben. Und dann schreiben Sie doch auch einmal etwas für die Streusandbüchse, für die Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Public Relations Gesellschaft. Das zieht immer.
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
Gerhard Mahnken
gerhard.mahnken@dprg.de